Planetspade Shop am Greenfield Festival. Wieso, weshalb, warum?

Ich habe am dritten Greenfield Festival-Tag Kaspar Kupferschmied vom Planetspade Shop getroffen, um hinter die Kulissen eines Standbetreibers am Festival zu schauen. Warum sie einen Stand am Greenfield betreiben und was das alles für Arbeit mit sich bringt, erfahrt ihr hier:

Warum seid ihr mit Planetspade überhaupt am Greenfield Festival?
Weil Macbeth, eine unserer Marken, quasi zur Musik gehört. Tom DeLonge, Ex-Mitglied von Blink-182, war ja hier Mitbegründer. Macbeth steht somit auch für die Musik und das Greenfield ist ein Musikfestival. Ein weiterer Grund ist sicher auch, dass Torfinn, unser Vorgänger, mit Rawkahoona schon immer hier war. Somit wollten wir das so weiterziehen und auch, weil wir von Planetspade früher alle selber Musik gemacht haben, immer noch Musik machen oder sonst in der Musikbranche verankert sind. Die Musik am Greenfield und die Grösse des Festivals sind perfekt für uns.

Was braucht es alles, damit dieser Stand hier am Greenfield hübsch ausschaut und alles so läuft, wie es sollte?
Der kleinste Aufwand ist, die drei Tage hier zu sein und am Stand zu verkaufen. Man muss natürlich immer ein, zwei Stunden vor Geländeöffnung hier sein und alles auf Vordermann bringen. Auch sind wir bis spät in der Nacht hier, um mit Freunden und Musikern zu plaudern und unsere Community zu pflegen. Aber der eigentliche Aufwand fängt viel früher an. Ein bis zwei Wochen vor dem Festival wird das Material bereitgestellt und alle Ideen organisatorisch umgesetzt. Auch der Abbau nimmt viel Zeit in Anspruch. Es muss ja wieder alles feinsäuberlich im Shop verstaut und präsentiert und das Inventar muss gemacht werden. Die Nacharbeit dauert jeweils auch mindestens eine Wochen.

Ihr macht das ja auch alles in eurer Freizeit, oder?
Genau, ich mache das alles in meiner Freizeit – mein Hobby, meine Leidenschaft. Ja, und nach all dieser Arbeit sieht man dann, ob das Ganze rentiert hat. Obwohl es uns hier nicht darum geht, Profit zu machen, damit wir uns tolle Ferien oder so leisten können. Wir möchten am Festival eine gute Zeit verbringen, unsere Community pflegen und die Menschen an unserem Stand jedes Jahr aufs Neue willkommen heissen.

Wie bestimmt ihr, was am Greenfield genau verkauft werden soll? Habt ihr da bereits Erfahrungswerte?
Wir halten uns da an die Inventarlisten der Vorjahre. Allerdings dachten wir in diesem Jahr, dass die Sombreros super laufen würden – taten sie aber leider nicht. Dafür hätten wir kurze Hosen verkaufen können, was wir in den Vorjahren kaum konnten. Bei den Marken schauen wir darauf, dass sie in Verbindung zur Musik stehen. Macbeth oder American Socks zum Beispiel. Bei den Caps laufen Unit immer gut, obwohl die nichts mit der Musik am Hut haben. Weiter versuchen wir aufs Wetter Rücksicht zu nehmen, was hier im Oberland relativ schwierig sein kann.

Habt ihr in diesem Jahr aufgrund der Terrorwarnungen am Rock am Ring verschärfte Sicherheitsvorschriften erhalten?
Nein, nur, was die Besucher auch mitbekommen haben. Klar, wir haben im Vorfeld viel darüber diskutiert, das geht auch an uns nicht einfach so vorbei. Aber im Prinzip wollen wir nur positiv denken und gar nicht zu viele negative Gedanken daran verschwenden. Wir wurden jetzt auch nicht speziell kontrolliert, aber dazu unterzeichnen wir ja im Vorfeld die nötigen Verträge und wir sind quasi alte Bekannte hier. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wenn neue Standbetreiber kommen wollen, diese genauer kontrolliert werden. Aber ja, was willst du schon machen? Alleine unseren Bus von A-Z zu kontrollieren würde wohl Stunden in Anspruch nehmen. Wie gesagt, passieren könnte auch hier etwas, aber auch an jedem anderen öffentlichen Ort, wo überhaupt nichts kontrolliert wird. Besser nicht zu sehr darüber nachdenken und weniger Medien konsumieren, das macht alles nur viel schlimmer.

Ihr unterstützt ja einige Schweizer Bands. Welche davon sind denn hier vor Ort anzutreffen?
Heute spielen Breakdown of Sanity ihre letzte Festivalshow in der Schweiz, sie lösen sich ja Ende Jahr leider auf. Als Besucher sind zum Beispiel Scream Your Name, Defender, Insanity oder Mindcollision hier, die jedes Jahr vorbeischauen. Zudem sind sonst viele Musiker am Festival, die uns am Stand gerne besuchen. Ich würde sagen, es ist immer ein schönes Geben und Nehmen mit allen.

Können denn neue Bands mit euch zusammenarbeiten?
Wir sind eine sehr kleine Firma und müssen natürlich auch ein Marketingbudget aufstellen, das meistens gleich Null geht. Wir können niemandem Geld geben, weil wir das selber nicht zur Verfügung haben. Aber gestern war zum Beispiel Dave von Invoker hier und fragte uns für eine Zusammenarbeit für ihre Balkan Tour an. Da können wir natürlich Material zu sehr guten Preisen zur Verfügung stellen und sie integrieren dann im Gegenzug unser Logo bei ihrer Promo. Da sind wir natürlich offen für solche Zusammenarbeit. Natürlich kommt es auch etwas auf das Genre darauf an, wir haben jetzt nicht nur Punk sondern auch viel HC, was auch zu der Message von Macbeth passt – also vegan, in einem fairen Rahmen etc. Uns ist die Einstellung der Bands wichtig, dass sie auch wissen, was hinter den Marken steckt, und was die Philosophie von Planetspade ist. Das ist in meinen Augen das Wichtigste Kriterium, um mit uns zusammenzuarbeiten. Anfragen kann uns jede Band, man sollte aber dann auch nicht traurig sein, wenn wir eine Absage erteilen müssen.