VAN TASTIK – DIE ERSTE MUSIKALISCHE PERLE EDINBURGHS

Liebe Leserlein

Darf ich vorstellen: Van Tastik, der erste Musiker aus Edinburgh, der es verdient hat, hier vorgestellt zu werden. Ich habe ja ein Weilchen gesucht, glaubt mir…

Der Amerikaner, der via Deutschland und Oxford nach Edinburgh fand, spielt und singt eine Mischung aus Dark Delta Blues, Folk und Gospel. Entdeckt habe ich die Ein-Mann-Band vor einer Woche in einer Bar im Stadtzentrum. Wie das klang, könnt ihr im Video (siehe unten) hören!

Ich traf Van, um ein paar interessante Fakten über ihn zu erfahren. Alles zu seiner Hintergrundgeschichte gibt’s hier im Interview:

Van, was hat dich zur Musik gebracht?
Ich stamme aus einer christlichen, amerikanischen Familie. Kirchen- und Gospelmusik waren sehr präsent im Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Ich war auch in Gospelchören und Kirchenbands als Kind. Als ich dann älter wurde, war ich in allen möglichen Bands in den USA und Deutschland: von Punk zu Deathcore und und und… Sogar Hip Hop hab ich mal probiert – also wirklich so ziemlich alles, was es gibt.

Als ich dann fürs Studium nach Oxford zog, hab ich all die Bands, in denen ich war, zurückgelassen und musste leider feststellen, dass es dort keine allzu grosse Musikszene gab. Zum Blues kam ich erst in meinem letzten Jahr dort. Die paar Musiker, die ich kennengelernt hatte, liebten das Genre und als ich mich dann auch mal dran gewagt habe, haben mir alle gesagt, ich sei wirklich gut darin und ich hätte das gewisse Etwas. Also hab ich auf sie gehört, bin nach Edinburgh gezogen und hab’s dann einfach mal mit dem Blues probiert.

Du hast also vorher gar nichts über Blues gewusst?
Jein. Das Problem war, dass ich bis vor relativ kurzer Zeit das Genre nicht ernst nahm, weil ich immer nur an den 80er- und 90er-Jahre Blues dachte, der – wenn wir ehrlich sind – einfach Pop mit einer Blues-Scale ist. Was mir erst durch meine Freunde in Oxford klar wurde, ist, dass Acts wie Creedence Clearwater Revival und Muddy Waters, die mein Vater liebte, oder die White Stripes und Black Keys, die ich als Teenager rauf und runter hörte, auch zu Blues zählen. Ich würde deshalb sagen, es war eine Mischung aus meinen Freunden, die mich ermutigten, und mir, wie ich endlich realisierte, was Blues überhaupt ist, die mich hierhin brachte.

Aber nachdem mich meine Freunde dann auf den „wirklichen“ Blues aufmerksam gemacht hatten, hat das ja irgendwie auch Sinn gemacht. Ich bin ja eben mit Gospel und Co. aufgewachsen – was ja die Grundlage von Blues ist. Und es gibt für mich wirklich nichts Besseres als die uralten Aufnahmen schwarzer, spiritueller Musik. Das sieht man auch bei ein paar meiner Songs. Die einen sind rein Acappella, bei anderen klopf ich mit einem Hammer auf Metall oder benutze zwei Holzstücke als Instrument oder irgendwas mit Ketten, alles, was ich irgendwie in die Hände kriegen kann. Manchmal stampfe und klatsche ich auch nur zum Gesang. Ich liebe einfach diese Art von Musik – die Leidenschaft und die Kraft, die sie ausströmt. Also eigentlich ja Kirchenmusik, auch wenn ich nicht wirklich an Gott – oder zumindest an organisierte Religion – glaube.

Und wie genau bist du nach Edinburgh gekommen?
Meine damalige Freundin und ich wollten raus aus Oxford. Ich wäre gerne nach Sheffield, Leeds oder Manchester, aber sie wollte nicht in eine industrielle Stadt ziehen. Da ich zuvor schon mal kurz in der Stadt war und eine tolle Zeit hier hatte, war ich mit Edinburgh einverstanden, als meine Ex-Freundin den Vorschlag machte. Wäre sie nicht da gewesen, hätt‘ ich das Land wahrscheinlich verlassen.

Wohin wärst du denn gegangen?
Wahrscheinlich zurück nach Deutschland, oder nach Belgien oder Luxemburg. Ich wollte für NGOs arbeiten… Aber eben, meine Ex wollte Grossbritannien nicht verlassen, und ich mochte sie sehr. Also kam ich mit ihr nach Edinburgh. Zuerst hatte ich noch einen Sommerjob im Zoo, aber, nun ja, sagen wir mal ich hab ein kleines Autoritätsproblem (lacht). Ich hasse normale Arbeit, und da ich eh schon öfters in der Stadt gespielt hatte und eigentlich recht gut über die Runden kam, hab ich’s dann einfach gewagt. Seither – ziemlich genau ein Jahr ist’s her – bin ich voll und ganz Musiker, baue mir einen Namen auf, habe meine Bars, in denen ich immer spiele, und arbeite an meinen musikalischen Fähigkeiten.

Und Leute, diese Fähigkeiten können sich definitiv hören lassen! Ob das nun seine eigenen Songs sind oder eins seiner Covers, das er wie immer komplett zu seinem Eigenen macht.

Van Tastik – ganz klar eine musikalische Perle der schottischen Hauptstadt!!!