23.01.2017 – So waren Hotel Books im Werkk Baden

Ganz ehrlich, im Vorfeld war ich mir nicht so sicher, was mich erwarten würde, wenn Cam Smith mit seinen Hotel Books am 23.01.2017 im Werkk in Baden gastiert. Klar, super Musik und alles, aber ist das nicht eher etwas, was man zuhause im Schlafzimmer hört? Funktioniert das live? Und was passiert so im Publikum? Hingehen und sich das ansehen, ist also der einzig richtige Weg.

Zuerst waren aber Aphrodite’s Curse aus Solothurn an der Reihe. Das Quintett um Frontröhre Ashlyn Ashes bewegt sich irgendwo im Alternative-Rock-Bereich mit latentem Melodic-Hardcore-Einschlag und bestritt den ersten Gig seit längerem. Das schlug sich dann manchmal auch ein bisschen im Zusammenspiel nieder, wo nicht immer alles so hundertprozentig gepasst hat, aber Potential ist da durchaus vorhanden.

Als nächstes betraten als Tour-Support – und offensichtlich gute Freunde des Hauptacts –  Convictions die Bühne und, boah, ballerten einfach mal alles weg. Der Sound war zwar – zumindest dort, wo ich stand – etwas suboptimal, aber die Amis legten eine solche Show hin, dass man einfach seine Freude an der Band haben musste. Es wurde getobt, auf fast jede erdenkliche Art die Saiteninstrumente geplagt, ebenjene auch noch herumgewirbelt wie verrückt und dann ganz nebenbei noch tight gespielt – wobei man zugeben muss, dass da auch viel Unterstützung vom Band kam. Wer auf melodischen, echoigen Metalcore steht, sollte die Band unbedingt mal auschecken! (Disclaimer: Was dann aber doch ein bisschen stört, ist das aggressive, religiöse Sendungsbewusstsein, das die Band manchmal packt…)

Nach einer kurzen Pause waren dann endlich Hotel Books an der Reihe, und sehr schnell wurde es sehr emotional, aber auch sehr klar, dass das live sehr gut funktioniert! Cam Smith, seine Worte, die Musik der Band, aber auch einfach die Art des Frontmanns (Sänger? Lyriker? Dichter?) waren derart einnehmend, dass das eigentlich ruhige Konzert zu keinem Moment langweilig wurde. Egal, ob mit der ganzen Band oder nur begleitet von einer Gitarre – in diesen Moment gespielt von Josh von den Convictions; Stichwort „Best Friends“ -, die Dichte die da erschaffen wurde, war beinahe zu erdrückend. Zum Glück lockerte Cam Smith die Atmosphäre zwischen den Songs mit seinen – so scheint es – frei von der Leber kommenden, aber nie döflichen Sprüchen auf. Da geht es mal um Brand New – oder eben nicht, sonden „nur“ einen brandneuen Song -, Politik, Selbstkritik, undundund.
Fazit also: Auch live absolute Oberklasse! Schade, dass da nicht mehr Leute waren und schade, dass es so schnell vorbei war – trotz improvieserter Gedichts-Mash-Up-Zugabe.

Vielen Dank ans Team von Bonebreaker Ball fürs Organisieren, super war’s!