EP Review: Sacrificed With A Scythe – Bitter End

Am 20. Mai veröffentlichte das aus Wetzikon stammende Quintett Sacrificed With A Scythe seine Debüt EP „Bitter End“. Da ich vorher von der Band noch keine Mukke gehört hatte, bin ich zuerst mal ein bisschen im Netz stöbern gegangen um herauszufinden, was mich denn hier erwartet. Auf ihrer Facebook-Seite wird beschrieben, dass sie Hardcore Thrash machen, wobei mir gleich das Geknüppel von Iron Reagan in den Sinn kam.

Mit grosser Vorfreude startete ich also meinen Player und hörte gleich beim ersten Song „Aylin“, dass ich weit gefehlt hatte. Die Scheibe ist durchaus Metal lastiger, als ich im Voraus gedacht habe. Von der Produktion her haut mich die Scheibe ehrlich gesagt nicht gerade aus den Socken. Für ein Erstlingswerk kann man das natürlich durchaus durchgehen lassen, aber ich hoffe, dass die Jungs dafür nicht zu viel Geld hingeblättert haben. Der Gesang erinnert mich beim ersten Track an Bolt Thrower und ich erwarte die ganze Zeit, dass die Riffs in eine ordentliche Death Metal Walze übergehen, die aber leider ausbleibt. Dafür folgen Breakdowns, die für mich etwas deplatziert wirken. Ständig erhoffe ich mir, dass irgendwo ein ordentliches Gebretter im Stil von Obituary oder Entombed einsetzt. Bin ich mit 26 Jahren bereits zu alt für diese EP?

Der zweite Song „Dream“ ist dann gleich der am wenigsten harte Song des Albums. Ab 1:34 setzt ein schöner, raffinerter Akustik-Teil ein, der mich aufhorchen lässt. Da steh ich voll drauf. Leider wird dieses schöne Gezupfe nach 13 Sekunden von einer Melodie begleitet, welche – ich kann es nicht anders sagen – nicht gut dazu passt. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Der Rest der EP bietet mit den Songs „Pray“ und „Prevail“ zwei weitere Stücke, die ordentlich ballern. Obwohl ich ja hauptsächlich im Hardcore zuhause bin, sind es die Breakdowns, die mich, wie auch beim ersten Song, wieder etwas stören. Ohne diese würde es mir schon viel besser gefallen. Grundsätzlich sind die Songs solide geschrieben, aber wie das bei einem Debüt so oft der Fall ist, wird auch hier versucht, so viel wie möglich in eine Handvoll Songs zu packen. Dies führt wiederum dazu, dass die Band den Anschein erweckt, dass sie noch nicht genau weiss, wohin es denn musikalisch gehen soll. Es gibt also noch Luft nach oben und ich bleibe auf jeden Fall interessiert am Ball, um zu sehen, wie sich die Band entwickelt. Das Potential ist da.

Tracklist
Aylin
Dream
Prey
Prevail