31.03.2017 – Defender Plattentaufe „Lost // Tree“

Kommet und staunet – So lautete das Motto letzten Freitag im Werkk in Baden. Auch ich pilgerte am 31. März ins Werkk und staunte nicht schlecht über die massive Anzahl Zuschauer, welche die Platte und unsere Jungs von Defender feierten. Angereist waren wir schon am Nachmittag, um vom ganzen Abend via Social Media live berichten zu können. Die Vorbereitungen liefen gemütlich und die Soundchecks ohne Probleme ab. An dieser Stelle Hut ab vor Batzi und allen Helfern, die Organisation war Weltklasse. Nach dem alle Bands eingetrudelt und gefüttert waren, wurden um Acht Uhr die Türen geöffnet.

Um halb Neun eröffneten Amongst Pariahs den Abend. Es waren schon ordentlich viele Leute im Saal und die Jungs gaben Vollgas. Es überrascht mich jedes Mal wieder, mit wie viel Energie sie ihre Songs zum Besten geben. Ich wünschte mir, dass wir die Freude und Begeisterung von Sänger Dave in kleine Flaschen abpacken und verkaufen könnten. Das wäre sicher ein Best-Seller. Das Publikum liess sich ebenfalls von der Energie anstecken und kurz darauf wurde schon richtig schön gemosht. Einziges Problem war der Teppich, der scheinbar mitmachen wollte, und so zur Stolperfalle wurde. Nach ein Paar Liedern wurde er von zwei anständigen Herren aus dem Verkehr gezogen und das Konzert konnte ohne Unfälle zu Ende gespielt werden.

Der Saal füllte sich noch mehr, als Invoker kurze Zeit später auf die Bühne traten. Dass ich von ihrem Sound komplett überzeugt bin, konntet ihr in meinem letzten Bericht zu ihrer Plattentaufe schon lesen. Und doch überrascht es mich jedes Mal wieder, mit wie vielen Emotionen sie ihre Lieder auffüllen können. Ich war in der Zwischenzeit fleissig am Filmchen für unseren Instagram-Account machen und kam mir ein bisschen dämlich vor. Normalerweise nerve ich mich nämlich ab Leuten, welche ständig mit dem Natel beschäftigt sind, statt das Konzert zu geniessen. Aber ich war schliesslich im Namen der Allgemeinheit unterwegs und wollte niemandem diese tollen Konzerte vorenthalten. Viel zu schnell war auch dieses Konzert wieder fertig und Invoker verliessen die Bühne. Sänger David unterstrich ein weiteres Mal, wie wichtig es ist, lokale Bands, den Hardcore, den Metal und alle Beteiligten zu unterstützen. Was ich mir gleich zu Herzen nahm und mich jetzt als glückliche Besitzerin einer Invoker-Kaffetasse schätzen darf.

Das Defender-Konzert rückte näher und näher, und die Nervosität im Backstage stieg. Doch sie schien komplett verflogen, als die Jungs die Bühne stürmten. Der Saal war bis zuhinterst gefüllt und die Besucher feierten das neue Album als gäbe es kein Morgen. Bei „In Between Leaves“ half Invoker-David mit Guestvocals aus und beendete seinen Auftritt mit einem kurzentschlossenen Stagedive. Standartgemäss kam bei „Dignity“ Dave (Amongst Pariahs) auf die Bühne, gefolgt von seiner Freundin Olivia. Gemeinsam sangen sie das Feature und lasst mich an dieser Stelle mal sagen: was für eine Powerfrau! Danach wurde es ernst. Die Platte musste noch getauft werden. Und das ging am besten mit einer überdimensionalen Bierflasche und einer armen CD, welche komplett mit Bier überschüttet wurde. Es wurden CDs und Shirts verschenkt und auch das Publikum hatte eine kleine Message an Defender vorbereitet: Mit den Schildchen „We <3 U Defender“ wurden dann auch gleich noch Fotos als Andenken geschossen. Nach ein paar Abschiedsworten von Gitarrist Kevin ging die Show weiter. Absolutes Highlight war, als alle fleissig bei „Lighthouse“ mitsangen. Gänsehaut pur.

Alles in allem war das ein Konzertabend, der mir nicht so schnell wieder aus dem Kopf gehen wird. Die Liebe und Unterstützung, die vom Publikum und von allen Bands ausging, war überwältigend. Die Organisation tadellos und die Sound- und Lichtqualität liessen auch nichts auszusetzen übrig. Und für die, die noch nicht genug von Defender und Amongst Pariahs gehabt haben, können am nächsten Samstag in die KUFA in Lyss kommen und am Macbeth Joker Fest nochmal so abfeiern wie letzte Woche!

Foto: AnshixArts