Alter Bridge in der St. Jakobshalle in Basel

Mit ihrem neuen Album „The Last Hero“ tourt die US-amerikanische Rockband Alter Bridge einmal mehr um den halben Globus. Für ihren Stopp in der Schweiz wurde die St. Jakobshalle in Basel gewählt. Sehr eindrücklich, hatte ich doch zuletzt MUSE in dieser Location gesehen. Die Bühne war dann aber auch etwa in der Mitte der Halle aufgestellt, sodass diese ein wenig kleiner war.

Die erste Band des Abends war Like A Storm, die haben wir aber leider verpasst. Aber die Band ist extrem viel auf Tour, die kommen also bestimmt wieder. Dann wird das nachgeholt.

Pünktlich zum Beginn der Deathmetaller Gojira (japanisch für „Godzilla“) betraten wir die Halle. Die Band legte los und ein Gewitter entlud sich über der Halle. Eigentlich mag ich Gewitter, aber dieses war mir dann doch ein wenig zu viel. Mit dieser Mukke kann ich leider nichts anfangen. Ist mir zu wild, zu schnell, zu wenig Melodie. Aber die Band ist saugut, das muss man ihnen lassen. Ein eingespieltes Team, eine Einheit, die ihren Fans eine eindrückliche Show liefert.

Nach einem kurzen Umbau ging’s dann auch schon los mit Alter Bridge. Als erstes vorneweg: Die Band ist unglaublich sympathisch, wirkt extrem gelassen und bewegt sich musikalisch auf einem sehr hohen Niveau. Da spürt man die Erfahrung, die die Musiker auf dem Buckel haben. Irgendwie hat sich das auch auf das Publikum übertragen, das sich zwar wenig euphorisch, dafür umso dankbarer zeigte. Lag vielleicht auch ein wenig am Altersdurchschnitt der Zuhörerinnen und Zuhörer, der locker Ü30 war.

Zurück zur Band: Sänger Myles Kennedy ist eine Waffe. Mal unglaublich hoch, mal männlich tief, mal sanft und gefühlvoll, dann wieder volles Rohr. Und das alles genau auf den Punkt. Für seine Stimme scheint es kaum Grenzen zu geben. Und nebenbei noch Gitarren-Solis spielen, wo die Augen den Fingern kaum folgen können… Ist schon eine Klasse für sich, dieser Myles.

Auf der anderen Seite der Bühne tobt sich Mark Tremonti auf seinen sechs Saiten aus. Für viele Gitarristen ein Idol und von vielen Magazinen und Musiker-Zeitschriften zu einem der besten Gitarristen der heutigen Zeit gekürt. Und das zu Recht. Seine virtuose und kreative Spielweise drückt den Songs den definitiven Alter Bridge-Stempel auf, macht sie unverkennbar. Er schafft es, komplexe Riffs, Solis und Akkordabfolgen so einfach und natürlich klingen zu lassen, dass diese sich ohne Probleme in die zum Teil fast schon poppigen Rocksongs einfügen.

Ein wenig mehr im Hintergrund, aber nicht weniger wichtig, bringen auch Bassist Brian Marshall und Drummer Scott Phillips ihr Handwerk auf den Punkt. Sie sind mit einer Ruhe und Gelassenheit am Werk, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Insgesamt also eine extrem sympathische Band, die einem nie an Starallüren und Rockstar-Gehabe denken lässt. Die Wahl der Songs liess ebenfalls keinen Wunsch offen,  jedes ihrer Alben wurde berücksichtigt. Und so ist bestimmt jeder und jede im Publikum auf seine Kosten gekommen und wird den doch eher happigen Eintritt von 75.- kaum bereuen.

Foto vom Event werden in den nächsten Tagen folgen!