11.03.2017 – “Four Wall Nightmare” Plattentaufe von Invoker

Am Samstagabend war ich voller Elan auf dem Weg ins Treibhaus. Einerseits weil ich immer noch heillos begeistert war vom neuen Video von Defender und andererseits, weil ich Invoker eine Woche zuvor schon im Graffiti in Bern total abgefeiert hatte. Dass das Treibhaus in Luzern ist und ich somit nur eine halbe Stunde Reisezeit hatte, war noch das Tüpfchen auf dem i.

Der Abend startete ein bisschen verspätet mit Defender – Hardcore aus dem Aargau mitten in Luzern. Es waren noch nicht so viele Leute eingetrudelt, aber das schien die Jungs nicht zu stören. Sie gaben alles. Die Setliste war eine gute Mischung aus altbekannten und noch unveröffentlichten Songs vom kommenden Album, inklusive Guest Vocals von Invoker-Sänger David.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Plattentaufe und das Album in zwei Wochen. Das Konzert war meiner Meinung nach ein bisschen kurz geraten, aber es war ein schöner und repräsentativer Einstieg in den Abend.

Als nächstes waren Cold Reading an der Reihe. Und die hatten scheinbar am Anfang einen kleineren Kulturschock und wussten nicht so genau, was sie uns zwischen den Songs erzählen sollten. Aber schon nach dem zweiten Song hatte sich dieser auch wieder gelegt.

Sie waren mit ihrem Indie-Emo-Sound auf jeden Fall die Exoten des Abends. Das tat der ganzen Sache aber keinen Abriss und ich wurde komplett in die Musik reingezogen. Und als am Ende noch vom Publikum voller Inbrunst mitgesungen wurde, war’s um mich geschehen. Wie schon am letzten Konzert von ihnen fragte ich mich danach, wieso ich eigentlich sonst so wenig Cold Reading höre. Das werde ich auf jeden Fall ändern.

Immer noch mit einer leichten Verzögerung fingen Invoker schliesslich an. Leider spielte die Technik am Anfang nicht ganz mit, aber das Problem wurde dann relativ schnell behoben. Wie ich schon im letzten Bericht geschrieben habe, die fünf Herren haben Power. Ihr Modern-Hardcore ist brutal ehrlich und ihre neu getaufte Scheibe „Four Wall Nightmare“ eine Wucht – kann ich jetzt nicht anders sagen. Die Taufe ist mir echt eingefahren. Alle Bands wurden dann auf die Bühne gebeten und die Scheibe wurde, wie das echt harte Kerle so machen, mit Moscato getauft. Natürlich kam das Publikum auch nicht zu kurz und eine signierte Testpressung der erste Platte wurde als kleines Dankeschön verschenkt – an eine glückliche Gewinnerin, die es als erste und innerhalb von gefühlten 0.2 Sekunden auf die Schultern eines Freundes geschafft hatte. Ein paar Songs und Guest Vocals später verliessen alle ausser Sänger David, der sich hingekniet hatte, die Bühne. Einen Moment später kam der Rest mit einem Banner mit der Aufschrift „Help each other“ zurück auf die Bühne. (Bild oben)

David hielt eine kurze, aber sehr emotionale Rede über Depressionen und Angstzustände. Und die wurde mit ordentlich Applaus auch gebührend unterstrichen. So viel ehrliche Emotionen hätte ich niemals erwartet. Aber danke dafür, es hat mich sehr gerührt. 

Alles in allem war es ein sehr toller Abend. Die Bands waren eine super Kombination und die Feierlaune trotz ernsteren Momenten hoch. Ausserdem hatten wir quasi eine kleine Rawkzusammenkunft und ich musste nicht konstant die Zeit, wegen der Heimreise, im Auge behalten. Das Konzert wird mir sicher noch lange im Kopf bleiben. Deswegen herzlichen Dank an Hundredandone für die Organisation.

Fotos: Kim Schärer