Review: Insanity – Toss A Coin

Mit „Toss A Coin“ hauen die Entlebucher Hardcore Jungs Insanity heute ihr mittlerweile drittes Album raus. Obwohl die Scheibe bereits im September aufgenommen wurde, dauerte es etwas länger, bis wir sie endlich hören durften. Der Grund dafür? Es ist das erste Insanity Album, das nicht DIY released wird, sondern über das Label Bastardized Recordings vertrieben wird. Trotzdem überlassen sie nach wie vor nichts dem Zufall. Das Album überzeugt auf voller Linie und hier könnt ihr lesen wieso:

Wie immer, wenn ich eine Review schreibe, bin ich enorm erfreut darüber, wenn ich eine echte CD in den Händen halten darf. Besonders, weil ich dann auch die Gelegenheit bekomme, die Songtexte genauer zu studieren. Jedoch braucht man bei Insanity gar nicht erst das Booklet zur Hilfe zu nehmen. Sänger Tobias, sowie die unterstützenden Shouts, versteht man nämlich ausgezeichnet und die Messages der Songs kommen an. Gerade das ist ihre grösste Stärke und der Grund, weshalb sie zur Speerspitze des Schweizer Hardcore gehören. Insanity schaffen es, ihre Songs einfach und eingängig zu gestalten, aber machen dies mit einer Frische, welche einfach Freude macht. Bereits nach dem ersten Durchhören kann man fast alle Songs mitsingen. Jedes Lied bleibt als Ohrwurm im Kopf hängen und wird auch nach dem zehnten Mal nicht langweilig. Egal ob darüber gesungen wird, wie sie die beste Zeit mit ihren Freunden haben, (With My Friends), mit einem Anti-Kapitalismus Song uns die Augen öffnen wollen ($laves) oder drauf aufmerksam machen, dass niemand wählen kann, wo man geboren wird und egal welcher Herkunft man entstammt, sein gegenüber respektieren und sein Leben wertschätzen soll (Toss A Coin) – alle Songs haben eine klare Ansage, die in jedem Fall ankommt. Mein persönlicher Favorit ist das Stück „Find A Way“, das wohl jeden, der mal am Boden war, wieder aufstehen und weiterkämpfen lässt.

Als Insanity vor rund zwei Jahren ihre letzte Scheibe „Ready To Row“ veröffentlichten, gab es für mich eigentlich nur einen Mangelpunkt: mit sechs Tracks war das Album definitiv zu kurz! Da freute es mich doch umso mehr, als ich sah, dass „Toss A Coin“ mit elf Songs und einer Spielzeit von rund 36 Minuten wieder mehr hergibt, den auch von der Produktion her ist das Album genau das, was man es von einer Hardcore Produktion im Jahre 2017 erwarten kann. Zur Perfektion überproduzierte Gitarren und Bass Drums? Fehlanzeige! Mit ordentlichem Druck brettert „Toss A Coin“ aus den Lautsprechern und klingt dabei extrem natürlich. Die Produktion ist ein weiteres Exempel dafür, weshalb sich die Conatus Studios zu einem absolutem Geheimtipp gemausert haben!

Wie gewohnt überlassen Insanity nichts dem Zufall und machen eigentlich das Gleiche, was sie bisher immer gemacht haben: Ehrlichen, tanzbaren Hardcore. Und den machen sie nach wie vor einfach verdammt gut!

VÖ: 26.05.2017 / Bastardized Recordings

Tracklist
No Tolerance For Intolerance
Find A Way
Toss A Coi
What I See
With My Friends
Down
All I Need
One Day
$laves
What’s Hardcore
Die For