Team rawk.ch stellt sich vor – Nadine

Und wieder ist’s Dienstag und an der Zeit, unser Team vorzustellen. Diese Woche: Nadine, unsere strengst seriöse Auslandskorrespondentin.

Wo sie sich so rumtreibt und was sie abseits der Schreibarbeit für rawk.ch so macht, erzählt sie euch aber gleich selber:

Was ist deine Motivation, für rawk.ch zu schreiben und was ist deine Funktion?
Ich liebe Musik und mache so oder so schon nichts lieber, als stundenlang von genialen Songs, Alben, Bands oder Konzerten zu erzählen. Rawk.ch ist daher mein Sprachrohr, worüber ich mehr Leute mit meinen Schwärmereien erreichen kann. Natürlich macht es mich auch nicht unglücklich, Interviews mit Bands zu kriegen und ans ein oder andere Konzert gratis hin zu können. Meine Funktion ist vielseitig. Ich schreibe von Schottland oder der Schweiz aus – je nachdem, wo ich grad bin. Themenmässig berichte ich hauptsächlich über Blues und Blues Rock.

Was machst du so, wenn du nicht gerade für rawk.ch Zeit investierst?
Ich mache momentan einen Master in Journalismus in Edinburgh. Vielleicht krieg ich mit der Ausbildung ja mal einen Job als Musik-Journi, der mich auch über Wasser halten kann – die Hoffnung stirbt zuletzt! Zudem moderiere ich beim Studentenradio meiner Uni eine Musik-Show, die “Freak Hour“: Witzige Gespräche und gute Musik – alles live on air. Mehr braucht’s nicht, um mich glücklich zu machen.

Was für Musik finden wir auf deinem MP4-Gerätli/Plattenspieler/CD-Player?
Da findet man sehr viel Delta Blues (Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Big Bill Broonzy etc.) und Blues Rock aus den 60ern und 70ern (The Doors, Canned Heat, Jimi Hendrix, Led Zeppelin, und und und…). Auch neuzeitigen Blues (z.B. Marcus King Band, Gary Clark Jr.) und viel Garage Rock (Black Pistol Fire, The Black Keys, usw.) kann da entdeckt werden. Und sowieso einfach alles, das irgendwie Blues als Basis hat.

Ich bin aber anderen Genres gegenüber schon offener geworden und höre inzwischen auch mehr Künstler à la Alt-J, Darkside oder Chinawoman. Ansonsten ganz viel Peinliches: Musicals, 90ies Songs, Tiny Tim, und so weiter.

Welches ist deine Lieblings-Konzert-Location in der Schweiz und warum?
Ich finde die Rote Fabrik in Zürich super. Vor allem im Sommer, wenn’s auch nach draussen verschoben werden kann. Schön klein und intim und oft sehr coole Konzerte!

Was nervt dich am Schweizer Musikbusiness und was würdest du ändern?
Mich nervt, dass es so ausgelegt ist, dass nur wenige gross rauskommen können.

Die Ressourcen werden jeweils an die schon mehr oder weniger bekannten Künstler verteilt, während neue Bands meist ignoriert werden. Das ist nicht sehr motivierend für aufstrebende Acts, denn es gibt für sie schlichtweg keine Auftrittsmöglichkeiten.

Zum Vergleich: So gut wie alle der vielen Pubs hier in Edinburgh lassen praktisch jeden Abend irgendeinen lokalen Künstler oder irgendeine Band von hier auftreten (egal, wie unbekannt die nun sind). Zudem organisieren die meisten Lokale einmal pro Woche geniale Jam-Nights. Da treffen sich einfach ein paar Musiker, die meisten zum allerersten Mal überhaupt, und machen zusammen Musik – spontan und immer genial. Von sowas kann man in der Schweiz noch lange träumen…

Trotzdem wag ich jetzt mal einen Aufruf: Liebe Bar- und Clubbesitzer, öffnet doch eure Türen auch mal für Bands, die noch nicht bekannt sind – man muss ja irgendwo anfangen können, sich einen Namen zu machen. Oder organisiert mal eine Jam-Night! Ich bin mir sicher, der Schweizer Musikszene würd’s gut tun.

Denkst du, dass Schweizer Musiker genügend Anerkennung bekommen?
Nicht wirklich. Wir haben in der Schweiz eine super Konzertvielfalt, und es ist auch cool, dass viele grosse internationale Künstler immer wieder für Konzerte ins Land kommen (dank Schweizer Lohn, versteht sich…). Aber man hört dann leider auch nur immer von denen, nicht so sehr von Schweizer Bands und Künstlern. Und wenn, dann auch nur immer von den gleichen paar wenigen.

Spielst du selber auch in einer Band oder machst du sonst Musik?
Musik ist mein Leben, nicht nur das Musikhören und das Drüber-Schreiben, sondern auch das Singen. Seit ich 7 bin ist es, was ich am allerliebsten mache. Seit dem Gymi hab’ ich dann auch immer in Bands gesungen. Zuerst in ein paar Coverbands, im letzten Jahr in Zürich war’s dann eine Blues Rock Band und hier in Edinburgh ist’s gerade eine old-school Blues Band.

Zudem bin ich im “Jam Squad” einer Bar, wo ich einmal wöchentlich (meist ziemlich angeheitert) auf der Bühne steh und mit verschiedensten Musikern zusammen improvisiere. Ich arbeite auch stetig an meinen Gitarren-Skills, aber die Stimme ist definitiv mein Haupt-“Instrument”. Vor Kurzem hab ich mir auch etwas Know-How in Sound Production angeeignet, dementsprechend sind ein paar gute Aufnahmen in naher Zukunft geplant.

Eine Karriere als Sängerin wär natürlich schön, und hier in Edinburgh bin ich dem auch schon näher als je zuvor, aber mir fehlen dann doch die Eier, ums ganz durchzuziehen. Vielleicht hau ich dann in ein, zwei Jahren nach New Orleans ab und versuch’s dann doch mal.

Was hältst du von Streaming Diensten wie Spotify etc. und machst du davon Gebrauch?
Ich benutze Spotify nur für meine Radio-Show in Edinburgh. Wenn man ohne grosses Suchen schnell Vieles finden will, ist das schon noch praktisch. Aber mit seltenen Aufnahmen, zum Beispiel von Live-Konzerten oder bei ganz alten Aufnahmen, sieht’s ein bisschen schwieriger aus mit den Streaming-Diensten. Auch, wenn man einen Musikgeschmack hat, der nicht so ganz dem Mainstream entspricht kann’s auf Spotify und Co. schwierig werden. Da zahl ich dann lieber für eine Platte und hör zu Hause mit ganz viel Stil Vinyl.

Was hältst du von Instagram, Snapchat, Twitter und Co.?
Facebook und Instagram bin ich dabei, Twitter hab ich kurz benutzt und fand’s ziemlich sinnlos. Snapchat halt’ ich mich bislang noch fern davon.

Facebook find ich super, vor allem weil’s einem erlaubt mit Freunden aus anderen Ländern relativ einfach in Kontakt zu bleiben. Instagram ist super, um spontane Schnappschüsse mit Leuten zu teilen – und wegen Sarcasm Only, meiner täglichen Dosis Sarkasmus. Den Sinn hinter Snapchat hab’ ich noch nicht so ganz entdeckt und bei Twitter könnt’s mir nicht egaler sein, dass ich mein Passwort schon lange vergessen hab. Mann muss ja nicht jeden Scheiss mitmachen, oder?