Team rawk.ch stellt sich vor – Andi (Vögi)

Aller Guter Dinge sind drei, wie man so schön sagt. Nachdem sich Kim und unser Andy schon präsentieren durften, so kommen wir jetzt zu Team-Mitglied Nr. 3, Andi oder auch Vögi genannt. Andi war das erste Mitglied, welches aus der Ostschweiz kam und gehört ein wenig zum Inventar. Warum schreibt der Typ aber so wenig bei rawk.ch? Das liegt wohl an seinen zahlreichen anderen Tätigkeiten, die er unternimmt, doch lest am besten gleich selbst mehr über ihn.

Was ist deine Motivation, für rawk.ch zu schreiben und was ist deine Funktion?
Meine Funktion bei rawk.ch steht für mich ein wenig im Raum. Als fast einziger Ostschweizer bin ich ein wenig ab vom Schuss, doch würde ich jetzt mal behaupten, dass ich ein Aushängeschild für rawk.ch in dieser Region bin. Zu meiner Motivation gehört es, dass ich mit meinen Beiträgen, vor allem für kleinere, noch unbekannte Bands, eine Hilfestellung bieten kann, sich auf dem Schweizer Musikmarkt bemerkbar zu machen.

Was machst du so, wenn du nicht gerade für rawk.ch Zeit investierst?
Ich arbeite seit dreieinhalb Jahren bei der DACHCOM.DIGITAL AG in Rheineck, einer Kommunikationsagentur in den Bereichen Administration, Support und Social Media. Die Arbeit macht mir enormen Spass und habe ein grosses Glück mit solch tollen Leuten zusammen zu arbeiten. Nebenher organisiere ich Konzerte seit März 2010. Angefangen habe ich in St. Gallen in diversen Locations und entschloss, mich eigentlich im Jahre 2014 zur Ruhe zu setzen, nach rund 200 ausgeführten Shows in den letzten Jahren. Im Oktober 2014 erhielt ich dann das Angebot in Rorschach beim Treppenhaus als Booker Shows durchzuführen. Rorschach musste lange darauf warten, bis es nach dem Hafenbuffet und dem Mariaberg wieder eine Location für Live-Musik bekam. So sagte ich zu und werde nun noch bis Ende Juni dieses Jahres Konzerte organisieren, bevor ich mir mal eine Pause gönne und ich dieses Hobby hinten an stelle. Ich betreue noch einen Hobbyfussballverein, Dynamo Rosenacker, mit dem wir in der Alternativen Fussball Liga in St. Gallen spielen. Seit Juni 2014 kann man mich auch bei meinem Abnehmprojekt „Andi Verliert“ beobachten und mich auf Schritt und Tritt verfolgen, wie ich mit dem Thema Übergewicht umgehe und dieses innerhalb meines Lebens meistere.

Was für Musik finden wir auf deinem MP4-Gerätli/Plattenspieler/CD-Player?
Ich habe zwar rein gar nichts mehr in der Liste, aber ich nehme euch trotzdem mit in meine Welt der Musik. Bei mir befinden sich hauptsächlich Bands, deren Konzerte ich selbst veranstalte. Ich höre praktisch kaum mehr neue Musik von den grossen Bands, mit denen ich früher angefangen habe, Punkrock zu hören. Dieser Stil überwiegt aber tendenziell immer noch bei mir, darum finden sich Songs von Resolutions, Irish Handcuffs, The Menzingers auf meiner Streaming-Liste. Neben Punkrock bin ich ein grosser Fan von Country- und Folk-Musik und höre mir Sachen wie Onward, etc., Owls By Nature, Greenfield Story oder Redensart an. Dazu gesellen sich Psychobilly, Ska, Melodic-Hardcore, akustische Klänge und vieles mehr.

Welches ist deine Lieblings-Konzert-Location in der Schweiz und warum?
Es mag sich ein wenig wie ein Witz anhören, aber ich liebe unsere Location, das Treppenhaus in Rorschach, sehr. Es ist ein sehr enger Raum mit einer Kapazität von rund 130 Besuchern, doch wenn sich da mal ein paar Leute für eine Show einstimmen, dann aber hallo! Letztens, als die Skacore-Band NH3 aus Italien bei uns spielte, liefen sogar die Scheiben in der Bar an! Ansonsten bin ich ein Fan des Werk21, der Grabenhalle St. Gallen, der Conrad Sohm in Dornbirn und für akustische Klänge ist das Viertel in Trogen ein Geheimtipp.

Was nervt dich am Schweizer Musikbusiness und was würdest du ändern?
Ich finde, dass die kulturellen Fördergelder anders verteilt werden müssten. Musiker verdienen kaum mehr Geld mit der Musik, da keine physischen Tonträger mehr verkauft werden und Streamingdienste zu wenig abwerfen. Somit müssten Musiker theoretisch mehr Gagen verlangen, was wiederum den Locations auf den Magen schlägt. Wenn es den Locations nicht gut geht, so werden sie geschlossen und die Musiker können nicht mehr auftreten.

Denkst du, dass Schweizer Musiker genügend Anerkennung bekommen?
Hm, am Musikbusiness nervt mich einerseits, dass kaum neue Bands eine Chance erhalten, diverse Awards zu gewinnen. Wenn ich mir die Swiss Music Award-Kandidaten ansehe, wird mir schlecht. Es sind immer die gleichen Acts, die von grösseren Plattenfirmen gesponsert werden und wohl auch einfach mit einer Best-Of der Best-Of-Platte auf dieser Liste stehen würde. Man schenkt den kleinen Labels immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit, obwohl das in den letzten Jahren ein wenig geändert hat wie es beispielsweise Radicalis Music oder Coldkings bewiesen haben.

Spielst du selber auch in einer Band oder machst du sonst Musik?
Mein letztes Instrument, welches ich gespielt hatte, war in der 2. Primarklasse die Blockflöte und ich habe es gehasst. Manchmal bereue ich diese Entscheidung, doch andersrum muss ich sagen, hätte ich wohl keine Geduld eines zu erlernen. Ich konzentriere mich eher auf den administrativen Beitrag den ich für die Musikwelt leisten kann.

Was hältst du von Streaming Diensten wie Spotify etc. und machst du davon Gebrauch?
Selbst nutze ich Spotify sehr oft, obwohl ich auch ein Fan von Bandcamp bin, weil ich dort die Musik, die ich brauche, gleich zu fairen Preisen downloaden kann. Tools wie Spotify finde ich aber für die heutige Musikwelt sehr wichtig, da man eine viel grössere Bandbreite an Bands hat, die man sich anhören und kennen lernen kann. Das Bands nur einen Bruchteil an Streaming-Diensten verdienen ist wiederum das andere. Je mehr jedoch deine Mukke kennen und dann an deine Shows kommen, so steigt die Chance wiederum Merchandise zu verkaufen.

Was hältst du von Instagram, Snapchat, Twitter und Co.?
Social Media gehört heutzutage zum alltäglichen Leben der Menschen dazu. Ich finde aber, dass diese Medien einen zu grossen Stellenwert in unserem Leben eingenommen haben. Durch das Smartphone hat sich das Leben um 180 Grad verändert und man muss 24/7 für jeden erreichbar sein. In erster Linie merken wir das erst gar nicht, doch achtet mal darauf wenn ihr nächstes Mal mit Freunden weggeht und zählt die Male, in dem sie auf ihre Smartphones starren um zu sehen, ob sich jemand gemeldet hat, oder einfach mal kurz ihre Chronik checken. Ich selbst arbeite ja täglich mit Social Media und auch mein Abnehmprojekt hat seinen Reiz, da ich über diese Medien sehr viele fremde Menschen ansprechen kann, doch werde ich meine Aktivitäten zukünftig gering halten, so dass ich Dinge im Leben wieder geniessen kann. Familie, Freunde, Natur, usw. Mein Tipp an euch daher: Verbringt jeweils einen Tag in der Woche, wo ihr einfach mal LEBT und das Smartphone auf der Seite lässt. Ihr werdet überrascht sein, wie schön das Leben doch auch ohne Instagram, Snapchat, Twitter und Co. sein kann.