So war das Openair St. Gallen aka „Schlammgallen“

Angie und Andi waren gemeinsam an der diesjährigen Ausgabe des Openair St. Gallen. Über das Wetter wissen wir ja schon Bescheid, nun sind wir gespannt, was sie sonst so zu berichten haben.

So war das OASG für Andi:
Als St. Galler ist ein Besuch am Openair St. Gallen quasi Pflichtprogramm, so war es für mich in diesem Jahr meine 11. Ausgabe des Festivals. Was schon im Vorfeld heiss diskutiert wurde, war das Line-up, das 2017 mit keinem Knüller über die Bühne ging und sich eher einem jüngeren Publikum attraktiv präsentierte. Für mich gab es als Punkrock-Fan, wie schon in den Jahren davor, nicht viel zu feiern, doch weiss ich auch, dass ich immer wieder die eine oder andere unbekannte Band in mein Herz schliessen kann.  Mit der Plaza-Bühne und der Premiere der Campfire Stage zeigt das Openair St. Gallen auch, dass man die regionalen Acts mehr in das Festival einbeziehen möchte. War es bisher für eine regionale Band fast eine Unmöglichkeit auf dem grossen Festival zu spielen, fand man in diesem Jahr rund 20 Ostschweizer Bands, die einen Platz auf dem Festival bekamen. Ebenfalls sorgte die Vielfalt der neuen Catering-Stände für den kulinarischen Genuss.

Das fand Andi am OASG 2017 toll:
+ Campfire Stage: Lagerfeuer-Atmosphäre und immer ein Publikum, das bei zu lautem „Gschnorr“ mit einem „pschhhht“ die anderen Besucher abmahnte, den Acts Tribut zu zollen.
+ Catering-Stände: Ich glaube, es war das erste Mal, wo man am Gemperli-Wurststand keine lange Warteschlange vorfand.
+ Knöppel: Wenn man am Samstag gegen 13 Uhr die Sternenbühne so füllen kann wie die drei Wichser von Knöppel, dann muss das einfach ein Geheimtipp sein. Das Publikum feierte am Ende mit einem grossen „Wichser, Wichser, Wichser“-Sprechchor.
+ Bear’s Den: Meine Neuentdeckung. Diese Band werde ich weiterhin verfolgen.
+ Marius Bär: Obwohl unsere Session mit Marius verschoben werden musste, war seine Show auf der Campfire Stage wunderbar!
+ Greenfield Story: Rheintaler Power-Folk auf der Campfire Stage. Herzlich und warm bei strömendem Regen auf dem Festival Gelände.

Das fand Andi eher uncool:
The Lemon Twigs: Als Geheimtipp angekündigt, aber für mich ziemlich enttäuschend. Nach drei oder vier Songs wechselte ich die Bühne.
Alt-J: Klar, ich kannte die Band kaum aber ich musste etwa nach der Hälfte des Sets gehen. Ich fand diesen Headliner leider nur langweilig.
– Getränkeausschank-Unterschiede: Da ich am Samstag mit dem Auto zum Festival fuhr und ich keinen Alkohol trank, fand ich es ziemlich frech, dass man alkoholfreies Bier teils als 0.4l Getränk zum gleichen Preis eines normalen Bieres verkaufte, der Ausschank aber nur 0.3l betrug. Nach stetigem Nachfragen und keiner befriedigenden Antwort gab ich es auf und stieg auf Minrealwasser um.

Fazit Andi:
Das Festival werde ich auch in den nächsten Jahren besuchen, da man stets bekannte Gesichter sieht. Aufgrund des Line-ups muss ich jedoch nicht gehen, da ich als Rock-Fan zu wenig auf meine Kosten komme. Ich verstehe jedoch den Generationswechsel, dem das Festival gerecht werden muss/möchte.

So war das OASG für Angie:
Im Gegensatz zu Andi war dies erst mein zweites OASG, daher kann ich nicht so aus Erfahrung sprechen. Das letzte hatte ich aber noch sehr positiv in Erinnerung und freute mich auf dieses Jahr. Obwohl mich das Line-up nicht besonders ansprach, wagte ich den Besuch des Openairs und es hat sich definitiv gelohnt!

Das fand Angie am OASG 2017 toll:
+ Campfire Stage: Eine tolle Idee, etwas abseits der anderen Bühnen eine weitere Stage aufzubauen. Die Idee mit dem offenen Feuer fand ich toll, so konnte jeder etwas Mitgebrachtes grillieren. Der Sitzbereich war total gemütlich und es machte so extrem Spass, den Konzerten zu lauschen.
+ Marius Bär: Kann ich mich Andi nur anschliessen – super Show!
+ Alt-J: In diesem Punkt muss ich Andi widersprechen, das Konzert der Briten war einfach genial. Super Sound und die Setlist liess keine Wünsche offen.
+ Parcels: So viel Liebe für Parcels! Nichts zu motzen, das Konzert war mit Abstand eines der besten am Festival. Kaum eine Band machte so viel Stimmung und brachte diese mit so viel Spass rüber. Schade, dass das Konzert erst am Sonntag war, als ich schon extrem müde war. Trotzdem musste ich mitwippen, denn bei so einer Band kann man nicht anders.
+ Glass Animals: Trotz strapazierter Stimme hat Sänger Dave das Konzert 45 Minuten lang durchgezogen. Das Set wurde danach aber abgebrochen, was verständlich war, da Dave kaum mehr einen Ton rausgebracht hatte. Diese Band will ich wieder sehen.
+ Biffy Clyro: Können die Schotten überhaupt eine schlechte Show abliefern? Perfekter Abschluss vom Wochenende, und etwas, wofür es sich definitiv gelohnt hat, zu warten.

Das fand Angie eher uncool:
– Das Wetter: Liebes St. Gallen, ich weiss, du kannst nichts dafür. Aber wenn es kalt ist und immer wieder regnet, macht es automatisch weniger Spass und man verkriecht sich eher im Zelt oder geht früher nach Hause.
– Menschenmengen: Am Samstag hatte es meiner Meinung nach zu viele Leute auf dem Gelände. Es ist mühsam, wenn man für „kurz“ aufs W.C. zehn Minuten einrechnen muss, da man sich noch durch so viele Leute kämpfen muss. Auch beim Konzert stört es, wenn man ständig angerempelt wird und man sich kaum auf die Musik konzentrieren kann.
Oscar And The Wolf: Wurden als Highlight beworben – als ich dann vor der Bühne stand fand ich es relativ schlecht.

Fazit Angi: Openair St.Gallen, zu dir würde ich immer wieder kommen, so lange natürlich das Line-up stimmt. Ich hatte Spass – bis bald!