Unsere Band des Monats April: Closet Disco Queen

April, April! In diesem Monat kombinieren wir die Vorstellung unserer Band des Monats mit der Review ihrer brandneuen EP, die heute erscheint. Closet Disco Queen bringen ein paar gute Gründe mit, warum wir sie als Band des Monats April auserkoren haben. Dass wir hier auch einmal den Röstigraben verkleinern können, ist aber nur ein kleiner Teil davon:

Als  Closet Disco Queen vor drei Jahren spontan bei einem Festival für eine abgesagte Band eingesprungen sind, war eigentlich nicht mehr geplant, den beiden machte dies aber so Spass, dass sie – zu unserem Glück – nicht mehr aufhören konnten. Seither betourten sie den halben Erdball, spielten in China, waren Support für Baroness auf ihrer letztjährigen Europatour und bringen mit ihrem instrumentalen 70ies-Prog-Stoner-Krautrock auch den launigsten Konzertbesucher dazu sein Tanzbein zu schwingen.

Das vodkagetränkte Duo aus La Chaux-de-Fonds – bestehend aus Jona Nido und Luc Hess (ex-The Ocean) – hauen jetzt zwei Jahre nach ihrem gleichnamigen Debut nun die zweite Veröffentlichung auf den Markt. Die EP hört auf den Namen „Sexy Audio Deviance For Punk Bums.

Der Opener „Ninjaune“ beginnt mit einem atmosphärisch, rhythmischen Intro, getragen von einem dichten Drum Beat und steigert sich dann immer mehr was Dichte und Lautstärke anbelangt bis man schliesslich nicht mehr ruhig sitzen bleiben kann. „El Mustachito“ macht genau da weiter, legt in Sachen Geschwindigkeit noch einen Gang zu und ist so dreckig wie wenn Karma To Burn ein Instrumentalalbum aufnehmen würden. Mit „Délicieux“ ist es dann leider auch schon wieder zu Ende. Konnte am Anfang  noch Luc Hess seine Schlagzeugfertigkeiten unter Beweis stellen, kommt hier Jona Nidos Gitarrenkunst zum Zug. Spätestens jetzt wird kein Hörer mehr ruhig bleiben können. Eine Minute in „Délicieux“ und man wird mit so einer Wucht an die Wand gehauen, dass man kurz vergisst, dass die Band nur aus zwei Musikern besteht.

Leider ist nach 16 Minuten der ganze Zauber schon wieder vorbei. Closet Disco Queen sind ein weiterer Beweis dafür, dass man auch ohne Bassist gut auskommt. Aus dem Gesamtwerk inklusive Artwork geht hervor, dass in erster Linie der Spass im Vordergrund ist und genauso geht es auch auf den Hörer über, sodass man nichts anderes kann, als die Scheibe immer und immer wieder zu hören. Der Titel der EP hält was er verspricht. Von der Norm abweichender, proggiger Stoner der sich anhört als hätten Karma To Burn ein Kind mit Queens Of The Stone Age, welches Russian Circles auf Dauerrotation hört. Ob gammelnde Punks die Scheibe geil finden werden, bezweifle ich, aber sexy ist die EP durchaus. Santé!

VÖ: 07.04.2017 / Crazysane Records

Tracklist
Ninjaune
El Mustachito
Délicieux

Links
Bandcamp
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Bandsintown

Konzerte (Details hier)
07.04.2017 – Zorrock, La Chaux De Fonds
08.04.2017 – Chez Marie, Lovens
14.04.2017 –  Port-Franc, Sion
20.04.2017 – Kon-Tiki, Zürich
26.04.2017 – PDZ, Besancon, Frankreich
28.04.2017 – Desertfest, London, UK
24.05.2017 – Brasserie BFM, Saignelégier
07.06.2017 – L’Amalgamme, Yverdon
16.06.2017 – Festineuch, Neuchâtel