So war’s bei Me First And The Gimme Gimmes am 17.02.2017

Endlich spielen die Gimme Gimmes mal wieder eine Headlineshow in unseren Breitengraden! Das letzte Mal sah ich die Supergroup um den ehemaligen Swingin‘ Utters Basser Spike Slawson als Vorband von Social Distortion im Komplex. Leider waren weder sie noch Masked Intruder in der Normalbesetzung unterwegs.

Wir kamen  – einmal mehr – etwas zu spät im Kofmehl an und Walking With Ghosts haben bereits die ersten paar Songs hinter sich gebracht. Obwohl es vor der Bühne noch ziemlich wenige Leute hatte, war die Band in Topstimmung. Sven – der Sänger – hat das Mikro immer wieder ins Publikum gehalten und alle anwesenden zum Mitsingen animiert. Funktionierte leider nicht ganz. Der Sound war ziemlich schlecht abgemischt und so hörte man leider kaum etwas anderes als die Bassdrum.

Als nächstes standen Masked Intruder auf dem Programm. Erin, die Co-Inhaberin von Fat Wreck Chords, sagte in einem Interview einmal: “My daughter doesn’t listen to Taylor Swift or Keisha or whatever it is kids listen to today. She always wants me to play Masked Intruder.” Das natürlich zu Recht! Sie spielen erstklassigen Pop-Punk mit sarkastischen Lyrics. Dazu gibt es kaum eine Liveband die so viel Spass macht. Wer hinter der Band steckt, weiss niemand, denn sie treten stets maskiert auf. An dieser Show alle, ausser der Gitarristin, denn der reguläre Gitarrist (Intruder Green) ist gemäss Intruder Blue momentan im Knast. Dabei hatten sie natürlich wieder ihren eigenen Polizisten, der von der Band stets fertig gemacht wurde und der während dem Set ins Publikum sprang und mit ein paar Besucherinnen tanzte. Er ging so ab, bis er schliesslich nur noch im Tanga auf der Bühne stand. Auch Masked Intruder waren in grossartiger Stimmung und konnten das Publikum vor dem Headliner richtig anheizen.

Die Meute tobte, als die Gimme Gimmes endlich die Bühne enterten und es schien schlagartig etwa zehn Mal mehr Leute zu haben. Leider war Fat Mike auch auf dieser Europatour einmal mehr nicht dabei. Ersatz am Bass für ihn war Jay Bentley von Bad Religion. Dem Publikum war das egal. Das Set wurde eröffnet mit dem George Gershwin Klassiker „Summertime“. Je bekannter die Songs waren, desto weniger hörte man Spike singen. Als dann Country Roads – von einer Freundin fälschlicherweise als Brokeback Mountain betitelt –  kam, wurde er vom Publikum so übertönt, dass man seine Stimme überhaupt nicht mehr hörte. Ob Elton John (I’m A Rocket Man), Barry Manilow (Mandy) oder Dolly Parton (Jolene) – alles wurde gecovert und Spike sagte immer wieder „This next one’s a cover!“ Sogar „Helden“, die deutsche Version vom David Bowie Klassiker, wurde auf der Ukulele gespielt. Bei „I Will Survive“ bekamen wir dann noch die Chance, unsere innere Diva rauszulassen (Zitat Spike).

Leider war der ganze Spass viel zu schnell wieder vorbei. Es war einmal mehr ein gelungener Abend mit Me First And The Gimme Gimmes. Uns wurde an diesem Abend eine Punkrock Show geboten wie sie im Bilderbuch steht. Sodass man wegen der schlechten Abmischung am Anfang ein Auge zudrücken darf.  Wer Me First And The Gimme Gimmes verpasste, hat im Sommer die Chance, dies am Greenfield Festival nachzuholen.