01.07.2017 – Insanity taufen „Toss A Coin“

Am Samstag, dem 1. Juli 2017, war es soweit: über ein halbes Jahr nach den Studioaufnahmen konnten Insanity nun endlich ihr Album „Toss A Coin“ taufen. Und das in der schnuckeligen Bar59, mitten in Luzern. War natürlich klar, dass ich dabei sein muss. Glücklicherweise war meine Diplomfeier schon am Morgen und ich somit am Abend frei für die Fete. Veranstaltet wurde diese von Hardcore United Booking.

In der Bar59 reichte es knapp für einen WC-Stop – ja ja, ein typisches Frauenproblem – bevor Sayras den Abend eröffneten. Und wie die den eröffneten: Keinen langsamen Einstieg oder nette Worte, sondern direkt ein Brett von Musik. Deutschsprachiger, hässiger Metalcore, um genau zu sein. Passt mir so, können gerne mehr Bands machen, do herrlich brachial-brutal mit der Tür ins Haus fallen. Das Set war gegebener Massen ein bisschen zu kurz, dafür wunderbar rübergebracht. Inklusive „Bassist schreit mit dem Publikum vor der Bühne um die Wette“-Einlage. Es waren auch schon ordentlich viele Leute anwesend und die Temperatur schon fast im Saunabereich.

Als nächsten waren Sickret an der Reihe. Die Herren aus „Soorsi“ habe ich auch schon live gesehen, ist jedoch schon ein bisschen länger her. Denn ich hatte total vergessen, was für gute Mukke die zu bieten haben, auch wenn Nu-Metal normalerweise nicht so meins ist. Die Stimme passte ebenso gut zu den Rapparts wie den Screams. Und alles richtig hart raus gehauen. Ihr Crossover/Hardcore passte hervorragend in den Abend und heizte dem Publikum richtig ein. Wäre aber fast nicht nötig gewesen, denn die Temperatur war inzwischen schon wieder um gefühlte zehn Grad gestiegen. Eine Lüftung wäre wünschenswert, aber das ist in einem Kellersaal wie diesem wohl schwieriger. Anyway; das Set war gut, die Show schweisstreibend und die frische Luft draussen eine wunderbare Abwechslung.

Als dritte Band durften Cancel The Sky auf die Bühne. Felix, Sänger von Sayras, hatte wiedermal einen Doppelauftritt, diesmal aber als Gitarrist. Woher die ganze angestaute Energie kommt, frag ich mich jedes mal wieder. Und Energie hatten Cancel The Sky reichlich. Und das Publikum auch. Das liess es sich nicht nehmen, nochmal fünf Grad zu den Gefühlt 40 schon vorhandenen hinzu zu moshen. Das Publikum hat’s sichtlich gefeiert, ich hab’s gefeiert und die Band hat’s gefeiert. Der Abend war jetzt schon ein voller Erfolg. Der harte und unnachgiebige Metalcore von Cancel The Sky passte sich perfekt in das musikalische Konzept des Abends ein. Alle, die bisher nur herum gestanden waren, wurden ordentlich wachgerütelt.

Gegen Elf waren dann Insanity an der Reihe. Sie spielten an diesem Abend ihr längstes Set ever. Neben den neuen Songs fanden so auch noch ein paar ältere Lieder ihren Platz. Das Publikum gab vom ersten Ton an richtig Gas. Wie viele Leute da waren, und was die in den hinteren Reihen so trieben, kann ich nicht wirklich sagen. Ich war viel zu beschäftigt mit Leute rumschubsten und Knie in den Kopf bekommen. Aber ich kann da wirklich nichts dafür; wenn Insanity spielt spüre ich mich nicht mehr. Da gibt’s nur eins: moshen. Und da waren viele der gleichen Meinung wie ich. Nach zehn Minuten waren wir alle schon bachnass geschwitzt, aber sehr zufrieden. In der Mitte des Sets gab es dann auch noch einen kleinen Karaoke-Wettbewerb, bei dem alle drei Kandidaten Erster wurden. Und sich was beim Merchstand abholen durften. Ein kleiner Stagedive-an-der-Decke-durch-den-ganzen-Raum-krabbeln-Wettbewerb wurde ebenfalls abgehalten. Die Jungs von Insanity gaben 110% und nach gefühlt zwei Stunden Hammershow war dann auch ihr Auftritt zu Ende.

Fazit des Abends: Das Album ist getauft, das Publikum war begeistert, die Bands hatten Energie ohne Ende. Die Soundqualität war für ein solches Kellerloch aus Beton einwandfrei abgemischt, die Temperatur war gefühlt dreistellig und ich werde ab jetzt statt ins Pilates nur noch an Insanity Konzerte gehen. In diesem Sinne: Gerne wiedermal, und gerne möglichst bald!

Foto: Gorka Photography