18.03.2017 – Tarja begeisterte im Kofmehl Solothurn

Tarja - www.kofmehl.net

Am Samstag, 18. März ging es wieder einmal Richtung Solothurn in meine Lieblingslocation, das Kofmehl. Zu Weihnachten habe ich einer lieben Person eine grosse Freude gemacht und ihr Tickets für das Tarja Konzert geschenkt. Ich persönlich habe mich noch nie mit ihrer Musik auseinandergesetzt und hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde.

Den Abend eröffnet haben Skinflint aus Botswana. Ich glaube nicht, dass ich schon mal eine Metalband aus Botswana live erlebt habe. Das Trio mit einer Dame am Schlagzeug spielte sein Set in einer bereits sehr gut gefüllten Kofmehl Halle. Musikalisch konnten sie mich nicht vollumfänglich abholen, das war alles zu wenig auf den Punkt. Aber sympathisch waren die drei allemal.

Mit My Own Ghost als zweiter Support Act wurde musikalisch wie auch stimmlich schon einiges mehr geboten. Die Truppe aus Luxemburg überzeugte mit schönen Melodien und Sängerin Julie hat eine richtig starke Stimme. Auf Dauer etwas hoch für meinen Geschmack, aber die Töne sitzen und ihr quirliges, von Allüren befreites Auftreten liess den Funken auf das Publikum überspringen. Als Einstimmung auf Tarja passte der Pop-Rockige Sound mit einer Portion Metal wunderbar.

Und dann kam Tarja. Was für ein Auftreten in ihrem schwarzen Kostüm mit Federeinsatz. Da musste ich gleich an Black Swan denken. Bei den ersten zwei Songs war ich richtig skeptisch, ob ich den klassischen Sopranistengesang ein ganzes Konzert lang durchhalten würde. Aber dann klickte es und meine Ohren haben sich vollumfänglich darauf eingestellt und ich fand richtig Gefallen daran. Die Kombination aus harten Metallriffs und der kräftigen Stimme fasziniert mich total. Dazu das Piano und Cello, die diese spezielle, mystisch angehauchte Stimmung verbreiten – ganz grosses Kino! Auch das Zusammenspiel der Band und die Herzlichkeit der Musiker untereinander fand ich wunderschön. Sie haben sich öfters zwischen den Songs umarmt und waren sichtlich überwältigt vom begeisterten Publikum. Tarja hat zwei Mal ihr Outfit gewechselt, was umso mehr fürs Auge geboten hat. Sie ist wirklich eine sehr schöne und interessante Erscheinung, mit eindrücklicher Ausstrahlung. Da wurde auch klar, warum die Bühne fast karg ausgestattet war – Tarja und ihre Band waren völlig ausreichend als „Dekoration“. Alles andere hätte vom Auftritt abgelenkt. Nach fast zwei Stunden verliessen wir schwitzend – das Kofmehl war prall gefüllt und heiss – aber überwältigt die heiligen Hallen des Rostbunkers und machten Platz für die anschliessende Modestep Party. In solchen Momenten bin ich dankbar, dass ich mich immer wieder auf für mich bisher unbekannte Musiker einlasse. Es sind oft die besten Konzerterlebnisse.

Foto: www.kofmehl.net