Review: Smile And Burn – Get Better, Get Worse

© Max Threlfall

Die hart arbeitenden Berliner von Smile And Burn sind endlich mit einer neuen Scheibe zurück. „Get Better, Get Worse“ ist bereits ihr viertes Album. Wären die letzten Platten „Action, Action“ und „We didn’t even fight yet“ eine Party, setzt nun langsam der Kater ein – etwas ruhiger, nachdenklicher, hymnischer und etwas mehr Indie Einflüsse. Die Tour mit den Donots hat wohl Spuren hinterlassen. Nach acht Jahren Bandgeschichte und fast 300 Shows könnte ihnen damit nun endlich der grosse Wurf und der Sprung auf grössere Bühnen gelungen sein.

Die Scheibe beginnt gleich mit einem rotzigen, Mitten-in-die-Fresse-Song. „Not Happy“ geht an all die Menschen, die vor lauter Geltungsdrang ausser Prestige nichts vorzuweisen haben: „Fueled by prestige you rule the airwaves with all the knowledge no one else has. too few crowns for too many kings, too many truths that prophets bring“. Der Track ist so energiegeladen und dreckig, wie man es eigentlich von ihnen gewöhnt ist. Es ist der Vorzeige-Punkrock-Song des Albums und distanziert sich stilmässig sehr vom Rest der Platte. Bereits der nächste Titel „Bye Bye Perfect“ schaltet einen Gang zurück und überzeugt in voller Linie mit Ohrwurmcharakter und einem Refrain à la Sparta. Smile and Burn verabschieden sich damit wohl von ihrem jahrelangen Streben nach Perfektion. Gemäss Sänger Sören ist ihre Philosophie „Punk“ und da ist nichts perfekt.

Die erste Single Good Enough“ macht genau so weiter. Der versöhnende Refrain mit allerhöchstem Mitgröhlfaktor „I am failure, I am flawed, not sure if we can make it, I am fine for now“ gepaart mit dem bassgetriebenen, eher ruhig gehaltenen Charakter, kann am besten als „Heartcore“ bezeichnet werden. „Good Enough“ ist eine Hymne, die in Zukunft in keinem Set fehlen darf und Potenzial zu einem Publikumsliebling hat. Obwohl sie vielfach in einem Atemzug mit Bands wie Donots oder den Beatsteaks genannt werden, waren Smile And Burn noch nie so nahe am amerikanischen Orgcore.

Mit ihrer neusten Scheibe gelingt ihnen eine Weiterentwicklung die sich hören lassen kann. Nicht zuletzt, weil sie es schaffen, Einflüsse von Sparta, Apologies, I have none, The Draft und Anti-Flag zu einem homogenen Ganzen zu verschmelzen, sondern auch weil sich schon lange kein Album mehr so ehrlich und frisch angehört hat und sogar – auch wenn er aus dieser Stadt in Footlose kommt – Nick Miller dazu sein Tanzbein schwingen würde.

Am 17. März habt ihr die Chance euch selbst zu überzeugen ob die Maxime ihres Bookers „Ihr seid nicht perfekt auf der Bühne, aber ihr tretet einfach derbe durch den Tisch“ stimmt, denn Smile And Burn beehren uns in Rorschach am Sing And Play Festival.

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VÖ: 03.02.2017

Not Happy
Bye Bye Perfect
Good Enough
Lie to Me
Running on Edges
One Step Forward
All Be Okay
Home
Nowhere Near You
Suitcase