Zu Besuch in der neuen Samsung Hall

Die Hall - Sicht von der Tribüne aus

Am Samstagvormittag, 21. Januar 2017, also knapp eine Woche vor der grossen Eröffnung, hatten wir die Möglichkeit, die neue Samsung Hall in Zürich Stettbach zu besichtigen. Begleitet vom Baustellenlärm vor der Halle, fand sich gerade eine riesen Gruppe des ICF in der Halle ein. Aber mehr dazu weiter unten.

Annina Tzaud, Leiterin Kommunikation und Booking, empfing uns auf der hinteren Seite des Gebäudes, wo wir über eine improvisierte Treppe aus Paletten unsere Besichtigung der neuen Räumlichkeiten starteten. In der grossen Halle angekommen, zeigte uns Annina zuerst voller Stolz die mobile Teleskoptribüne, die sich innert zehn Minuten komplett aus- respektive einfahren lässt.

tribuehne

Ausfahrbare Tribüne

Danach folgten wir ihr in den Eingangsbereich, der noch immer, wie auch alle anderen Räume im Gebäude, von fleissigen Baustellenarbeitern fertiggestellt wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass alles in weniger als einer Woche für die grosse Eröffnungsfeier fertig sein soll – aber Annina ist da sehr optimistisch.

Eingangsbereich

Eingangsbereich

Die neue Event-Lokalität umfasst ein modulares Raumangebot mit drei Räumen: Die Hall, mit einem Fassungsvermögen von gut 5000 Personen, die Loft mit fast 600 Stehplätzen sowie den Club, der nochmals für gut 800 Besucher Platz bietet. Das ganze Gebäude ist auf Musikevents ausgerichtet und wurde dementsprechend, auf dem neusten Stand der Technik, gebaut und ausgestattet. Die grosse Hall ist auf den Seiten mit schalldämpfenden Holzpanels ausgekleidet. Jedes Element der 6-fach teilbaren, hydraulischen Bühne ist ausfahrbar und kann ein Gewicht von fünf Tonnen stemmen. Die Halle kann zudem mit LKWs befahren werden, sprich, das Material der Bands wird direkt vor der Bühne ab- und aufgeladen. Die gesamte Sound- und Lichttechnik ist vorhanden und kann flexibel jedem Konzert angepasst werden. Zudem sind zusätzlich zur 3-fach teilbaren 120m2 LED-Wand überall LED-Lampen eingebaut, die je nach Event farblich abgestimmt werden können. Alle Kabel werden unter dem Boden zum Mischpult gezogen. Zudem ist der Platz für das Mischpult auf der Tribüne clever und Platzsparend integriert. Gemäss Annina wurde alles aufgrund von Erfahrungswerten von Menschen aus dem Business geplant und konzipiert.

Bühnenelement

Bühnenelement

Die Loft ist im Gegensatz zu der dunklen Halle ein heller, freundlicher Raum, der für Anlässe wie Seminare oder Bankette gut geeignet scheint. Die Decke ist voller grosser, hängender Glühbirnen. Aber auch hier können Konzerte veranstaltet werden. Alles ist so konzipiert, dass mit möglichst wenig Aufwand viel umgesetzt werden kann.

loft

Loft

Im zweiten UG findet man sich dann im Club wieder. Wiederum ein dunkler Raum für mittelgrosse Anlässe. Hier können auch die fahrbaren Barelemente zum Einsatz kommen. Das Bier sollte übrigens nie ausgehen, dafür wurden extra Leitungen verlegt, die direkt an grosse Biertanks angeschlossen sind und das ganze Gebäude ohne Unterbruch mit Bier versorgen sollen.

Hinter der Nespresso Lounge geht es direkt zum Backstage. Diese Räume sind jeweils zweckmässig mit Sofas, einer Dusche und auch sonst mit dem nötigen Mobiliar für Künstler ausgestattet. Auch ein Production Office steht zur Verfügung. Das ganze Gebäude ist übrigens mit einem Glasfasernetz ausgerüstet – du kannst also deine Handyföteli vom Konzert dann ganz bequem superschnell online stellen.

Vom Parking, das nur rund 250 Autos fasst, kommt man direkt ins Gebäude. Generell hofft man aber, dass die Besucher mit den ÖV anreisen. Der Bahnhof Stettbach ist nur wenige Meter vom Haupteingang entfernt und gut erschlossen.

Auch für die Verpflegung ist im Hause gesorgt und es wird viel Wert darauf gelegt, für jeden Anlass das richtige Menü oder die passenden Snacks zu präsentieren. In der grossen Küche wird ein grosser Teil gekocht, die Snacks werden aber jeweils vor Ort bei den Essensständen frisch zubereitet.

An Sonntagen finden jeweils ICF Anhänger den Weg in die Lokalitäten. Ein Sockelmieter nehme einen gewissen Druck weg, da die Räumlichkeiten so schon regelmässig vermietet sind, meint Annina. Der ICF trage aber einen grossen Teil der Verantwortung selber und habe keinen Einfluss auf das Programm der Samsung Hall. Zudem werden grundsätzlich alle Mietanfragen sorgfältig geprüft. Hassprediger oder dergleichen werden sich hier sicherlich nicht einmieten können. An Sonntagen werden somit aber keine anderen Anlässe in der Samsung Hall stattfinden.

Ob so eine moderne Infrastruktur wohl Einfluss auf die Ticketpreise haben wird? Gemäss Annina sind alle Veranstalter selber für die Festlegung der Ticketpreise verantwortlich. Durch die ausgezeichnete Infrastruktur sollten die Kosten aber eigentlich nicht höher sein als bei anderen Lokalitäten.

Nun sind wir gespannt, wie das Ganze in Action rüberkommen wird. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Bilder: rawk.ch

samsung_hall