Team rawk.ch stellt sich vor – Vera

Last but not least! Heute stellt sich unsere Vera etwas näher vor. Sie hat sich vor knapp 1.5 Jahren mit den Worten „Motivierte Kunststudentin sucht Gratiseintritte gegen angemessene Zeichenanzahl“ bei uns gemeldet. Klingt sympathisch, ist sie auch. Was genau sie für uns schreibt und was sie sonst so mit ihrer Zeit anstellt, erzählt sich euch gleich selbst:

Was ist deine Motivation, für rawk.ch zu schreiben und was ist deine Funktion?
Ich darf endlich Leute mit Musik und Konzerterlebnissen volltexten, die es auch wirklich interessiert. In meiner Schulzeit haben die meisten meiner Klassenkameraden Chartsmusik gehört. Und die hat es dem entsprechend leider wenig interessiert, wie toll nun das dritte „blegh“ im zweiten Lied des neusten Albums von irgendeiner Band klingt und wieso ich deswegen jedesmal Gänsehaut kriege. Bei Rawk bin ich ein klassischer Schreiberling. Also Musik, live oder digital, hören und darüber berichten. Ab und an habe ich auch das Vergnügen, ein Interview führen zu dürfen.

Was machst du so, wenn du nicht gerade für rawk.ch Zeit investierst?
Ich studiere im letzten Semester Wissenschaftliche Illustration in Luzern. Für alle die keine Ahnung haben, was das nun sein soll: Ich mölele. Und das ganz genau. Wissenschaftlich korrekt. Also stundenlang millimetergenau rumpünktlen. Und um mir an Konzerten auch mal ein Bierchen zu gönnen, chauffiere ich Pizzas in der Gegend herum. Wenn ich Zeit und willige Opfer finde, fröne ich meiner zweiten grossen Leidenschaft; dem Tätowieren.

Was für Musik finden wir auf deinem MP4-Gerätli/Plattenspieler/CD-Player?
Eine seltsame Mischung aus englischsprachigem Metal und deutschsprachigem Rap. Aber ich bin grundsätzlich kein Musiknazi, der nur eine Musikrichtung gut findet. Wenn mir was gefällt, gefällt es mir. Egal was für eine Stilrichtung. Leider ist mir vieles zu härzig und harmlos, und gefällt deswegen nicht. Es muss so richtig schön brutal rein hauen. Im Metalbereich findet man mich deswegen irgendwo zwischen Melodic Death Metal, Metalcore bis hin zum Hardcore. Also von Soilwork (meine Lieblinge) über Architects, The Black Dahlia Murder und Protest the Hero bis zu Stray from the Path und Insanity. Sehr gerne auch lokale Bands. Und von denen gibt es glücklicherweise ziemlich viele tolle. Wenn’s dann mal kein Metal sein soll,  ist es deutscher Rap mit guten Texten. Von Fanta Vier, über Antilopen Gang bis hin zu Ok Kid geht alles. Wenn ihr auf unserer Playlist also plötzlich Käptn Peng findet, dann war ich das. Sorry, gäll.

Welches ist deine Lieblings-Konzert-Location in der Schweiz und warum?
Grundsätzlich mag ich das Werk21 sehr, weil dort gute Konzerte veranstaltet werden es einfach erreichbar ist. Aber ich möchte hier mal ein Kränzchen für die Luzerner Konzertlocations winden. Und damit meine ich nicht nur den Sedel oder das Treibhaus. Wir haben auch viele tolle kleinere Bars, welche diverse Konzerte veranstalten, die leider allzu oft ein bisschen unter gehen. Zum Beispiel das Bruch Brothers. Da spielen unter der Woche oft lokale Bands kleinere Konzerte. Die Location ist gut erreichbar, die Musik gut abgestimmt und die Konzerte gut organisiert. Ein bisschen Kantöndligeist muss schliesslich sein.

Was nervt dich am Schweizer Musikbusiness und was würdest du ändern?
Das ist schwer zu sagen, da ich persönlich keinen sonderlich grossen Einblick habe. Ich sehe alles aus der Publikumsperspektive. Es geht mir aber jedoch dezent auf den Sack, dass sich an diversen Musikpreisveranstaltungen nur immer die gleichen drei Acts gegenseitig irgendwelche Preise übergeben. Wir haben eine so vielfältige Musikszene, aber nach draussen sieht es so aus, als könnten wir nur mittelmässig-schlechten Pop produzieren. Deswegen weigere ich mich Radio zu hören. Ausser Radio 3Fach, die haben es sich wenigstens zur Aufgabe gemacht, Musik zu spielen, die man noch nicht kennt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Denkst du, dass Schweizer Musiker genügend Anerkennung bekommen?
Von den grösseren Medien sicherlich nicht. Aber das Thema haben wir in dieser Frage schon oft genug durchgenommen. Ich möchte an dieser Stelle für einmal ein bisschen Liebe versprühen. Denn wenn man sich an kleineren Konzerten tummelt, so kann man die bedingungslose Unterstützung von Freunden und gleichgesinnten Musikfans spüren. Da wird Merch gekauft, in andere Städte gepilgert um sich gegenseitig zu unterstützen und die Bands haushoch  zu feiern. Vielleicht werden die Songs nie im Radio laufen, aber solche Erlebnisse gehen mir viel tiefer.

Spielst du selber auch in einer Band oder machst du sonst Musik?
Ich würde jetzt gerne behaupten, dass ich in irgendeiner Brutal Death Metal oder Hardcore Band spiele. Aber ich kann leider kein elektronisches Instrument bedienen, auch wenn ich das gerne würde… Falls irgendeine Band Interesse hat, mich aufzunehmen und mir das beizubringen: hit me up! Bis dann spiele ich in einer Guggenmusik. Ich bin Luzernerin, was habt ihr denn erwartet? Und dann noch Lyra. Ein Instrument, dass kein Schwein kennt. Ob das nun Musik ist, darüber kann man streiten. Aber der Vereinszusammenhalt ist unbeschreiblich. Ursprünglich hatte ich acht Jahre Klavierunterricht, spiele aber seit ungefähr gleich langer Zeit kein Klavier mehr. Und Noten lesen konnte ich leider noch nie gut.

Was hältst du von Streaming Diensten wie Spotify etc. und machst du davon Gebrauch?
Ich habe Spotify erst kürzlich entdeckt. Vorher war ich hauptsächlich auf Youtube unterwegs. Mir gefällt, dass ich in diverse Alben und Interpreten hinein hören kann. Und das ich komplett neue Bands kennen lerne, z.B. durch unsere Playliste. Aber wenn mir etwas wirklich gefällt, kaufe ich es mir lieber als CD oder auf Vinyl. Ich mag es, das Artwork und das Booklet genauer ansehen zu können. Das ist wohl eine Berufskrankheit von mir. Fun Fact: Ich kann mir teilweise die Namen von Songs nicht merken, weis aber genau wie der Videoclip dazu aussieht.

Was hältst du von Instagram, Snapchat, Twitter und Co.?
Grundsätzlich bin ich nicht von Social Media abgeneigt, solange man sie mit einer gewissen Distanz betrachtet. Ich hatte mal eine Woche gar kein Social Media und mir ist aufgefallen, das wir nicht gemeinsam unser Leben teilen, sondern den anderen beim Leben zusehen. Und wenn dir das mal klar wird, siehst du all die perfekten Bilder und Posts ganz anders. Ich persönlich habe eine Schwäche für Instagram. Unter anderem, weil ich da meine Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren kann [unverschämte Eigenwerbung  hier einfügen]. Snapchat habe ich nur wegen den lustigen Filter, das gebe ich offen zu. Sonst habe ich noch einen Facebook-Account, obwohl der mir hauptsächlich als Konzertkalender dient. Mit Twitter hab ich mich nie auseinandergesetzt. Aber man muss ja nicht alles haben.