Schmittner Openair und OpenQuer Zell: Eine Liebeserklärung an die kleinen Festivals

Dada Ante Portas

Liebs Schmittner Openair, liebs OpenQuer Zell

Ich kann mich noch ganz genau erinnern an die Tage, an denen wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Es war im Sommer, aber das hat man kaum bemerkt, denn es war weder heiss noch wirklich sonnig und am Abend wurde es sogar richtig kalt. Die romantischen Blicke auf den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel blieben uns leider verwehrt (nein, nicht wegen der Decke des Barzeltes, wegen der Wolken). Aber das war egal, ich genoss jede Minute mit euch, weil der ganze Rest einfach stimmte. Seither freue ich mich jedes Jahr auf die Wiedersehen, fast noch mehr als auf Weihnachten. Zwar erlebe ich zwischendurch auch andere Liebesgeschichten, mal mit dem Greenfield, mal mit dem Heitere zum Beispiel. Aber das ist nicht zu vergleichen, da fehlt das Herzblut, das ich an euch so liebe. Bei euch trifft man zum Beispiel den Herrn Niederhauser, der Kaffee Schnaps verkauft oder den Jugendverein des Dorfes, der sein Können im Getränkemischen unter Beweis stellt. Der Weg vom Zeltplatz zur Bühne ist bei euch kürzer als die Schlange vor den WCs an den grossen Openairs.

Und es ist ja nicht so, dass ihr musikalisch nur zwischendurch ertragbare Musik bieten würdet und ich deswegen gerne mehr Abstand von der Bühne hätte. Im Gegenteil, überrascht ihr doch Jahr für Jahr mit einer vielseitigen Mischung, die seinesgleichen sucht. Da gab es heuer weltweit bekannte und stilprägende Bands wie Sepultura oder Delinquent Habits in Schmitten, nationale Grössen wie Dada Ante Portas und Kunz am OpenQuer und ganz viele Perlen aus der Region, zum Beispiel Overdrive Amp Explosion, Unexisting Structures (beide in Schmitten), Mind Patrol, Oh Shit It’s Wendelean, Blue Rage oder Ticket to Nowhere (alle am OpenQuer). Dazwischen ein Schwatz mit sympathischen Leuten und ein Blick in unzählige fröhliche Gesichter. Was will man mehr?

Der Dreitagespass für’s Gampel kostet 194.- plus Gebühren, für dasselbe Geld kann ich drei Tage ans Schmittner Openair (110.-), drei ans OpenQuer (55.-) und zwei ans Fri-Air in Fribourg (20.-). Und die Verpflegung dort kostet erst noch weniger. Als wären die qualitativen Gründe nicht schon genug überzeugend, spricht also auch quantitativ betrachtet alles für euch. Ihr seid grossartig und ich hoffe, dass ihr noch lange so weiter macht und freue mich schon jetzt wieder auf das nächste Mal!

Fotos: Eric Lindegger