Josh von With Confidence: «Wir hatten Panik, dass niemand auftauchen wird»

Vor der Show trafen wir Josh (Drums) und Inigo (Gitarre & Backing Vocals) von With Confidence zum Interview. Wir wurden freundlich begrüsst und nachdem wir noch ein bisschen geschwafelt haben, ging es dann mit dem sehr lockerem und lustigen Interview los.

Wie war die Reise in die Schweiz?
Josh: Wunderschön!

Wie ist die Europa Tour bis jetzt?
Inigo: Ehm, nicht all zu schlecht. Spass, es war wirklich toll und überwältigend (lacht). Die Crowds waren super und es waren mehr Leute da als wir erwartet haben.
Josh: Wir dachten, dass vielleicht 20-30 Leute an unsere Konzerte kommen werden, aber bei einigen Deutschland-Shows waren 200 Personen da und in Hamburg waren wir vier Tickets davon entfernt, eine Sold Out-Show zu spielen. UK-Shows waren auch ein paar ausverkauft.
Inigo: Und das Catering ist unglaublich toll!

In anderen Länder ist das nicht selbstverständlich dass Bands vor der Show von der Venue essen bekommen, richtig?
Josh: Nein, in Australien zum Beispiel ist es überhaupt nicht so. Deshalb waren wir sehr happy in Europa.

Könnt ihr uns ein bisschen über euer Aktuelles Album “Better Weather” erzählen?
Inigo: Ja klar, was möchtest du wissen?

Alles (lacht)
Inigo: Jesus, ehm! (lacht) Wir waren etwa zehn Wochen im Studio.
Josh: Wir haben die Songs auf viele verschiedene Arten geschrieben: Wir haben einfach gejammt und uns immer am Wochenende in meiner Garage getroffen. So sind einige Songs entstanden. Manchmal haben Ini und Jayden zuhause geschrieben.
Inigo: Ja, der Prozess war anders als bei unseren alten Songs. Damals haben wir viel gejammt und dann zusammen geschrieben.

Wie entstand das Artwork?
Josh: Wir machten Promo-Shots vor einer weissen Steinwand für das Album und wir dachten uns: “Hey, das wäre ein cooler Hintergrund”. Dann kreierten wir das Logo und dachten uns, wir hauen es auf die weisse Wand. Wir wollten das Logo zuerst mit Sprühfarbe auf eine Wand machen aber wir konnten keinen Ort finden.
Inigo: Wir  hätten auch eine Erlaubnis gebraucht. Ausser du willst es illegal machen (lacht).
Josh: Ja. wir können nicht einfach eine weisse Wand voll sprayen (lacht). Danach haben wir uns einen Grafik Designer geholt und er hat dann mit Wasserfarbe gearbeitet etc.

Das wäre auch mal eine Idee um Promo zu machen. Alle weisse Wände vollsprayen mit dem Logo und alles (lacht)…
Beide: Ja, das wärs! (lacht)

Ich mag die Songs sehr und die Lyrics sind wirklich toll! Ich persönlich finde, dass das Album eine sehr wichtige Message erzählt. Wie haben die Fans speziell auf die Lyrics reagiert?
Inigo: Wir haben eigentlich nur gutes Feedback bekommen. Wir schreiben so, dass wir anderen damit helfen können. Dass wir Briefe, etc. von Fans bekommen haben, in denen sie sagen, wie sehr ihnen die Songs geholfen haben, ist einfach wunderschön. Das ist auch unser Ziel: Personen mit unserer Musik in irgendeiner Art zu helfen.

Im Album geht es auch um Probleme/Themen über die man sonst nicht wirklich offen kommuniziert…
Inigo: Genau, vielen Leuten ist es nicht bewusst dass es solche Probleme wie Ängste, Depressionen etc. gibt und wirklich auch schlimm sind für die betroffenen.
Josh: Jayden und Ini wollten auch zeigen, dass man über diese Themen reden kann und auch wirklich sollte. Egal mit wem.

Ihr wart auf der Warped Tour letzten Sommer! Für mich ist es nur schon ein Traum, dort hin zu gehen. Wie war es dann dort spielen zu dürfen?
Josh: Es war sehr geil!
Inigo: Das ist genau das, was wir auch gesagt haben. Wir haben nicht einmal daran gedacht, einmal als Zuschauer hin zu gehen, was auch ein Traum von uns war. Aber schlussendlich dort zu spielen ist einfach unbeschreiblich. Wir haben unser ganzes Leben auf diese Chance gewartet und wir hatten einfach die beste Zeit dort.
Josh: Einige unserer Freunde war ein Jahr zuvor an zwei, drei Shows und haben uns erzählt, wie toll es war. Wir dachten uns, dass wir unbedingt einmal an eine Warped Tour gehen wollen und dann ein Jahr später konnten wir auf der Tour mitspielen – das ist einfach unglaublich.
Inigo: Wir haben auch so viele neue Freunde gefunden.
Josh: Genau, wir haben dort Safe To Say und Broadside kennengelernt.

Ihr wart umgeben von vielen tollen Bands (lach)
Josh: Oh ja, den ganzen Tag Bands auf der Bühne zu sehen ist wirklich ein tolles Leben.
Inigo: Definitiv!

Einige Bands haben auch schon gesagt, dass es manchmal echt hart ist wegen der Hitze
Inigo: mhh ja, aber du nimmst es einfach hin. Wenn du so eine Chance bekommst, bist du einfach jeden Tag happy.
Josh: Wir alle sind da nicht so heikel. Es ist besser als campen, denn du einen Van mit Dusche hast. Es war also ziemlich okay. Es gab Bands, die nicht einmal in der Woche geduscht haben aber..
Inigo: Ja, und die waren aber immer noch super glücklich.
Josh: Wenn ich von Zeit zu Zeit angefangen habe, mein Zuhause oder meine Hunde zu vermissen, habe ich die Typen angeschaut und ich war wieder happy (lach).

War es hart als ihr nach der Tour wieder in den üblichen Tagesablauf rein gekommen seit?
Josh: Ja, sehr! Wir waren fünf oder sechs Monate auf Tour. Wir haben Australien, Japan, England, Warped Tour, Philippinen und Australien getourt und dann waren wir Zuhause. Ich fühlte mich wie eine Kartoffel. Ich wusste nicht, was ich machen sollte.
Inigo: Die ersten Tage/Woche dachte ich “Ahh, ich habe ein Bett, eine Dusche, gekochtes Essen und ich muss nichts machen”. Aber danach wurde das Ganze schnell zu “Ah, ich möchte wieder auf Tour gehen”.

Es eskalierte ein bisschen als ihr mit ROAM in einem Hotel übernachtet habt. Wir wollen die ganze Story wissen (lacht)!
Inigo: Josh, das ist für dich. Ich war im Bett (lacht)
Josh: Es eskalierte schon ziemlich früh. Wir gingen in eine Bar, in der du einen gewissen Betrag zahlst und du für vier Stunden gratis trinken kannst. Es war ziemlich günstig. In Schweizer Franken wäre es vielleicht so um die CHF 5.-. In Japan trinkt man nicht bis zum Umfallen, aber in Australien eben manchmal schon. Deshalb haben sie nicht so mitbekommen, was genau abgeht. Sie haben uns gefragt, ob wir was trinken wollen und wir haben gefragt, ob sie uns 20 Biergläser bringen können – haben sie aber nicht gemacht. Danach haben wir 20 Gin Tonics bestellt, aber auch die haben sie uns nicht gebracht. Als wir nochmal das Gleiche bestellt haben, brachten sie uns stattdessen Wasser und wir haben natürlich gesagt, das wir Alkohol wollen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon besoffen (lacht). Dann haben sie uns plötzlich unzählige Cocktails gebracht. Sie haben uns fast die ganze Bar auf den Tisch gestellt und wir hauten natürlich rein. Wir kehrten sehr spät zum Hotel zurück und haben im Zimmer von ROAM weitergetrunken. Luke (Gitarrist) kam plötzlich mit einem Feuerlöscher rein und schaut Costello, den Sänger von ROAM, an und sagte: “Schau mal, was ich habe, aber fass es nicht an.” Costello war an diesem Punkt völlig am Ende und man konnte an seinem Gesicht an sehen, dass er den Feuerlöscher unbedingt anfassen wollte. Wir drehten uns um und Costello wollte ihn aufheben. Ihr Bassist Matt sagte dann: “Fass das Ding nicht an, fass es nicht an” und wollte ihm den Feuerlöscher wegnehmen, doch er hat ausversehen am Auslöser gezogen und man konnte nichts mehr machen. Es kam so pinker Staub raus und man konnte es nicht aufwischen, der Staub war überall.
Inigo: Und ich war friedlich im Bett. (lacht)
Josh: Der beste Part war, dass Luke ins Bett ging und ich habe mit ROAM noch das Zimmer aufgeräumt, so gut es ging. Wir waren immer noch betrunken und einer von ihnen hat die ganze Zeit durchgeschlafen und plötzlich fiel er vom Bett (lacht).

Ich glaub der Staff vom Hotel war auch nicht happy (lach)
Josh: Nein, aber sie waren sehr lieb. (lacht)

Also wurdet ihr nicht aus dem Hotel gekickt?
Inigo: Zum Glück nicht.
Josh: Sie habe uns am Morgen noch Frühstück gemacht und alles. Wir hatten Glück.

Wenn ihr euch ein Tattoo von euren Songtexten stechen lassen müsstet, welche Zeile würde es sein?
Beide: Oh mann!
Josh: Ich habe keine Tattoos
Inigo: Ich mag “Amongst the stars we are just the specks of dust”
Josh: Ich mag “Stand again”
Inigo: Wirklich? Einfach nur “Stand again”? (lacht)
Josh: Mein Lieblingssong ist “Keys”, also vielleicht etwas das mit dem Lied zu tun hat.

Oder einfach einen Schlüssel?!
Josh: Ahh, stimmt. Das ist eine gute Idee.
Inigo: Genau. Eine tolle Idee.
Beide: Das würde ich noch machen (lach)
Josh: Nächstes mal kommen wir beide mit einem Schlüssel-Tattoo zurück in die Schweiz (lach)

Ich frag dann nochmals nach (lacht).
Beide: Ja, das wäre lustig (lacht)

Habt ihr gewusst, dass You Me At Six heute auch ein Konzert in der Schweiz spielen?
Beide: Ja, wir haben es auf dem Weg hierher herausgefunden.
Josh: Deshalb hatten wir ein bisschen Panik, dass niemand kommen wird. Aber auch wenn nur ein paar hier sein werden, wird es sicher eine coole Show.
Inigo: Bestimmt!
Josh: Wir sind das erste Mal hier und auch wenn nur 20 Leute kommen, sind wir glücklich. Es wird cool!
Inigo: Aber wir sind aus Australien… (lacht)
Josh: Ja, wir hatten die längere Reise als You Me At Six! (lacht)
Inigo: Yeah!
Josh: Und wir sind zum ersten Mal hier.
Inigo: Yeah!
Josh: Und wir haben auch einen Josh! (Sänger von YMAS heisst auch Josh)
Inigo: Yeah! (lacht)

Was sind eure Lieblings-Pop-Punk Bands im Moment?
Josh: Uh, es gibt viele coole Australische Bands. Between You And Me und Undercast zum Beispiel. Aus England lieben wir ROAM und Broadside.
Inigo: Ich liebe Safe To Say, wie ihr sehen könnt. (Zeigt auf sein Shirt) Oder auch Harbours und Trophy Eyes.

Wie ist eigentlich der Support von lokalen Bands in Australien so?
Josh: Ich glaube, der Support wird wieder besser. Als wir angefangen haben war es ein bisschen schwierig. Wir wollten an eine Show gehen, um es ein bisschen abzuchecken und als wir dort waren, fragten wir uns, wo alle sind (lach). Ein paar Schulmädchen waren da und das war’s. Es haben fünf Bands gespielt und es waren weniger als 30 Leute da. Es war härter, als wir uns es vorgestellt haben. Wir waren auch mit 5SOS befreundet und sie haben damals in Stadien gespielt. Wir haben die Sozialen Netzwerke gut genutzt und sind zwischen 15 und 20 Mal durch Australien getourt. Und jetzt sind wir hier in der Schweiz – die harte Arbeit zahlt sich aus und das ist sehr cool.

Einer von euch hat Familie hier, richtig?
Inigo: Ja, ich! Mein Dad, Stiefmutter und meine Schwester leben hier. In Montreux, es ist sehr cool. Ich liebe die Schweiz sehr.
Josh: Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Schweiz das schönste Land ist.