So war WIZO im Volkshaus

Volkshaus am Dienstagabend, und WIZO – ja, auch während ihrer Abschiedstour haben sie bereits da gespielt – präsentieren uns ihr neues Album und spielen Altbekanntes.

Natürlich gibt es ein paar Klischees. Die drei WIZO-Burschen kündigen den Support, Swiss & die Andern, überzogen langsam sprechend an, damit wir auch ja alles verstehen. Naja, ist so mässig lustig. Swiss & die Andern sind aber mit Elan dabei und Swiss, der übrigens Wurzeln in – Überraschung – der Schweiz hat, ist bald schon wieder, wie man es sich von ihm gewohnt ist, oben ohne. Irgendwie schaffen es die vier aber nicht ganz, das Publikum abzuholen. Ich höre Sätze wie: “Das ist mir ein bisschen zu Möchtegern”, oder “Die find ich jetzt nicht so real.” – was ich hier aber noch persönlich anmerken will, ist, dass man wirklich darüber streiten kann, ob jemand der das Wort “real” an einem WIZO Konzert verwendet “ganz putzt” ist. Ihr Hit “Fick Dick” gefällt dann aber doch noch den meisten.

Publikum ist ein super Stichwort. Denn diesbezüglich habe ich sowieso die lustigsten Beobachtungen gemacht an diesem Abend. Genau wie ich kennen die meisten WIZO schon lange. Sehr lange. Genau wie ich sind die meisten langsam etwas älter geworden und finden sich vorallem aus nostalgischen Gründen zum lustigen Konzertabend ein. Wie die Altpunks von WIZO dann also die Bühne stürmen und ihr neues Song-Aushängeschild “Adagio” anstimmen, singen zwar die meisten mit, wenn es heisst “Ich glaube weiter an Anarchie”, die fehlende Inbrunst beweist aber, dass die meisten die Parolen dann doch nur für einen Abend wieder aus dem Rucksack geholt haben. Lustig ist es aber dennoch auf jeden Fall und sie spielen ihre Klassiker rauf und runter und ich freue mich, dass ich hinten stehen darf und mich nicht wie vor zehn Jahren durch die Menge kämpfen muss, um weit vorne zu stehen. Danke WIZO für den Abend voller Nostalgie und Erinnerungen und dass ihr die Bühne immer noch einnehmt wie kleine Rampensäue.