So war’s bei Touché Amoré am 11.02.2017

Hach, was für ein schöner Abend! Man kann von überpathetischem Weltschmerz sprechen, aber man kann es auch einfach schonungslose Ehrlichkeit nennen, was Touché Amoré mit ihrer Musik zelebrieren. Dass sich auf Platte jeweils eine ganz eigene Welt entfaltet, ist ja hinlänglich bekannt und auch das Live-Erlebnis soll eher etwas vom besseren dieser Welt sein; höchste Zeit also, dass man auch in hiesigen Gefilden dies wieder erleben durfte – am 11.02.2017 im Dynamo.

Als Opener waren Swain an der Reihe. Mir leider – wie sich herausstellen sollte – komplett unbekannt, zelebrierten die vier Jungs ein hypnotisches Set aus Grunge, Punk, selbstvergessenen Melodien und positiver Message – gegen Sexismus, Homo- und Transphobie, danke dafür! Ja, und eben, die Musik ist auch super, klar, da wird viel Richtung 90er-Jahre geschielt, aber genügend eigene Note und vorallem packende Songs! Gebt Euch!

Weiter ging’s mit Angel Du$t, bei denen vom ersten Ton an die Post abging, anders kann man es nicht sagen. Stagedives, friedliches Pogotanzen, ganz viel Mitsingen in den vorderen Reihen und eine Band, die auf der Bühne so unprätentios wie ihre Musik daherkommt. Hat mir zwar ein bisschen weniger gefallen als Swain, aber ist halt Geschmackssache.

Tja, und dann als Krönung (des Abends? der Schöpfung? der Evolution?): Touché Amoré. Wer rawk.ch ein bisschen verfolgt hat, der erinnert sich nun: „Ist der Name Touché Amoré nicht bei der Best Of 2016 mindestens einmal gefallen? Doch, doch, das war doch so!“ „Stage Four“ ist eben auch ein Über-Album! Von diesem kamen dann auch nicht wenige Songs, doch bei dem durchwegs auch Über-Backkatalog der Amis musste natürlich auch Raum bleiben für Material aus eher länger zurück liegenden Alben. Abgefeiert wurde eh alles, mitgesungen wurde alles und gestagedivet wurde auch zu Allem. Ich wüsste nicht, wer im ausverkauften Werk21 hier unglücklich nach Hause gehen konnte, so wunderbar schön war’s. Mir fehlen ehrlich gesagt immer noch ein bisschen die Worte. So wie Frontmann Jeremy Bolm, als die Band für eine zweite, ungeplante – „which song do you wanna hear?“ – Zugabe nochmals auf die Bühne kommt, nochmals alles zum bersten bringt. Bitte schnell wieder.