Mit Second Function hinter den Kulissen des Greenfield Festivals

Die Schweizer Alternative Rock-Band Second Function (von links: Sascha, Luki und Flo) trat heuer zum ersten Mal am Greenfield Festival auf. Ein Highlight für sie, wie mir Gitarrist und Sänger Flo in einem Interview kurz vor ihrem Auftritt verriet. Für ihn war der ganze Tag ein super Erlebnis und zwei Stunden davon durfte ich mit den sympathischen Jungs verbringen. Eine kommentierte Fotoshow.

Flo: “Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass wir jemals hier spielen dürfen, es ist eine Ehre und wir freuen uns mega! Die Zeit spielt keine grosse Rolle, auf der Mainstage zu spielen ist sicher geil!” Ihn und seine Bandkollegen wird es nicht gestört haben, dass sie ihren Backstageraum nur bis 15:00 zur Verfügung hatten, Flo ist auch als Besucher festivalerprobt: “Ans Greenfield gehe ich jedes Jahr seit es existiert und hatte immer eine super Zeit, auch auf dem Zeltplatz. Generell gehe ich soviel wie möglich an Festivals.”

Bis eine Viertelstunde vor dem Auftritt gab es letzte Besprechungen im Backstageraum der Band. “Früher haben wir Backstages vollgeklebt mit dummen Posters anderer Bands.” Die Wände am Greenfield Festival blieben (langweilig) weiss… Als Vorbereitung nutzte die Band ihre Tour mit Life of Agony durch Deutschland und Frankreich. Die Woche vor dem Greenfield gab es dafür keine einzige Probe. Am Vorabend waren die Jungs bereits am Greenfield und haben laut eigenen Angaben Konzerte geschaut, Bier getrunken und Burger gegessen. Dieses Rezept müsste eigentlich funktionieren.

Die Snacks im Backstage hatten übrigens erstaunlich grosse Ähnlichkeit mit den auf dem Zeltplatz verteilten Gratismüsterchen eines bekannten Schweizer Milchgetränkeherstellers. Der Boden hingegen war nicht ganz so stark davon zugemüllt.

Ein Ritual der Band: Vor jedem Auftritt gibt es einen Shot mit der ganzen Crew. Ein Mittel gegen die Nervosität? Flo meinte: “Vor Musikschulkonzerten war ich wohl noch viel nervöser. Natürlich ist man irgendwie nervös aber es ist eine Freude zu spielen und eine positive Aufregung.” In der Nacht zuvor hat er trotzdem schlecht geschlafen, das lag allerdings am Schnarchen des Fahrers, mit dem er das Zimmer teilte.

Auf der grossen Greenfieldbühne zu stehen, bedeutet auch im Fokus der Kameraleute und Fotografen zu sein. Es machte Flo stolz, dieselbe Bühne wie Green Day zu bespielen, der Auftritt sei mit keinem bisher gespielten Festival vergleichbar, da das Greenfield wohl das Rock-Openair der Schweiz sei. Nichtsdestotrotz habe jedes Konzert etwas Spezielles und auch die kleinen Shows könnten richtig gut sein.
“Einmal hatte ich ein kleines Figürchen auf meinem Mikrofon und ich habe nichts gesehen ausser diesem Figürchen aber ich konnte es nicht wegreissen weil ich Gitarre spielen musste. So habe ich eineinhalb Songs mit diesem Figürchen vor der Nase gespielt.” Auch die Interlaker Aussicht konnte Flo nicht wegreissen, das hat ihn aber vermutlich weniger gestört.

Geschafft, verschwitzt, aber glücklich posiert Flo nach dem Konzert für ein Foto. Der Auftritt hat nicht nur der Band Spass gemacht, sondern auch dem Publikum! Vor dem Konzert hat sich Flo noch etwas skeptisch gezeigt: “Ich hoffe auf eine geile Show mit vielen Leuten, wir spielen noch etwas früher als der Opener gestern und es ist der zweite Tag. Mal schauen.” Die (zu)schauenden Augen wurden während des Konzertes immer zahlreicher, die Hoffnungen der Band haben sich erfüllt, es haben sich viele Festivalbesucher von ihren Campingstühlen und dem Dosenbier auf dem Zeltplatz lösen können.

Auch der Teppich muss wieder nach Hause. Nach 40 Minuten ist das wunderbare Konzert leider schon wieder vorbei. Viel zu schnell sei es gegangen, sind sich alle einig. “Ich freue mich natürlich immer live zu spielen und wenn du eine solche Technik und Bühne hast, dann ist das sehr geil.” Es zählt an einem Konzerttag aber auch das Drumherum. Die erste positive Überraschung des Tages sei beispielsweise die fantastische Aussicht vom Hotelzimmer aus gewesen, meinte Flo.

Bei einem grossen Festival verläuft auch der Abbau etwas anders. Wie viele Personen sind nötig, um ein Schlagzeug abbzubauen? Die Stagehands bekamen schon vor dem Konzert ein Lob von Flo und haben nach dem Abbau sicherlich ein weiteres für ihren Einsatz verdient.

Kaum ist alles Material verstaut, geht’s für Second Function an die Autogrammstunde, zu der unzählige Fans kamen. Also wirklich unzählig waren sie nicht, sondern ziemlich genau 24 an der Zahl, so viele gratis Bier hat die Band während ihres Konzertes nämlich versprochen. Neben Bier wurden aber auch Unterschriften auf Bandshirts, Unterarme und Bäuche verteilt. So wie das Rockstars halt machen.

Ein paar weitere Impressionen in der Galerie: