06.12.2016 – Totalabriss im Kiff mit Caliban und Co.

Nach der wohl besten Kurzschlussreaktion des Jahres, also gefühlte zwei Tage vor dem Konzert noch Karten zu organisieren, ging es am Chlausetag ab ins Kiff. Wir waren ein bisschen später dran, weil mein Gottemeitschi ihren ersten Geburtstag gefeiert hat und da musste ich natürlich anwesend sein. Aber wenn ich ehrlich bin, war das Verpassen der ersten Band kein grosser Verlust.

Trancecore ist einfach nichts für mich. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass To The Rats And The Wolves eine richtig fette Show abgeliefert haben. Für alle die da waren, lasst es mich wissen, wie’s war.

Angekommen sind wir pünktlich zum Beginn von Any Given Day. Die Herren find ich schon ziemlich gut, auch wenn’s eher zur ruhigeren Abteilung in meiner Mediathek gehört. Dennis Diehl hat nicht nur ansehnliche Armmukkis zu bieten, sondern auch eine Stimme zum dahinschmelzen. Der Übergang von den Screams zu den Clean Vocals war unwahrscheinlich reibungslos. Der hört sich live genau gleich an wie auf CD. Und das ist mir persönlich sehr wichtig. Abgemischt war das Ganze leider nicht ganz so gut, aber die Bühnenpräsenz hat’s für mich wieder wettgemacht. Und als sie ihr Cover von „Diamonds“ angestimmt haben, war’s eh vorbei. Das ganze Kiff sang Rihanna Lyrics mit. Herrlich!

Als nächstes waren Suicide Silence an der Reihe. Von den Kaliforniern kenne ich ungefähr zwei Lieder. Deathcore ist mir irgendwie doch zu brutal… Ihr dürft mich dafür gerne als Weichei bezeichnen. Aber die Liveshow. Holymoly. Als würde dir die Musik eine halbe Stunde so richtig in die Fresse hauen. Die Energie, die da aufkam, war unbeschreiblich. Das  hat mich total weggeblasen. Ich würde jederzeit wieder an ein Suicide Silence Konzert gehen. Und was Eddie Hermida mit seiner Stimme anstellt, ist für mich physikalisch bis Heute nicht erklärbar.

Und dann waren Caliban an der Reihe. „Gravity“ war unter anderem eines meiner Top 3 Alben dieses Jahres, weswegen ich mich natürlich tierisch auf das Konzert gefreut habe. Die Setlist war eine gute Mischung aus alten Songs und neuen Liedern. Doppelt gefreut habe ich mich, als sie “nebeL” gespielt haben. Das ging so richtig ab. Und die vordersten drei Reihen sangen sowieso jedes Lied mit. Egal ob alt oder neu. Und daran hatten Caliban sichtlich Freude. Ungefähr fünfmal merkten sie an, dass die Show die wohl Beste in der Schweiz sei, die sie gespielt hatten. Auch das es keine Absperrung zur Bühne gab, war hoch im Kurs. Stagediver um Stagediver warf sich in die Menge, bis sich Andy Dörner kurzentschlossen ebenfalls in die Menge warf und das Lied so beendete. Ebenfalls ein Highlight, für mich zumindest, war das Cover von „Sonne“ und „Mein Schwarzes Herz“ von der neuen Platte. Und als ob das nicht schon genug Abriss war, kamen die Sänger von Any Given Day und To The Rats And The Wolves für „We Are The Many“ auf die Bühne. Heilige Scheisse, war das ein Fest. Und zum Abschluss durften wir für „Nothing Is Forever“ auf die Bühne. What a feeling.

Und so euphorisch, wie mich das Konzert gestimmt hatte, fuhr ich dann mit dem Auto nach Hause. Ein bisschen zu euphorisch, denn ich wurde auf der Autobahn geblitzt. Aber was soll’s, das war es mir allemal wert.

Foto: AnshixArts