Team rawk.ch stellt sich vor – Marc

Happy Tuesday! Heute stellt sich Marc vor. Der Wahl-Luzerner schreibt seit rund eineinhalb Jahren für rawk.ch und bereichert unser Webzine mit 90er-Emo-Perlen und ist der Master of «Mega lange, aber troztdem verdammt gute Reviews schreiben». Was Marc sonst noch macht und denkt, erfährst du auf folgenden Zeilen:

Was ist deine Motivation, für rawk.ch zu schreiben und was ist deine Funktion?
Wie bei jedem und jeder, der/die über Musik schreibt – ob einen Facebook-Post oder einen Artikel in einem waschechten journalistischen Magazin –, ist das Missionieren der Grund. Man will schliesslich alle von seinem ausserordentlichen Musikgeschmack überzeugen.

Was machst du so, wenn du nicht gerade für rawk.ch Zeit investierst?
Ich muss wohl oder übel mein Studium abschliessen und nebenbei etwas Geld verdienen. Zum Glück bleibt trotzdem noch Zeit für Literatur, Bier, Freunde, Sportschau und natürlich Musik.

Was für Musik finden wir auf deinem MP4-Gerätli/Plattenspieler/CD-Player?
Vieles, doch als Lieblingsgenres würde ich 90er-Emo und Post-Rock nennen. Lieblingsbands/-künstler stammen aber aus verschiedenen Ecken: Brand New, Death Cab For Cutie, Mineral, Weezer, The Appleseed Cast, Envy, The National, Explosions In The Sky, Thursday, Aesop Rock zum Beispiel.

Welches ist deine Lieblings-Konzert-Location in der Schweiz und warum?
Das Treibhaus in Luzern. Dort veranstaltet Hundredandone immer wieder geniale Shows, es hat eine gute Grösse und ist für mich gleich um die Ecke.

Was nervt dich am Schweizer Musikbusiness und was würdest du ändern?
Ganz einfach umsetzbar: Ich würde gerne das Hörverhalten eines Grossteils der Konsumenten von einem passiven Sich-Berieseln-Lassen zu einem aktiven Sich-Damit-Auseinandersetzen ändern. Dazu wäre eine etwas höhere Aufmerksamkeitsspanne und Freude an Neuem wünschenswert. Die Herrschaft der belanglosen, platten, kalkulierten, möglichst unanstössigen und dafür schön heimatverliebten „Schweizer Fleisch“-Werbejingles in Songform kann desillusionierend sein. Es ist ja aber nicht so, dass es einmal viel besser gewesen oder nur ein Schweizer Problem wäre.

Denkst du, dass Schweizer Musiker genügend Anerkennung bekommen?
Die Schweiz ist nun mal ein kleiner Markt, der nur begrenzt gemolken werden kann (ausser wenn *siehe vorherige Frage*). Von dem her denke ich schon, dass es ein Standortnachteil ist, da hierzulande die ohnehin schon alternativen Szenen jeweils nochmals kleiner sind. Jedoch ist anderswo die Konkurrenz auch grösser. Die Anzahl grossartiger Bands, die niemand kennt, ist international deprimierend gross, nicht nur in der Schweiz. Wie immer gibt es aber auch Gegenbeispiele von echt guten, integren Bands, die ihre verdiente Aufmerksamkeit kriegen. Wohl entscheiden schlussendlich sowohl interne (Talent, Hingabe, Connections…) wie auch externe Faktoren („richtige Zeit, richtiger Ort“, Glück…). Die Wege des Musicbiz sind unergründlich.

Spielst du selber auch in einer Band oder machst du sonst Musik?
Ja, ich bin Drummer bei Cold Reading.

Was hältst du von Streaming Diensten wie Spotify etc. und machst du davon Gebrauch?
Ich mache gerne davon Gebrauch. Die Nachteile liegen natürlich auf der Hand, doch ich denke nicht, dass Streaming-Dienste die Künstler ruinieren. Ich für meinen Teil kaufe nicht weniger Platten als zu Zeiten der „illegalen“ – oder inoffiziellen – Downloads und denke, die Musikindustrie hat einfach keine gute Lösung gefunden. Allerdings kenne ich keine Zahlen, wie viel weniger oder mehr Bands vor zehn Jahren verdient haben, als das Internet schon da war, die Streaming-Dienste aber noch nicht. Ich weiss nur, dass mir mein Geldbeutel und meine Mutter sagen, dass ich ordentlich Geld für Platten und Merch liegen lasse.

Was hältst du von Instagram, Snapchat, Twitter und Co.?
Nicht viel bis nichts.

Foto: Kim Schaerer