04.03.2017 – Hardcore im Graffiti Bern

Noch ziemlich angeschlagen von der Fasnacht stieg ich am Samstag im sonnigen Luzern in den Zug ein und im regnerischen Bern wieder aus. Umso überraschter war ich, die vielen verkleideten Gestalten zu sehen. Als ignorante Urluzernerin war mir natürlich nicht bewusst, dass Bern erst nach Luzern Fasnacht feiert. Aber das tut jetzt ja auch nichts zur Sache. An diesem Abend stand nicht Guggenmusik, sondern Hardcore auf dem Plan. Wir waren ein bisschen früh im Graffiti, aber mit den bequemen Sofaecken und sympatischen, gleich frisierten Barkeepern liess sich die Zeit gut vertreiben.

Pünktlich um Acht ging es mit Horace los. Es waren noch nicht allzu viele Zuschauer eingetrudelt, aber die Jungs aus Bern gaben trotzdem Vollgas. Mit angepissten Lyrics und 80er-Jahre-Hardcore, laut dem Veranstalter Radio Riot. Ich habe kein Wort verstanden, weswegen ich das nicht bestätigen kann, aber die Mucke war richtig gut. Der Sound war richtig gut aufeinander abgestimmt, obwohl das Lokal doch ziemlich klein und das Konzert nach 40 Minuten trotzdem irgendwie zu früh fertig war.

Jeweils zur vollen Stunde begann das nächste Konzert. Um Neun stürmten die The Giving die Bühne. Diesmal war der Sound ein bisschen weniger gut abgemischt, aber das konnten die Fünf mit ihrem Können wieder wett machen. Inzwischen waren auch schon ein bisschen mehr Leute eingetrudelt und zum melodischen Hardcore wurden ordentlich die Köpfe geschüttelt. Der kleine Veranstaltungsraum wurde langsam zur Sauna und ich war froh, nach dem Konzert an der Bar ein bisschen auskühlen zu können.

Um Zehn waren Invoker an der Reihe. Das war das erste Mal, das ich die Jungs live gesehen habe. Sorry Andy, aber ich mach’s nächste Woche bei der Plattentaufe wieder gut. Für alle die Invoker noch nicht kennen, die Jungs spielen Melodic Hardcore und das mächtig gut. Irgendwie sphärisch und irgendwie straight in your face. Dem langsam grösser werdenden Publikum hat’s ebenfalls sichtlich gefallen. Pünktlich um Viertel vor Elf wurde aus versehen das grosse Licht angeschaltet und die Besucher wieder in die Bar in der oberen Etage getrieben.

Als letztes waren Insanity an der Reihe. Wir waren ein bisschen zu früh im Konzertsäälchen, aber ich fand auch den Soundcheck ziemlich lustig. Der Saal füllte sich anschliessend sehr schnell. Es wurde ordentlich gemosht und die Bühne platzte aus allen Nähten. Wer Insanity kennt, weiss was man von ihrem NY HC und den Liveshows erwarten kann, und das lieferten sie auch ab. Eine gute Mischung aus alten Liedern und Songs vom kommenden Album – mitsingen konnten wir so oder so. Meine Erkältung hatte schliesslich genug Konzert für einen Abend und wir gingen ein bisschen vor Ende des Konzertes. Die Jungs spielen im April in Japan und Korea, was mir dann doch ein bisschen zu weit weg ist. Aber wir sehen uns dann im Mai wieder und dann bleib ich auch bis zum Ende. Versprochen.

Abgesehen von meinen Fasnachtsnachwehen war der Abend durchgehend gut gestaltet. Die Organisation und das Timing funktionierte einwandfrei, die Location ist zwar klein, dafür sehr gemütlich und die Bands haben ohne Ausnahme ordentlich abgeliefert. Kann man gerne wiederholen!