So war’s bei Trash Talk im Dynamo Zürich am 23.03.2017

Womit beginnt man Show Reviews schon wieder? Gesamteindruck? Oder spannungssteigernde Andeutungen? Fakten? Versprachlichung der Sprachlosigkeit? Kann man, darf man, soll man bereits die Namen aller Bands nennen? Geht’s hier erst um den Headliner? Ach, zum Teufel (gibt’s den? Gibt’s dann einen Gott?) mit alledem, wir machen’s einfach: Trash Talk, 23.03.2017 im Dynamo Zürich. Wieso du das lesen solltest? Weil das Konzert gut war und du nochmal daran erinnert werden willst oder dich fragen sollst, wieso du nicht da gewesen bist.

Les Welschs, eine Band aus Lausanne zu Beginn: Le Grand Mal, bei denen Mitglieder von Promethee sich ein bisschen chaotischer ausleben, zeigen, dass da eine ziemlich geile Szene vorhanden sein muss. Es chlöpft und tätscht, ist atmosphärisch, emotional, ziemlich hässig und immer mal wieder ein bisschen schräg. Der Band zuzuschauen ist eine Freude, man gibt sich so richtig in die Musik hinein, das Publikum mag aber noch nicht so mittun…

Danach geht’s weiter mit Youth Man und holy fuck (um aus dem gleichen Wörterfeld nochmals zu schöpfen), die Truppe um Sängerin/Gitarristin Kaily Whyte ist gnadenlos genial. Auf Platte schon göttlich, wird am Konzert bewusst, dass live nochmals ein ganz neues Paradies aufgetan wird. Viel Lärm, viel Punk (obwohl der Dead As Fuck ist eigentlich), viel nicht so Konventionelles, lohnt sich mega, mal reinzuhören, anzuschauen, eben Sprachlosigkeit.

Und ja, bei Trash Talk geht’s dann schliesslich auch vor der Bühne sochli ab, der Pit dreht sich, wenn gefordert, die paar Crowdsurfer machen’s sich auf den Köpfen bequem. Die Amis ballern einen kurzen Song nach dem anderen raus, wirken dabei halb angepisst, halb grundglücklich, es werden zynische Ansagen am Laufmeter vom Band gelassen, gelärmt, sich an die Decke gehangen, mitgesungen, mehr Zeit im Publikum als auf der Bühne verbracht, eine Flasche Whiskey im Verlaufe des Konzerts getrunken und eine Banane gegessen, sich geärgert über einen Schweizer Zoll, der wiedereinmal Backline und Merch nicht über die Grenze lässt, und schlussendlich gezeigt, wie noch mehr Lärm gemacht werden kann (indem man die Schlagzeugmics vor einen Verstärker legt – der Erfindungsreichtum!). Ja, super Konzert, super Band!

Thx Roadrage Booking!!