5 Fragen an Malico

Malico

Heute möchten wir euch ein für rawk.ch eher untypisches Genre näher bringen: Funk! Die Tatsache, dass Malico auch ohne Gitarren auskommen, macht es sogar noch exotischer. Aber wir sind ja durchaus immer offen für neue Klänge. Und Bands, die stets mit Herzblut bei der Sache sind haben ein Plätzchen auf unserem Portal verdient.

Malico, das sind die zwei Bassisten Hans-Jürg Kleine und Marcel von Mentlen, der Schlagzeuger Roman Hulliger und Sängerin Janine Hulliger. Alle vier Namen tauchen in der Schweizer Musiklandschaft nicht zum ersten Mal auf. Marcel war unter anderem mit Hannery Amman unterwegs, Hans-Jürg hat schon mit der Rock-Band Kaktus eine Platte eingespielt, Roman trommelte bereits bei der Progrock-Band Liquid Rain und Janine stand früher bei Symphonic Metal- und Rock-Bands am Mikrofon. Um die vier Musiker mit so unterschiedlichen musikalischen Einflüssen etwas besser kennenzulernen, haben wir ihnen fünf Fragen gestellt:

Ihr seid ja altersmässig bunt gemischt. Wie habt ihr euch als Band zusammengefunden?
Marcel war schon länger auf der Suche nach Musikern für sein Band-Projekt. Durch ein Inserat im Internet meldete sich Jüre bei ihm. Das Inserat, dass ein Bassist einen anderen Bassisten zwecks Bandgründung sucht, war so aussergewöhnlich, dass Jüre sich einfach melden musste, obwohl er bereits in zwei Bands engagiert war. Die erste Session bei Marcel zuhause bestand aus vielen Gesprächen und ganz wenig Zusammenspielen. Die Chemie stimmte und man beschloss, gemeinsam das Projekt “Malico” anzupacken. Ebenfalls durch ein Inserat stiess Janine, die Sängerin, zur Band. Mit ihrer Stimme und auch mit ihrer Persönlichkeit hat sie die beiden Bassisten sofort überzeugt. Im Herbst 2016 liess sich innert sehr kurzer Zeit Ersatz für den bestehenden Schlagzeuger finden, der sich sehen lässt. Roman, dem Bruder von Janine, gelang es, sich so schnell einzuarbeiten, dass kein Konzert abgesagt werden musste.

Zwei Bässe und keine Gitarre – woher kommt’s und stand ein Gitarrist oder eine Gitarristin nie zur Diskussion?
Nein, das Konzept war von Anfang an “no guitars”. Nicht, dass wir Gitarristinnen oder Gitarristen nicht mögen, aber wir wollten wirklich von Anfang an mit zwei Bässen spielen. Okay, wir spielen unsere Sechssaiter-Bässe zum Teil fast wie Gitarren… Anfangs hatten wir noch die Idee, ein Keyboard zu integrieren, aber als es mit den beiden Bässen so gut funktionierte, wurde sie verworfen. Durch das kompakte Line-up ist auch der Aufwand für Konzerte sehr reduziert. Wie auch das E-Drum, spielen wir beide Bässe ab dem Effektgerät stereo direkt ins Mischpult. Fürs Monitoring setzen wir auf In-Ear-Systeme. So passt alles in zwei Kombis. Wenn es sein muss, können wir in Zimmerlautstärke spielen.

Wie funktioniert ihr als Band? Also wer macht was und wodurch lasst ihr euch beim Songwriting inspirieren?
Marcel schreibt die Songs und bereitet sie zusammen mit Jüre vor. So sind die Bässe schon abgestimmt, wenn die Songs das erste Mal mit der gesamten Band angeschaut werden. Gemeinsam wird dann das finale Arrangement erstellt. Danach macht sich Janine hinter die Gesangslinie und den Text. Sie lässt sich durch Erlebnisse aus ihrem Alltag inspirieren. Anfangs war es für sie eine Herausforderung, sich an die tiefen Bassfrequenzen zu gewöhnen und die Harmonien richtig herauszuhören.

Was ist eure Meinung zum aktuellen Schweizer Musikbusiness?
Für unbekanntere,  junge Bands ist es schwierig, zu Auftritten und viel Publikum zu kommen. Veranstalter setzen oft auf bekannte Namen, die dann auch viele Leute anziehen sollen. Trotzdem konnten wir letztes Jahr zahlreiche Konzerte spielen und haben auch für dieses Jahr schon einige Buchungen. Wir bleiben dran und wollen mit möglichst viel Bühnenpräsenz unsere Bekanntheit weiter steigern. Finanziell springt für uns bei unseren Konzerten meist nicht sehr viel raus (Doordeal oder Kollekte). Wichtiger ist für uns jedoch der Spass am Musik machen und damit unserem Publikum eine Freude zu bereiten.

Was sind eure Wünsche oder Ziele für die nahe Zukunft?
Wir lieben es, Konzerte zu spielen. Da wir alle voll arbeiten, Familie haben und zum Teil noch eine Zweitausbildung machen, sind zwanzig Konzerte pro Jahr die Obergrenze. Bis im Sommer ziehen wir uns ins Studio zurück, um ein paar neue repräsentative Aufnahmen zu machen. So können die Veranstalter hören, was sie erwartet. Natürlich sind wir weiterhin in den sozialen Medien aktiv, um uns einem breiteren Publikum vorzustellen und die Leute zu motivieren, unsere Konzerte zu besuchen.

Konzertdaten
31.03.2017 – O’Neills Irish Pub, Basel
10.06.2017 – La Chiquita Bar Café, Riedholz (SO)

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Foto: Malico (v.l. Hans-Jürg, Janine, Roman, Marcel)