25.10.2016: Die Dead Kennedys im Werk21

Immer diese Dienstage… Nach einem langen Tag an der Uni machte ich mich, wie bereits eine Woche zuvor, abends auf den Weg nach Zürich ins Werk21. Die Alt-Punkrocker Dead Kennedys (mit „alt“ meine ich wirklich alt – gegründet wurde die Band 1978 in San Francisco) touren nämlich gerade durch Europa und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wer nun denkt, dass bei  solchen Urgesteinen nur Leute mit Durchschnittsalter 50+ sich ein solches Konzert anhören würden, wurde eines Besseren belehrt: die Crowd war vom Alter her bunt gemischt und von Müdigkeit war keine Spur vorhanden.
Eigentlich war geplant gewesen, dass das Konzert im Grossen Saal im Dynamo stattfindet, es wurde aber dann doch noch ins Werk21 verschoben. Was dazu führte, dass einige arme Seelen ohne Vorverkaufsticket oder Chancen auf ein Ticket an der Abendkasse, vor der Venue rumhängen mussten und hoffen, dass irgendwer doch noch ein Ticket übrig hat.

Eröffnet wurde der Abend von den Petrol Girls. Das Quartett bezeichnet sich selbst als „Feminist Post Hardcore“ Band und so sprach sich Sängerin Ren Aldridge mit Parolen wie „Touch me again, and I will f*cking kill you!“ lauthals gegen sexuelle Gewalt aus. Es wurde gepogt und am Ende jedes Songs ordentlich Lärm gemacht – die Band kam echt gut an. In der Pause zwischen den beiden Sets hing Aldridge am Merchstand rum und erhielt zahlreiche Komplimente von den Konzertbesuchern für ihre Show.

Dann betraten die Herren aus Kalifornien die Bühne. Die Dead Kennedys können auf eine bewegte Bandgeschichte zurückblicken – was ja irgendwie auch nicht ganz erstaunlich ist, wenn man bedenkt, wie lange die Band bereits existiert. Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern sind noch East Bay Ray und Klaus Flouride übrig, daneben gehören Skip McSkipster und D.H. Peligro zur aktuellen Besetzung.
Nun, ihr Set offerierte alles, was eine gute Punkrock Show nun Mal zu bieten hat: Crowdsurfing, Pogo, lautes Mitgröhlen, fliegende Bierbecher. Gewettert wurde gegen Instagram, Youtube und natürlich die amerikanische Präsidentschaftswahl. Generell war die Band aber echt gut drauf und ich fand die Witze, die sie von sich gaben, ziemlich lustig. So verkündete Sänger Skip: „I am too old for punkrock. You are too old for punkrock. C’mon, it’s 2016 – we could as well listen to Baroque music!” Nun ja, die Band bewies mit ihrem Set, welches natürlich auch die Songs  “California Über Alles” und “Holiday in Cambodia” beinhaltete, dass man Punk Rock getrost auch noch im Jahr 2016 hören kann und dass gute Songs, auch wenn sie bereits vor fast 40 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurden, noch immer für eine ausgelassene Stimmung sorgen können.