13.11.2016 – Jimmy Eat World in Luzern

Ein arschkalter Sonntagabend war’s, als wir in Luzern nach einem leckeren Burger und dem erstmaligen Gang über die Kappelenbrücke in Richtung Schüür gelaufen sind. Obwohl ich Jimmy Eat World kaum kenne, hatte meine bessere Hälfte mich schnell davon überzeugt, mit an das Konzert zu kommen. Als dann eine Woche davor noch Deaf Havana als Support bestätigt wurden, war auch ich richtig happy. Nach kurzem Anstehen am Eingang ging es also los mit Deaf Havana.

Man munkelt, dass sich Sänger James ordentlich einen ansaufen muss, damit er sich auf die Bühne traut. Stimmt anscheinend. Zum Glück leidet sein Gesang und Gitarrenspiel nicht darunter, und der Humor wird immer besser, schwärzer. Englisch halt. Der Rest der Band schien top-nüchtern zu sein und so knallten sie uns einige neue Songs um die Ohren. Die sind wirklich gut. Bin aber auch ein bisschen voreigenommen, da seit dem Greenfield Festival letzten Sommer die beiden CDs der Herren auf und ab laufen bei mir. Nach gefühlten 30 Minuten war’s dann leider schon vorbei. Am 27. Januar 2017 kommt dann übrigens das neue Album in die Läden.

Nun wartete man auf die Könige des Abends. Die ausverkaufte Schüür fing unter dem (mehrheitlich) 30+ Publikum langsam an zu schwitzen. Pünktlich traten JEW auf die Bretter und ich war erstmal richtig überrascht, was hier für ein Druck durch den Saal fegte. Ich hatte mehr so eine Kuschelrock-Show erwartet, aber ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren. Eindrücklich, wie Sänger Jim Adkins zur gleichen Zeit Gitarre spielt und singt, und das auf einem Niveau, wovon viele andere Bands nur träumen können. Drummer Zach (zum Interview mit ihm gehts hier lang) schien sich teilweise zwar ein bisschen zu langweilen, aber er klang nie danach. Gitarrist Tom und Bassist Rick lieferten unglaublich ab, an ihren Instrumenten wie auch gesanglich. Die Songauswahl gestalteten sie sehr abwechslungsreich, es wurde auch für einen Nicht-Kenner wie mich niemals langweilig. Meine persönlichen Highlights waren die Songs “Hear You Me” (ja, mittlerweile höre auch ich “Bleed Amercian”) und “Pass The Baby” vom neuen Album “Integrity Blues”. Also echt, die Band kann aber auch alles spielen! Als Zugabe dann noch die obligaten Hits “The Middle” und “The Sweetness”, die das Publikum ohne Probleme gänzlich alleine hätte singen können. Danach ging wohl jede und jeder befriedigt nach Hause. Dieses Konzert hatte echt alles, was man sich von einer guten Band wünscht. Da macht sich definitiv die langjährige Erfahrung bemerkbar, die man den Herren anhört und auch ansieht, auf eine gute, sympathische und reife Art.

Ich bin definitiv wieder dabei, wenn Jimmy Eat World die Schweiz in Zukunft wieder beehren und kann es jedem wärmstens empfehlen.