Invoker – Four Wall Nightmare: Wir haben gleich zwei Reviews für euch!

Heute beglücken oder überhäufen wir euch mit gleich zwei Album-Reviews für das neue Werk „Four Wall Nightmare“ von Invoker. Wie bereits erwähnt, hat sich Sören von Smile And Burn der Musik der Luzerner angenommen. Seine Meinung dazu findet ihr gleich nachfolgend und etwas weiter unten gibt noch unser Miguel seinen Senf dazu. Viel Spass!

Review von Sören von Smile And Burn:
Meine Freundin kam gerade in den Raum und fragt mich, warum ich schon wieder Comeback Kid höre. Viel mehr ist dem eigentlich nicht hinzuzufügen, alles anscheinend irgendwie richtig gemacht.

Aufgefallen ist mir hier vor allem die erste Hälfte vom Song „Asleep“, die für mich die wichtigsten Teile eines guten Hardcore Songs am Tisch direkt versammelt hat: Am Anfang den ganz klassischen simplen Hardcore-Beat ohne unnötige Schnörkel, geradeaus immer dem Two Step dienend, die Gitarren reiten schön auf dem gedroppten D oder Cis und dann geht das Ganze wunderbar auf in eine zweistimmige Melodie – „Twin Guitars“ wie der Fachmann sagen würde. Als Sahnehäubchen dann noch die schnellen 16tel in der hohen Lage, wir nennen das „den Griechen“, weil dieses schnelle Gefuddel im Sirtaki perfektioniert wurde (und wahrscheinlich auch erfunden).

Die Band zeigt also mit welchem Besteck sie ihr Essen bearbeiten kann und das ist legitim, hat nen fetten Sound und wenn Everytime I Die plötzlich anfangen, Countrymusic zu schreiben, hätte man nichts verloren.

Text: Sören von Smile And Burn in Zusammenarbeit mit Uncle M.

Und hier die Meinung von unserem Miguel:
Lozärn ist nicht gerade die Hochburg der Schweizer Hardcore-Szene, umso schöner ist es wenn mal wieder ein Output aus der Zentralschweiz kommt. Die Jungs von Invoker bringen am 3. März 2017 ihren Erstling „Four Wall Nightmare“ raus und mir wurde die Ehre zuteil, euch zum Release meine Meinung zu pauken.

Schon beim Opener „Slave“ wird schnell klar, womit man es hier zu tun bekommt. Schwere Melodien, markdurchdringende Shouts in Kombination mit den melancholischen, teils schon fast depressiv angehauchten Texten zu Themen wie Liebeskummer und Selbsthass – ein regelrechter Sadboy-Epos. Auf dieser Schiene fahren die fünf Luzerner gekonnt weiter, sei es beim ruhigeren „Glass“ oder dem darauffolgenden Meisterwerk „Haunt Me“ dem Shaun Milton (Landscapes) noch den letzten gesanglichen Schliff verpasst hat. Die fünf Jungs kreiern eine faszinierende Stimmung, die einen, ob man es will oder nicht, einfach berührt. Vor allem „Death Wish“ hat es mir in dieser Hinsicht völlig angetan, ganz besonders Textzeilen wie „I’m waking up every single day with a death wish“ gehen schlicht unter die Haut. Und auch wenn mich diese pseudo-poetischen Reden in Kombination mit Musik meist nerven, muss ich sagen dass „Idyll“ ein sehr gelungenes Beispiel für diesen sonst sehr mühsamen Trend ist.

Das Debüt der Luzerner besticht durch schwere Melodien und sehr eingängiges Songwriting. Ein früher Anwärter für meine diesjährige Top 3, und auch wenn ich mich immer wie mehr vom Melodic-Hardcore entfernt habe, muss ich sagen dass  Invoker ein beeindruckendes Meisterwerk kreiert haben.


VÖ: 03.03.2017

Slave
Waste
Lost
Alone
Glass
Haunt Me
Death Wish
Idyll
Asleep
Awake

„Four Wall Nightmare“ wird übrigens am 11. März in Luzern gebührend getauft. Mehr Infos dazu gibt es HIER.