08.04.17 – So war das Macbeth Joker Fest

Das Macbeth Joker Fest in der KUFA in Lyss rief, und wir kamen angerannt. Denn letzten Samstag war es soweit: Eine weitere Ausgabe vom Macbeth Joker Fest wurde gefeiert. Die deutschen Bands Caliban, VITJA und Breathe Atlantis wurden von einer Wagenladung an Schweizer Supportbands unterstützt. Neben unseren Jungs von DEFENDER waren auch Deconvolution und Amongst Pariahs, The Giving, Keep Talking und Cancel The Sky am Start. Ebenso die Zürcher Vale Tudo und CardiaC aus Genf. Die Bands spielten abwechselnd auf der Clubstage und der grossen Bühne. Auf der Clubstage wurde der Hardcore zelebriert, auf der Mainstage fröhnte man dem Metalcore. Definitiv eine gelungene Aufteilung der Bands, welche auch organisatorisch einwandfrei ablief.

Aber es gab nicht nur Bands zu bestaunen. Neben diversen Merchständen der Bands konnte man sich am Macbethstand ebenfalls von Kopf bis Fuss einkleiden. Neben Shirts und Schuhen gab es auch farbenfrohe Socken zu ergattern. Auch für Essen und Trinken war vorgesorgt, und die Wartezeit zwischen den Konzerten konnte mit den Töggelikästen problemlos überbrückt werden. Der Abend, auch wenn er sichtlich lange werden würde, konnte beginnen!

Deconvolution eröffneten den Abend und gaben auch gleich so richtig den Ton an. Mit ihrem fadengeraden Hardcore überzeugten sie das Publikum auf der Clubstage schon nach dem ersten Lied. Es waren, für die Uhrzeit, schon viele Leute in der KUFA und somit war das erste Konzert auch schon gut besucht.

Die Mainstage eröffneten Amongst Pariahs. Die Energie war vom ersten bis zum letzten Ton auf einem Hoch und sie überzeugten das Publikum mit ihrem Metalcore ohne Probleme. Und mit der Soundanlage der KUFA kam der Gesang von Dave noch viel kräftiger und brutaler daher, als ich mir das gewohnt war. I like!

Da wir eineinhalb Stunden Reiseweg und zwei Konzerte hinter uns hatten, war für uns Essenszeit, als The Giving spielten. Gesehen hatte ich sie vor ein paar Wochen im Graffiti in Bern, und meinem Erinnerungsvermögen nach zu urteilen, war ich von ihrer Musik, laut Facebook Modern Rock’n’Roll, ziemlich überzeugt.

Als zweites, auf der Mainstage, waren DEFENDER an der Reihe. Das ich von ihrem Album hin und weg bin, konntet ihr letzte Woche an meiner Releaseshow Review lesen. Das restliche Publikum war wohl der selben Meinung wie ich und es wurde brav mitgesungen. Auch das Licht war einwandfrei und gab dem ganzen Auftritt den letzten Schliff.

Zurück auf der Clubstage waren die Luzerner Cancel The Sky bereits ready für ihr Set. Ein bisschen Heimat im fernen Lyss. Und dann auch noch ordentlich hässig. Die ganzen Emotionen fanden  auf der Bühne wohl zu wenig Platz, weswegen Sänger Remo vor der Bühne, im Publikum oder an dem Metallgerüst neben der Bühne ordentlich die Sau raus liess. Ebenfalls am unschuldigen Abfallkübel, der einmal quer durch die Gegend flog. Aber keine Sorge; dem Kübel geht es wieder gut, er wird sich erholen.

Danach waren Breathe Atlantis an der Reihe. Die erste importierte Band des Abends. Ich gestehe; auch sie habe ich nicht gesehen. Mir reichte die Hörprobe, welche ich von draussen vernahm, um zu wissen das es wohl nicht so meine Musik sein würde. Für alle, die sie noch nicht kennen: die Fünf spielen laut eigenen Angaben Alternative/Rock.

Auf der kleinen Bühne machten sich Keep Talking bereit. Auch sie hauten ordentlich rein. Laut, direkt und ohne Kompromisse. So würde ich die Musik beschreiben. Und falls jemand ebenfalls ein Bisschen Angst vor dem Gesichtsausdruck von Sänger Pomschdi bekommen hat; neben der Bühne sieht er aus wie der friedlichste Mensch auf Erden.

Der Abend ging langsam auf seinen Höhepunkt zu und es spielte die zweite deutsche Band des Abends: VITJA standen auf der Bühne und gaben alles. Dem Publikum hat’s gefallen. Mir weniger. Wieder ein Fall von zu lauwarmer Musik für mich. Es erinnerte mich irgendwie an Bring Me The Horizon, aber mehr Elektro, irgendwie härter, aber trotzdem weniger gut. Aber das ist Geschmackssache.

Vale Tudo feierte ich dafür umso mehr. Sie hatte ich am Joker Fest das erste Mal gesehen, und war ein Bisschen überrascht eine Band zu sehen, welche zwei Sänger hat. Aber die Herren sind ein eingespieltes Team und das Konzert war, auch wegen der Spässchen und Witzen die sie rissen, ein Highlight des Abends.

Auf der grossen Bühne spielte um elf Uhr der Headliner des Festes: Caliban. Ich war Ende letzten Jahres im Kiff an einem Caliban-Konzert und das war der totale Abriss. Deswegen freute ich mich auch riesig, wurde aber ein bisschen enttäuscht. Nicht von der Band, der Tontechnik oder der Lichtshow. Die waren einwandfrei und machten richtig Laune. Das Publikum war irgendwie seltsam. Viel weniger Leute, was dem ÖV zu Schulden kam, als ich erwartet hatte und viel mehr Violentdancer und Steroidenklötze, welche sich gegenseitig in der Gegend rum schmissen, ohne auf das restliche Publikum Rücksicht zu nehmen. Für alle beteiligten Vollidioten: Wer Highkicks verteilen will, soll das gefälligst nicht an einem Konzert ausleben. Danke Merci!

Als Bettmümpfli gab es um Mitternacht noch die Show von CardiaC auf der Clubstage. Für mich war der Abend zu diesem Zeitpunkt leider schon viel zu lange, und ich sass als Chauffeurin im Auto Richtung Luzern. Ein Bisschen schade fand ich’s aber schon, denn die Beschreibung der Band ist vielversprechend. Eine Band mit zwei Projekten, Metal/Hardcore und Unplugged. Ein andermal hoffentlich.

Obwohl es dieses Jahr weniger nach Lyss geschafft haben als noch letztes Jahr, war es besonders aufgrund der vielen tollen Supportbands ein durchaus gelungener Abend. Wir hoffen auf jeden Fall, dass es nächstes Jahr erneut ein Jokerfest geben wird. Wir werden definitiv wieder am Start sein!

Fotografie: AnshixArts