15.08.2017 – Insanity und First Blood in der Schüür

„Maria Rocks The Schüür Before She Wants To Go To Heaven“. Das ist mal ein anständiger Name für ein Festival. Im Rahmen von „Sommer statt Pause“, dem Sommerprogramm der Schüür, wurden vom 11. bis 15.08.17 diverse Konzerte unter diesem langen Festivalnamen gespielt. Für alle nicht Katholischen und nicht Luzerner: Am 15.08.2017 war Mariä Himmelfahrt und deswegen in Luzern ein „Fiertig“. Obwohl das Konzerthaus über fünf Tage hinweg diverse tolle Anlässe zu bieten hatte, fanden wir uns erst am letzten Tag der Reihe in der Schüür ein. First Blood und Insanity riefen, und wir kamen angerannt.

Gestartet wurde ein bisschen nach acht Uhr. Es waren noch nicht all zu viele Leute anwesend, aber doch ordentlich, wenn man bedenkt, dass es ein Dienstagabend in den Sommerferien an einem Feiertag war. Insanity gaben wie immer alles. Das sie seit über zehn Jahren zusammen spielen und Konzerte geben, merkt man daran, dass sie wunderbar aufeinander abgestimmt sind. Und wenn dann auch die Bühne endlich mal genug gross ist, so dass sie sich ordentlich bewegen können, ist es umso schöner zuzuhören. Das Set waren eine gute Mischung aus alten Liedern und neuen Songs der frisch getauften Platte. Für mich war es ein bisschen zu kurz, aber als Vorband-Set durchaus eine gute Länge.

Der Sound in der Schüür war, wie fast immer, ein Traum. Jedenfalls für Nicht-Tontechniker wie mich. Die Instrumente waren gut aufeinander abgestimmt und der Gesamtton war klar und deutlich. Wirklich nice. Der freie Platz vor der Bühne wurde für die abendliche Akrobatik gut genutzt und wir wissen nun, dass es nur sechs Leute braucht um einen Stagediver in der Luft zu halten. Grossen Respekt an die Damen und Herren, die so passioniert Leute in die Höhe gestemmt haben.

Ich bin mir normalerweise mehr als nur eine Vorband gewöhnt, fand es aber eine schöne Abwechslung, an einem Dienstagabend so schnell zum Headliner zu kommen. First Blood tourten mit ihrem Album „Rules“ und gaben dabei ordentlich Gas. Hätte ich eine Roboterarmee, würde ich beim Einmarsch definitiv First Blood spielen. Dann gäbe es sicherlich keinen Wiederstand, weil solch eine Donnerwelle alle in Angst und Schrecken versetzten würde. Was ich damit sagen will: die Musik war so richtig schön hässig. Sie stampfte vor sich hin, wie eine (oder meine) Roboterarmee das tun würde. Anyway, weg von meinen Weltherrschaftsplänen zurück zur Musik. Die Jungs aus San Francisco hatten einen neuen Schlagzeuger dabei, der scheinbar erst seit einer Woche mit auf Tour war. Merkte man aber nicht. Oder ich merkte es nicht. Da können mir eingefleischtere Fans vielleicht mehr dazu sagen. Ich fand es auf jeden Fall einen gelungenen Hardcore Abend.

Und ich fand es toll, dass auch im Sommer noch ein bisschen Radau in der Schüür gemacht wurde. Damit wir nicht endgültig im Sommerloch ertrinken mussten. Deswegen grosses Dankeschön an Goodnews Production und die Schüür.