Review: The Menzingers – After the Party

Ok, ja, ich geb es zu… ICH LIEBE DIE MENZINGERS. Der Band habe ich sehr viel zu verdanken. Als DJ, der gerne Underground Bands auflegte, fand ich mit der Band ein paar der besten Freunde, die man sich vorstellen kann. Ebenso werde ich nie mehr den Montag, 15. Juli 2013 vergessen, als ich kurzfristig die Menzingers für eine Show im Rümpeltum St. Gallen buchen konnte. Es war wohl die energiegeladenste Show in meiner Veranstalterkarriere.

Nun, was halte ich denn von „After The Party„, dem neuen Album, das am 3. Februar 2017 rausgekommen ist?! Wer sich die Menzingers schon länger anhört, der weiss, dass sich die Alben jeweils sehr unterschiedlich anhören. War „A Lesson In The Abuse Of Information Technology“ noch eine schnelle Punk-Platte, so merkte man schon bei „Chamberlain Waits“, dass die Richtung der Menzingers in Richtung Melodic-Pop-Punk gehen wird. Als im Jahre 2012 dann „On The Impossible Past“, mein wohl auf Lebzeiten Lieblingsalbum #1 rauskam, dachte man, das die Band diesen Weg noch weiter verfolgen wird. Mit „Rented World“ kam anschliessend eine Mixed Platte aus schnellen Punk-Rock-Tunes und ruhigen Balladen.

Doch was hat „After The Party“ zu bieten? Das neue Meisterwerk der Menzingers, dies mal vorweg, enthält 44 Minuten Abwechslung, Power und macht einfach Spass! Mit „Tellin‘ Lies“ beginnt die Platte mit einem rockigen Intro und endet in einer recht fetzigen Punk-Nummer. Als mit „Thick as Thieves“ eine sehr Alternativ-Rock angehauchte Nummer anfängt, beginne ich automatisch mit dem Kopf zu nicken und mit meinen Füssen zu wippen. Ein Kribbeln geht durch meinen Körper und die Melodie lässt mich nicht mehr los. „Lookers“ ist ein Song, der vom ehemaligen Aussehen des Sängers und seiner Julie erzählt „Lost in a picture frame. The way our bodies used to behave. The way we smiled in the moment. Before they permanently froze, but that was the old me and you. When we were both lookers„. Ein sehr eingängiger Song, der zum Mitsingen einlädt. Danach wechselt das Album zwischen Balladen, Rock’n’Roll- und Indie-Songs ein wenig ab, wobei aber immer eine Prise Punk-Rock in den Stücken zu erkennen ist.

Mit dem Titeltrack „After The Party“ kommt das Album zu einem Ende, das mich textlich enorm anspricht. Wenn man die Jungs persönlich ein wenig kennt, erkennt man sie in den Texten total wieder, da sie in den letzten Jahren doch schon einige grössere Festivals gespielt und einen Status erreicht haben, der sich sehen lässt. Dennoch bleiben sie auf dem Boden und singen dazu: „Everybody wants to get famous, but you just want to dance in a basement. You don’t care if anyone is watching. Just as long as you stay in motion„.

Mein Fazit zu „After The Party“ von The Menzingers: Irgendwie hat man das Gefühl, dass sich die Band mit Ihren letzten beiden Alben ein wenig zu weit von ihrem eigentlichen Stil entfernt hatte und man versuchte, einen gemeinsamen Nenner zwischen den alten Punk-Rock-Hits und dem eher poppigen, neueren Material zu finden. Das ist insofern gelungen, da „After the Party“ ein abwechslungsreiches Werk aus melodiösen Punkrock, Alternativ-Rock, Rock’n’Roll und Indie Nummern geworden ist und ich jedem ans Herz legen kann!

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Tracklist:

Tellin‘ Lies
Thick As Thieves
Lookers
Midwestern States
Charlie’s Army
House On Fire
Black Mass
Boy Blue
Bad Catholics
Your Wild Years
The Bars
After The Party
Livin‘ Ain’t Easy