Wir waren am Open Air Gränichen unterwegs

Juhu, am letzten August-Wochenende war es endlich wieder Zeit fürs Open Air Gränichen. Wir besuchten das Festival am Samstag und werden euch nun ein bisschen erzählen, wie wir den Tag so erlebt haben.

Etwas enttäuscht wurden wir schon vor Start des zweiten Festivaltages, denn leider gab es zwei Absagen, für die jedoch würdiger Ersatz gefunden wurde: Für den krankheitshalber ausgefallenen Migre Le Tigre sprangen Crane’s Legacy ein und für Nordic Giants, die ihren Auftritt aufgrund gestohlenem Band-Equipment absagen mussten, konnten kurzerhand die deutschen Post-Rock-Helden Long Distance Calling verpflichtet werden.

Todeshitze, letzte Shows und neue Entdeckungen

Als erstes ging’s direkt zur kleinen Bühne in der Sounderia im Zelt, um Deconvolution zu sehen. Es war nur schon beim Stehen unglaublich heiss, aber überleg dir mal, wenn man auf der Bühne spielen “muss”… phuu. Auf jeden Fall haben die Solothurner alles gegeben und das Publikum hat sich trotz Hitze vorbildlich bewegt. Dem Geruch nach wurden auch schon erste Alkohol-Exzesse ausgeschwitzt.

Nach der Anstrengung musste erstmal etwas zu Essen her: eine Portion Pommes, die wir sogar an einem Tisch (!) im Schatten (!!) geniessen konnten, bevor’s kurz nach 15 Uhr auf der Mainstage weiterging. Dort spielten Final Story, die am Open Air Gränichen ihren Gitarristen Raffaele verabschiedeten. An dieser Stelle: Thumbs up an die Security, die uns immer wieder mit dem Wasserschlauch abgekühlt haben – so war’s in der brennenden Sonne einigermassen auszuhalten.

Kurz darauf fanden wir uns beim Gig von NOFNOG wieder, die der Crowd ordentlich einheizen konnte – als wär’s nicht schon genug heiss gewesen. Grosses Kino war Drummer Jérôme, der aussah als würde er bald wegen einem Hitzschlag vom Stuhl fallen und sich trotzdem so richtig auspowerte.

Kurz nach dem NOFNOG ihr Set beendeten, machte man sich wieder vor der Hauptbühne bereit, um richtig loszumoschen: Broken Teeth aus England bewiesen, wie gut Hardcore und Thrash Metal zusammenpassen. So hatten sie leichtes Spiel, das Publikum zu Side-to-Sides und der ein oder anderen Windmühle zu animieren. Wer sich bei dieser Affenhitze so bewegt, verdient unseren Respekt.

Im Schatten der Zeltbühne ging es etwas gemütlicher zu und her: Die Stoner-Rock-Band Ephedra aus Zofingen lud zum Headbangen ein. Noch besser wär’s gewesen, wenn’s während des Sets dunkel gewesen wär – trotzdem machten sie ordentlich Laune.

Als nächstes haben wir uns Terror angeschaut – und natürlich angehört. Auch ihr habt sicher eine “Muss ich mal reinhören”-Liste, denn Terror standen bei mir (Jasmin) auf dieser. Endlich hab ich’s mal geschafft! Mein Fazit: toll! Ich glaube aber, bei einer Clubshow würde es noch mehr abgehen.

Pizza, Kutten und grabschende Typen

Wir brauchten wieder etwas Essbares. Dieses Mal haben wir uns für Pizza entschieden, man soll ja das vielseitige Essensangebot austesten. Leider haben wir sehr, sehr lange gewartet und deshalb den Anfang von Mindcollision nur aus der Ferne beobachten können. Mit Pizza in der Hand ging es ab in die Sounderia: Die Stimmung war Bombe und die Jungs aus Zug bretterten eine geile Show hin.

Nach der Stärkung und Mindcollison ging’s auf zu Anti Flag. Ich (Jasmin) muss zugeben, ich habe die Band noch nie live gesehen, doch das Konzert hat mich absolut überzeugt und die Stimmung war sensationell – eine grossartige Festival Band, wie ich finde. Schon bald wurde es dunkel und die Stimmung wurde immer besser. Das Publikum hat ordentlich mitgemacht und es kühlte zum Glück langsam aber sicher ab.

Schon bald waren dann Insanity an der Reihe. Die Luzerner geben immer Gas auf der Bühne. Nach einem Feature kletterte ein Freund der Band sogar auf den Boxenturm und liess sich in die Menge fallen – say what. (Stell dir vor, du stehst wie ich, Kim, währenddessen gerade IM Bühnengraben. Genau unter dem Turm. Angstschweiss und Horror ahoi!). Wer Insanity noch nie live erleben konnte: Tu es unbedingt!

Was natürlich ebenfalls nicht verpasst werden durfte: Turbonegro. Schliesslich sind die Death-Punker aus Oslo dafür verantwortlich, dass das halbe Gränichen-Gelände Jeanskutten mit Aufschrift “Turbojugend” trug. Die Erwartungen an die Band waren dementsprechend hoch, obwohl ich (Kim) zugeben muss, dass es den Turbojugend-Dudes und -Dudettes auch gefallen hätte, wenn’s schlecht gewesen wär – Alkohol floss nämlich mehr als genug. Anyways, überzeugt haben Turbonegro durchs Band und als sie das Festival zum Schluss mit “I Got Erection” beschallten, schien der Abend fast perfekt. Schade eigentlich, dass sie nicht als Headliner spielen durften.

Headlinen durften nämlich Eskimo Callboy. Über sie gehen die Meinungen extrem auseinander. Es war schon spät und dementsprechend hat man auch schon ein bitzeli getrunken. Ich (Jasmin) hatte keine Ahnung, wie die Band sich anhört doch ich bin immer offen für Neues  – ich habe im Moortal einige “neue” Bands entdeckt, wie ihr lesen könnt.

Die einzige Sache, die mich bei der Show extrem genervt hat war der Typ, der uns einfach nicht in Ruhe lassen wollte. Er konnte seine Finger nicht bei sich behalten und wirkte sehr aufdringlich. Jungs, das ist Scheisse. Wenn wir “NEIN” sagen und euch davon laufen, dann meinen wir das auch so, klar?!

Fazit: Das Open Air Gränichen ist ein wunderbares und familiäres Festival. Ein grosses Dankeschön an alle, die so hart am Festival gearbeitet haben und es für uns wieder einmal zu einem super Ereignis machten. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr!

Text: Andy / Jasmin / Kim