25.03.2017 – Blackout Problems rockten die Kufa Lyss

Blackout Problems

Am Samstag habe ich es endlich geschafft, die Blackout Problems live zu erleben. Nachdem sie es mit „Holy“ in meine Top 3 Alben vom letzten Jahr geschafft haben, wollte ich natürlich unbedingt an ein Konzert von ihnen. In Bern hat mir die Grippe einen Strich durch die Rechnung gemacht, nun ging es aber ab nach Lyss in die Kufa, wo sie im Rahmen der Macbeth Joker Stage aufgetreten sind.

Kurz vor Acht hat noch kaum jemand den Weg in die Kufa gefunden und ich dachte schon: Oha, gibt’s ein kleines Privatkonzert? Hätte ich nix dagegen gehabt aber nach und nach füllte sich der kleine Klub und bei So Wasted verflogen meine Bedenken. Die Thuner durften das erste Mal in der Kufa auftreten, obwohl Schlagzeuger Marco dort arbeitet. Umso mehr haben sie sich darüber gefreut, endlich dort zu spielen und dann erst noch als Support der Blackout Problems. Den eigenen Thuner-Fanclub haben sie auch gleich mitgebracht und so konnte die Party losgehen. Die Frisuren sassen, die Moves auch und der klassische American College Punkrock gab einem sogleich das Gefühl, bei American Pie XY dabei zu sein. Warum bloss hatten wir plötzlich Appetit auf Apfelkuchen? Anyway, die Jungs rockten das Publikum warm und lieferten eine solide Show ab.

Danach die Alternative Rocker Blackout Problems aus München. Sänger Mario hat uns gleich zu Beginn klar gemacht, dass wir keine Aufwärmphase benötigen und dass es ab dem ersten Song zur Sache geht. Langer Rede kurzer Sinn: er packte sein Mikro, sprang ins Publikum und ab ging die Post. Zum Video geht’s hier lang.

Ein Gänsehautmoment jagte den nächsten und im Publikum war mächtig Bewegung im Gange. Ich kann ehrlich gesagt nicht genau erklären, was es genau ist mit dieser Band, dass mich jedes Mal so in den Bann zieht, wenn ich sie höre. Diese kraftvollen Songs, die Melancholie die mitschwingt und Marios Stimme, die Verzweiflung, Wut, Hoffnung und Mut in einem wiederspiegelt. Es trifft mich immer aufs Neue mitten in mein Musikherz. A propos Herz. Wir haben es uns oben auf der Galerie gemütlich gemacht, um die wilden Szenen von oben beobachten zu können. Das ist Mario selbstverständlich aufgefallen und er hat sich über unsere Mitsingqualitäten „beschwert“. Ob wir VIP-Tickets hätten dort oben und überhaupt. Schön, hatten wir sofort die Aufmerksamkeit des ganzen Publikums auf uns gelenkt bekommen. Not. Aber dafür gab’s als Versöhnung ein Fingerherzli und ein verschmitztes Lächeln. Und ja, Mario wäre wohl nicht Mario, wenn er sich nicht den Weg über die Bar bis zu uns auf die Galerie erklettert hätte, um von dort aus ins Publikum zu springen. Wie viele blaue Flecken der wohl nach der Tour mit nach Hause nimmt?

Die Blackout Problems haben mich in Lyss vollumfänglich abgeholt. So viel Energie, Herzblut für die Sache und ein symphytisches Auftreten. Man beschwert sich nicht darüber, dass der kleine Klub nicht voll ist, man nimmt es als Herausforderung an, dies in naher Zukunft zu ändern. Und ich bin überzeugt, das werden sie.

Foto und Videos: rawk.ch