09.02.2017 – You Are Part Of This Tour

Im Rahmen der „Your Are Part Of This!“-Tour waren am Donnerstag nicht drei, vier oder fünf, sondern ganze sechs Bands im Dynamo Saal anzutreffen. Zusammengetrommelt wurden sie aus Australien, Kanada, Portugal und den USA. Also eine gewaltige Ladung Hardcore für einen langweiligen Wochentag.

Den Anfang machten Reality Slap aus Lissabon. Obwohl der Beginn für sechs Uhr angekündigt war, spielte das Quintett schon eine Viertelstunde früher, weswegen wir sie komplett verpasst haben. Das fand ich ziemlich schade, denn die Jungs hätte ich gerne live gesehen. Sie selbst beschreiben ihren Stil als eine Mischung aus der Aggressivität des Old-School und dem Groove des modernen Hardcores.

Die erste Band die wir sahen, waren Get The Shot. Der Abend war wohl noch ein bisschen zu jung für die meisten Besucher, weswegen viele von ihnen noch nicht einmal an der Venue angelangt waren. Trotz des eher spärlichen Publikumes gaben Get The Shot Vollgas. Und bewiesen wie gut sich Hardcore mit Trashmetal verbinden lässt. Gespickt mit den üblichen, und dafür liebe ich den Hardcore, Anti-Rassismus- und Seid-nett-zueinander-Parolen.

Als nächstes stürmten Hellions die Bühne. Wohl die seltsamste Band des Abends. Irgendwie passte kein Mitglied zum anderen, aber musikalisch funktionierte alles einwandfrei. Die Musikrichtung genauer zu beschreiben wird wohl recht schwierig, da es teilweise auch sehr sphärisch wurde. Und sie spielten auch den einzigen längeren Instrumentalpart des Abend. Für experimentierfreudige Musikliebhaber sicher ein Reinhören wert. Das Einzige, was ich nicht verstanden habe, waren die Ansagen von Dre Faivre. Der sydneyische Akzent war wohl einfach zu stark.

Abgelöst wurden sie von First Blood. Welche ihren eigenen Merch auf der Bühne trugen. Was ich schon ein bisschen seltsam finde. Und was noch ein bisschen eingebildeter wirkt, wenn man das aktuelle Album „First Blood Rules“ tauft und dieser Schriftzug riesig auf dem Rücken prangert. Aber wieso sollten wir uns auch von Äusserlichkeiten ablkenken lassen. Denn abgesehen davon haben die vier Herren so richtig reingehauen. Mit ihrem fadengeraden Hardcore haben sie das, nun stetig grösser werdende, Publikum innert kürzester Zeit überzeugt.

Es war inzwischen so gegen neun Uhr, als Comeback Kid auf die Bühne kamen. Und dann ging es nicht einmal zwei Sekunden, bis das Publikum und die Band miteinander warm wurden. Es wurde mitgesungen und so richtig abgefeiert. Die Kanadier lieferten einen Totalabriss. Und man merke wie sehr sie sich über das Publikum freuten. Die Singalongparts frassen sich, wie Ohrwürmer das nun mal so tun, im Eiltempo in meine Gehörgänge ein. Definitiv eine dieser Ich-wünschte-ich-hätte-sie-vor-dem-Konzert-schon-besser-gekannt-Bands.

Den krönenden Abschluss gaben Deez Nuts. Wir standen inzwischen ziemlich weit hinten, weil kaputt, aber an der Menge der herum fliegenden Beinen und Crowdsurfer zu Urteilen ging es in vor der Bühne mächtig ab. Die Australier hauten einen um den anderen bekannten Songs raus, waren zu Spässchen aufgelegt und standen noch relativ gerade auf der Bühne. Sie spielten eine gute Mischung aus alten und neuen Songs, und gaben auch ein bisschen was vom neusten Album preis. Nach einer sehr kurzen Zugabe war das Konzert um halb Elf auch schon wieder vorbei.

Alle Bands passten ausgezeichnet zueinander, die Spielzeiten waren zwar kurz, aber bei sechs Bands durchaus gut gewählt. An der Soundtechnik hatte ich nichts auszusetzen, der Klang war klar und einwandfrei. Für das Zeitmanagement muss ich das Dynamo an dieser Stelle loben. Es gibt selten Konzerte, die ich so entspannt bis zum Ende geniessen kann, ohne mich von der Heimreisemöglichkeit stressen zu lassen. Hut ab. Und auf ein baldiges Wiedersehen!