Zürich Openair Tag 1: Gute Laune und viel Konfetti

Am 23. August 2017 begann die 6. Ausgabe des Zürich Openairs, welches in Glattbrugg in der Nähe des Flughafens stattfindet. Es war mein drittes Mal dort und so freute ich mich natürlich schon auf das gute Wetter und auf tolle Konzerte.

Nach einer langen Fahrt kamen wir endlich auf Festivalgelände an und der Einlass klappte (für mich) erstmals problemlos. Keine Schlangen und gut organisiert, so könnte es doch immer sein! Eine super Idee fand ich auch die Schliessfächer vor dem Bändeltausch, so kann man Gegenstände, die nicht erlaubt sind auf dem Gelände, dort lassen und muss sie nicht wegwerfen. Auf dem Gelände angekommen fiel mir sofort auf, dass sich im Vergleich zu den letzten Jahren viel getan hat. Ein grösseres VIP-Zelt mit einer Terrasse, bessere Aufteilung der Food-Stände und mehrere kleine Zelte in der Mitte statt ein grosses, für T-Shirts, Taschen und was man sonst so braucht (oder eben auch nicht). Generell hatte ich den Eindruck, dass alles viel besser organisiert und geplant wurde, hatte das Festival bisher doch einen bisschen einen schlechten Ruf, was dies anging.

Mit Phantogram startete ich ins Festival, die Band kannte ich vorher nicht wirklich und wurde positiv überrascht. Auch wenn ich eher passiv am Zuhören war – das, was ich gehört habe hat mich definitiv überzeugt. Trotz der Hitze und die noch frühe Stunde versammelten sich viele Leute vor der Hauptbühne und auch generell hatte es mehr Publikum als sonst – ich vermute dieses Jahr hatte es am ersten Festivaltag so viele Leute wie noch nie. Danach zog es uns zu den Food-Ständen, die wie immer sehr ansprechend aussahen. Alles andere als ansprechend waren die Preise, aber für Zürich wohl zu erwarten. Als nächstes auf dem Programm stand Perfume Genius in der Zeltbühne.

Naja, schlecht war es nicht, aber auch nicht mein Geschmack, denn sein plötzliches Rumschreien fand ich eher irritierend als künstlerisch ansprechend. Dann kamen First Aid Kit auf die Hauptbühne. Ich entschied mich, das Konzert von der Wiese aus zu geniessen, was sich als die perfekte Idee herausgestellt hat. Indie-Folk höre ich sonst nicht, jedoch war es super als Hintergrundmusik zum Entspannen und Geniessen. Die beiden Frauen fand ich sehr sympathisch und ihre Stimmen harmonierten super. Voller Neugier ging ich dann zu Mac DeMarco mit hohen Erwartungen, welche vielleicht etwas zu hoch waren. In der ersten Hälfte des Konzertes fand ich ihn eher langweilig und monoton, aber irgendwie fing er mir plötzlich an zu gefallen – leider war dies schon fast am Ende der Show. Musikalisch war er natürlich super und ich werde sicher nochmals reinhören, um die Musik besser zu verstehen.

Nun zum Headliner des Abends: Mumford and Sons! Das gefühlt ganze Festival versammelte sich vor der Hauptbühne und wartete ungeduldig auf die Männer aus London. Was dann folgte war ein Konzert der Extraklasse, was man auch am Publikum anmerkte. Schon vom ersten Song an tanzte und hüpfte die Menge und bis in die hintersten Reihen wurde mitgesungen. Da sass jeder Ton und jedes Lied und was mich am meisten beeindruckte war, dass alle Mitglieder der Band mehrere Instrumente spielten und mehrmals Platz tauschten. Highlight war ohne Frage die Kollaboration mit First Aid Kid, die während des Konzertes auf die Bühne gerufen wurden. Definitiv ein Hühnerhautmoment! Während der Show wurde zwei Mal Konfetti verstreut und sogar Pyrotechnik gab es gegen den Schluss. Irgendwie cool, aber irgendwie auch unpassend, meiner Meinung nach hätte die Lichtshow (welche auch cool war) gereicht. Mumford and Sons sind jetzt nicht wirklich die Partyband, darum haben mich die vielen „Extras“ eher irritiert.
An dieser Stelle möchte ich den Soundtechnikern am Festival ein grosses Lob aussprechen: Der Sound war sowohl auf der Haupt- als auch auf der Zeltbühne super und glasklar. So macht Musikhören Spass!