Zürich Openair Tag 3: Sommerhitze und viele Besucher

Der Freitagmorgen startete mit einem kleinen Massaker und zwar lagen besonders im Campingeingangsbereich und den Sanitäranlagen viele tote Mäuse rum, welche offenbar aus ihren Mauselöchern geschlüpft waren und durch die Besucher am Abend vertrampelt wurden. Diese wurden dann aber im Verlauf des Vormittags mehrheitlich beseitigt. Mein Tierfreundherz blutete ein bisschen und ich war froh, selber keine vertrampelt zu haben…

Das Line-up hat am 3. Tag für mich nicht wirklich viel hingegeben und wir versuchten uns tagsüber vorallem darum zu bemühen, bei 30 Grad nicht wegzuschmelzen. Es gab nette Festvialbesucher, die uns Eiswürfel vorbeigebracht haben. Ich habe an dem Tag die kühle Dusche benutzt, um mich runterzukühlen und frisch zu machen. Die Duschen auf dem Campinggelände sind für Festivalverhältnisse purer Luxus und im Campingvoucher von 35.-/10.- inbegriffen. Es erwarteten einem grosszügige Einzelduschkabinen mit genügend Wasser und Regenduschköpfen.

Kurz nach 18:00 Uhr begaben wir uns dann aufs Festivalgelände um der Stimme von Birdy zu lauschen. Wir haben uns einmal die Foodstände angesehen, das Angebot war riesig. Die Süsskartoffel-Sticks mussten wir probieren, die waren zwar portionsmässig etwas sehr teuer, aber lecker. Später am Abend haben wir unsere amerikanische Begleitung in die schweizerische Küche eingeweiht und es gab Raclette und Weisswein. Das Raclette war Bombe, das können nicht nur die Walliser!

Danach sind wir zur Hauptbühne gegangen, um Annenmaykantereit zu sehen. Eine tolle und sympathische Liveband, die Stimmung war gut. Sänger Henning May hat gesagt, er möchte gerne Gesichter sehen und nicht nur Handyhüllen, das Publikum nahm dies für eine Weile zur Kenntnis und hatte kaum die Handys gezückt. Es gab dann noch eine Zugabe: Barfuss am Klavier, was ein perfekter Konzertabschluss war.

Später hörten wir uns Kygo an, wo ich mehrmals dachte „ah dieses Lied kenne ich, ist doch momentan auf den oberen Plätzen der Charts“. Im Verlauf des Konzertes habe ich dann gemerkt, dass sich der DJ allgemein fast nur an fremdem Material bedient und selber auch bei Wechseln die Hände oft in die Höhe hielt, was hat der wohl selber gemacht? Auf jeden Fall war die Stimmung im Publikum auf dem Höhepunkt und der Sound und die Show war gut. Auch bei Interpol im Stagetent haben wir kurz vorbeigehört, es war aber so proppenvoll, dass wir uns etwas ausserhalb aufhielten. Headliner des Abends waren The XX, kann man sich anhören, sind eigentlich richtig gut und haben den Eindruck hinterlassen, dass ihnen das Konzert Spass gemacht hat. Allgemein hatte ich eher das Gefühl, dass die Musiker gekommen sind, ihre Sets durchgezogen haben und wieder verschwunden sind, ohne gross ein persönliches Highlight mitzunehmen.

Flop des Abends war für mich definitiv Nicolas Jaar, ich hatte gemeint, ich kenne den DJ und seine Musik ein bisschen. Nachdem aber 15 Minuten „Intro“ gespielt wurde, und man jedes Mal dachte, jetzt geht’s dann los, wurde man enttäuscht. Viele Besucher verliessen innerhalb der ersten 15 Minuten das Zelt und wir gingen dann auch bald mal Richtung Dance Circus, wo leider ebenfalls nicht wirklich etwas für unseren Geschmack gespielt wurde. Im Vergleich zum Vortag mit Dillion Francis und What So Not eine kleine Enttäuschung, wo wir uns dann verhältnismässig früh zurück auf den Camping verzogen haben.

Angie: Zu den Bands kann ich Aline nur zustimmen und das eine oder andere noch anfügen. Bei Interpol war ich mitten in der Menge und ich war sehr erstaunt, wie souverän die Band ihr Set durchgezogen hat. Es sind zwar alle Lieder sehr ähnlich, jedoch passt dies irgendwie, wenn man sich völlig auf das Konzert einlässt. Auch hier war die Tonqualität super.

Mein Flop des Abends waren die völlig überfordeten Food-Stände. Trotz grosser Auswahl musste man zu gewissen Zeiten über eine Stunde anstehen, und dies bei jedem Stand. Fand ich irgendwie schräg, da z.B. ein Openair St. Gallen mit mehr Besuchern nie so grosse Schlangen hat. Auch zu späterer Stunde musste man noch relativ lange anstehen, da viele Stände eher aufwändigere Speisen mit grösseren Wartezeit haben. Das Festival war Freitag und Samstag zum ersten Mal ausverkauft und dies merkte man definitiv, allerdings fand ich das Gelände nicht überfüllt und man fand immer noch ein Plätzchen zum Sitzen oder Essen.

Foto: Eduard Meltzer