18.10.2016 – Down To Nothing im Werk 21

Nach all den Hochs und Tiefs der letzten Tage war eine gute Hardcore Show genau das Richtige für mich. Roadrage Booking holte nämlich Higher Power, Break Away, Broken Teeth und Down To Nothing nach Zürich. Ich hatte zwar ein wenig Bedenken, wie denn vier Bands in einen Abend passen sollen, der erst um viertel nach Acht losgeht und dennoch nicht bis in die frühen Morgenstunden andauert, aber diese Bedenken stellten sich als unbegründet heraus. Die Sets waren nicht allzu lange und die Pausen dazwischen auch eher kurz.

Als erste Band an diesem Abend spielten Higher Power aus Leeds (UK). Die Engländer waren nicht zum ersten Mal in der Schweiz; sie erinnerten sich an ihr letztes Konzert im Mai dieses Jahres, als sie im Ebrietas in Zürich gespielt hatten. Irgendwas war damals aber schief gelaufen und die Jungs verbrachten einen ungewollten Kurzurlaub in der Schweiz, erzählten sie dem Publikum. Trotzdem stand für sie fest: „It’s good to be back!“ Auffällig: der Sound war echt gut abgemischt und die Band hat überzeugt. Danach folgte das Set von Break Away (US). Dieses war irgendwie im Nu vorbei, sehr gesprächig war die Band nicht. Als nächstes ging‘s mit Broken Teeth (UK) weiter. Die Jungs von Break Away und Higher Power belagerten während des Sets den Space vor der Bühne. Und ja, es war ziemlich was los im Pit.  Plötzlich lief Vocalist Dale Graham das Blut übers Gesicht. Was auch immer er sich eingefangen hatte, die Band machte ihrem Namen alle Ehre, auch wenn es eher nach broken nose statt broken teeth aussah. Also gab’s eine kurze Unterbrechung – aber harte Jungs kommen dann doch wieder auf die Bühne und so spielte die Band ihr Set unbeirrt auch noch unbeschadet zu Ende.

Schliesslich waren Down To Nothing (US) an der Reihe. Ich hatte mich ziemlich auf die Band gefreut, aber nach ein paar wenigen Songs war bereits wieder Schluss, darunter aber glücklicherweise „When I Rest I Rust“ (Daumen hoch für das Wortspiel) und „Sheffield“. Dass das Set eher kurz war, fand ich ein wenig schade. Eine Zugabe gab es trotz Nachfrage aus der Crowd auch nicht. Lag aber wahrscheinlich auch daran, dass die Stimme von David Wood ein bisschen angekratzt war. Fun Fact: Drummer Daniel Spector, der an diesem Abend vertreten wurde, arbeitet zu Hause in den Staaten als Notarzt (checkt hier sein interessantes Interview mit einem amerikanischen Nachrichtensender ab). Er hätte sich bestimmt um die lädierten Musiker kümmern können.

Fazit: War eine super Show, die Leute im Pit schienen ihren Spass zu haben und für solche wie mich, die sich das Ganze lieber aus sicherer Entfernung ansehen, war auch genug Platz da. Ich habe mich an diesem Abend auch wieder mal mit dem Werk21  versöhnt. Wenn es nicht zum Bersten vollgestopft ist, ist die Location doch ziemlich in Ordnung. Ausserdem hat mir der Abend wieder mal gezeigt: etwas härtere Musik hebt manchmal einfach die Stimmung.

Foto: Rabbit Riot