Team rawk.ch stellt sich vor – Tina

Tina hat rawk.ch vor rund vier Jahren von ihrem Bruder Torfinn übernommen und es in seiner jetzigen Form mit ihrem Team aufgebaut. Früher hiess rawk.ch Rawkahoona und war nebst Webzine auch ein Schweizer Vertrieb für Macbeth, Atticus und diverser anderer Kleider- und Schuhmarken.

Was ist deine Motivation, für rawk.ch zu schreiben und was ist deine Funktion?
Ich leite mein super Team, bin für die ganze Administration und Koordination zuständig, versuche den Server im Griff zu haben, betreue viele unserer Partner und halte alle Fäden im Hintergrund zusammen. Weiter schreibe ich natürlich in allen Bereichen und bin für das Booking von unseren Roster-Bands verantwortlich. Meine Motivation dafür? Die Liebe und Leidenschaft für die Musik und die Überzeugung, dass Musikmachen und Musikhören vieles im Leben versüssen kann. Ich lerne durch rawk.ch viele nette Menschen kennen und habe wunderbare, neue Freundschaften schliessen können.

Was machst du so, wenn du nicht gerade für rawk.ch Zeit investierst?
Meine Brötchen verdiene ich an der Universität Bern. Rawk.ch und die Musik nehmen einen grossen Teil meiner Freizeit ein und das ist auch gut so. Ab und zu schreibe ich auch für unsere Regionalzeitung im Emmental. Meinen Ausgleich finde ich draussen beim Joggen – ohne das Laufen bin ich auf Dauer nicht erträglich. Draussen in der Natur zu sein und Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen ist mir sehr wichtig.

Was für Musik finden wir auf deinem MP4-Gerätli/Plattenspieler/CD-Player?
Querbeet alles ausser Reggae, Ska und Jazz. Ich höre mir sehr viel Promomaterial an, das wir tagtäglich bekommen. Ansonsten bin ich wohl musikalisch irgendwo im 90er-Emo-Zeitalter stehengeblieben. Meine bessere Hälfte meint immer: solange es etwas daneben klingt, mag Tina das.

Welches ist deine Lieblings-Konzert-Location in der Schweiz und warum?
Das Kofmehl im Solothurn. Der Rostbunker ist sympathisch und nicht so weit weg. Die Kofmehl-Menschen sind unglaublich nett, kompetent und unkompliziert. Ich schätze die Zusammenarbeit mit dem Kofmehl-Team und an Konzerten fühle ich mich in der Halle wie auch in der Raumbahr immer gut aufgehoben. Tolle Akustik und stressfreie Konzertstimmung – und sie geben Schweizer Bands eine gute Plattform.

Was nervt dich am Schweizer Musikbusiness und was würdest du ändern?
Musik und Business zusammen in einem Satz stösst mir schon sauer auf. Geld regiert nun mal die Welt, die Musikwelt im Radio und Fernsehen gehört dazu. Mich nerven Label-Veranstaltungen wie die Swiss Music Awards. Wer mal das Reglement liest weiss, was für eine Scheinveranstaltung das ist. Dafür zahlen wir Billag – dieses Geld könnte man  beim besten Willen für bessere Kulturförderung investieren. Ich prangere hier nicht die Künstler an, gewisse haben die Aufmerksamkeit sehr verdient – andere sind in meinen Augen bloss eine Abbildung der grösstenteils oberflächlichen Konsumgesellschaft. Ich würde in erster Linie das Hörverhalten der Menschen ändern wollen.

Denkst du, dass Schweizer Musiker genügend Anerkennung bekommen?
Ja, gewisse bekommen sehr viel Anerkennung – es ist aber sehr genreabhängig. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass viele Bands nicht mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Eine gewisse Qualität muss man mitbringen, Arbeit reinstecken, sich in den Arsch klemmen und auch etwas für den Erfolg tun. Mit 3-4 halbbatzig aufgenommenen Songs und einer Handvoll gespielter Konzerte in der lokalen Bar bist du kein Rockstar. Im Ausland Fuss fassen zu können ist sehr schwierig aber auch (ohne Label) machbar. Breakdown Of Sanity sind hier ein exzellentes Beispiel.

Spielst du selber auch in einer Band oder machst du sonst Musik?
Ich spiele seit meiner Kindheit Klavier und auch bitzeli Gitarre. Seit meiner Schülerbandzeit habe ich aber nie mehr in einer Band gespielt. Ich schreibe eigene Songs, aber das bleibt vorerst in meinen eigenen vier Wänden. Ich habe auch schon Texte für eine Metalcore Band geschrieben, das finde ich lustig.

Was hältst du von Streaming Diensten wie Spotify etc. und machst du davon Gebrauch?
Ich habe Spotify erst vor zwei Monaten für mich entdeckt. Meine Meinung darüber ist etwas gespalten. Einerseits finde ich es super praktisch, da man sich schnell überall reinhören kann und alles verfügbar ist. Andererseits ist es schon eine Frechheit den Künstlern gegenüber. Aber ja, bis vor kurzem wurde illegal runtergeladen, jetzt streamt man. Inwiefern dies das Kaufverhalten beeinflusst, kann ich nicht beurteilen.

Was hältst du von Instagram, Snapchat, Twitter und Co.?
Instagram finde ich ziemlich cool, abgesehen von den dämlichen Fitness-Body-Posts und den unendlich vielen, selbsternannten Food-Health-Lifestyle „Bloggern“. Ich finde es aber bedenklich, wie wenig Gedanken sich die Menschen über ihre Privatsphäre machen. Facebook nutze ich als rawk.ch-Netzwerk. Da darf mich jede/jeder adden, der was mit Musik am Hut hat – aber da teile ich auch nicht meine Ferien- und Bikini-Fotos. Für Twitter bin ich wohl zu faul und für Snapchat irgendwie 20 Jahre zu alt. Sagt man.