20.06.2017 – Deafheaven brillieren im Bogen F

Spätestens seit ihrem 2013 erschienenen Meisterwerk “Sunbather” sind Deafheaven eine der meist gehypten Bands im Black Metal/Shoegaze. Um zu sehen, was die Jungs live drauf haben, sind wir (Andy und Miguel) am heissen Dienstagabend zum Bogen F in Zürich gepilgert.

Nach kurzem bestaunen der Venue und einer Cola ging’s auch schon los. Den Anfang machte die Schweizer Sludge Metal-Walze Palmer. Mit ihren schweren, vertrackten Songs konnten sie dem Publikum ziemlich gut einheizen, wenn man das so nennen darf. Ich bin es mir kaum mehr gewohnt an Konzerte zu gehen, wo nicht gemosht wird, der Zuspruch der Leute zeigte sich also durch den lauten Beifall und gelegentliches Kopfschütteln. Meddl eben! Der Sound war von Anfang an sehr gut, so kamen die komplexen Riffs und Hooks das ganze Set durch sehr tight daher. Einzig die unglaubliche Hitze war ein bisschen anstrengend.

Nach einer eher kurzen Umbaupause stand dann die Band der Stunde auf den Brettern. Deafheaven gaben von der ersten Sekunde an Vollgas. Was für ein Brett! Der Sound bleibt bombastisch, die Blastbeats sitzen und Sänger George Clarke keift sich gekonnt durch das Set – was für eine Röhre dieser Mann doch hat! Seine dirigierenden Tanzbewegungen sind zudem eine Erwähnung wert, auch wenn sie manchmal eher wie ein Touretteanfall ausgesehen haben, trugen sie doch ziemlich zur mystischen Stimmung der Amerikaner bei. Live funktionieren die Klanggebilde der Band noch viel klarer als auf Platte, das Sounderlebnis war wirklich ergreifend. Auch waren die letzten zwei Songs („Dream House“ und „Sunbather“) von ihrem Überalbum “Sunbather” ein genialer Abschluss für diese 60-minütige, melancholische Machtdemonstration. Diese Jungs sind zurecht eine der meist gefeierten Black Metal Bands.