23.06.2017 – So war die Plattentaufe von Nice To Eat You

Am 23. Juni 2017 hat die Alternative-Melodic-Metalcore-Band Nice To Eat You aus dem Emmental im Herzen vom Emmental, in der Kupferschmiede Langnau, eingeladen zur Plattentaufe ihres am 10. Mai 2017 erschienenen Albums „The New Age Of Violation“ (unsere Album-Review folgt noch). Die Location war schön hergerichtet mit einer grossen Bühne. Draussen gab es leckere Burger vom Catering des Restaurants ZUM KOCH aus Burgdorf. Je länger der Abend wurde, und er wurde lang, desto mehr Besucher trudelten ein.

Mit etwas Verspätung starteten InView aus Bern in den Abend. InView spielen Alternative Rock, der auch teilweise etwas punkig ist. Eine gute Mischung mit verschiedenen Einflüssen und mit einer Stimme mit viel Wiedererkennungswert. Immer wieder schön ist es, Drummer Simu zuzuschauen, mit wie viel Passion er sein Schlagzeug behandelt. Leider dröhnte immer wieder das Bassdrum, worauf die Jungs einen Song kurz nach dem Anspielen abbrechen mussten dies aber mit Humor nahmen. Sie meinten, sie spielen seit neuestem jetzt eben Drum’n’Bass. Nach kurzer Einstellung des Mikrofons ging es weiter und ihr Set beinhaltete unter anderem ein Cover von Amy McDonald „This Is The Life“, eine Rock-Ballade und einen Song namens „Black Friday“, in dem sie ihre punkige Seite ausleben und gegen Massenkonsum singen. Ein rundum gelungener Start in den Abend.

Weiter ging es mit Horace, ebenfalls aus Bern. Die Band kannte ich nur vom Hörensagen und war ein bisschen froh, dass sich das geändert hat. Man wurde beschallt mit feinstem Hardcore, der vor allem gesangsmässig stark an Stray From The Path erinnerte. Obwohl für mich HC generell immer etwas gleich tönt, animierte mich der Sound zum Mitwippen und ich habe die Show sehr genossen.

Sehr gespannt war ich vor allem auch auf THORN., eine noch junge Progressiv-Metalcore Band aus Olten, welche sich erst im 2015 gegründet hat, jedoch mit einigen bekannten Gesichtern aus anderen Bands. Sie legten ein Set hin, was ganz ohne Cover-Songs auskam und was ich hörte, gefiel mir! Es war erst ihr dritter Liveauftritt, was man keinesfalls gemerkt hätte, wäre es nicht erwähnt worden. Die Jungs wirkten eingespielt und sicher in dem, was sie tun. Die durchdröhnenden Gitarrenriffs verleihen den einzelnen Songs eine ganz spezielle Note. Es gab einen kurzen Unterbruch zu Lasten der Tontechnik, weil es mehrmals eine laute Rückkupplung gab, die für die Hauptband Konsequenzen mit sich zog. Das wusste man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.  Anyway, ich bin mir sicher, von THORN. werden wir in Zukunft noch einiges hören und sehen.

Jetzt hiess es warten. Angedachte Stagetime war 23.15 Uhr, weil die ganze Tontechnik rebootet werden musste, waren alle Einstellungen aus dem Soundcheck verloren. Natürlich hatte das Publikum Verständnis dafür, dass ein erneuter ausgiebiger Soundcheck durchgeführt werden musste für die Band des Abends und die Besucher harrten zahlreich bis um ca. 00:30 Uhr aus, wo es dann endlich los ging.

Nice To Eat You betraten die Bühne und wurden trotz der nervenaufreibenden Pause schnell warm und das Publikum fuhr zur Höchstform auf. Durchgehend wurde gemosht, Platz dafür war genug da. Die Kupfere war trotz ihrer Grösse gut gefüllt und die Zuhörer erschienen zahlreich. Der Sound ist stark am Metalcore angelehnt und besticht durch harte Breakdowns im Wechseln mit Violinen-Klängen, nicht etwa ab Synthie, sondern direkt von der Elektrogeige von Violinist Pädu. Ein ungewöhnliches Bild in dieser Szene, aber absolut einzigartig und einfach top. Die Geige findet in den Songs genau den richtigen Einsatz, nicht zu viel, aber doch hörbar. Auch der Gesang kam gut an, und Sänger Sam ist sowohl sicher im Cleangesang wie auch in den Screams. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und die Jungs lieferten einen guten Song nach dem anderen ab. Natürlich durfte auch ein Gitarrensolo von Pesche nicht fehlen, der kann was! Langsam ging es auf den Höhepunkt der Show zu, auf die Uhr haben wir schon lange nicht mehr geschaut. Wasserpistolen wurden geladen, der Champagner bereitgestellt und jeder nahm seinen Platz ein. Soundtechnisch wurde das fröhliche Wein-Vergiessen begleitet durch Drum und Geige und da liess man sich nicht lumpen. Wir bekamen einfach mal den Überhit Crystallize von Lindsay Stirling zu hören – im Duett, geil!

Das Publikum hatte noch nicht genug gehört und es folgte noch eine Zugabe mit einem Song, der sogar noch neuer war, als die Platte. Ein rundum gelungener Abend mit guten Freunden, tollen Bands und einer guten Stimmung. Well done!