Album Review: Rooftop Sailors – «Dead Water»

Alexander Bratschi (Vocals, Bass), Adrian Bratschi (Drums, Vocals), Nevio Heimberg (Guitar, Vocals) und Maurice Rupp (Guitar) haben allen Grund, sich zu einem beeinflussenden Teil des Schweizer Musikbusiness zu zählen: Seit 2013 sind sie die Rooftop Sailors, und erst ein Jahr ist es her, dass sie das Emergenza-Finale gewonnen und sich somit in aller Munde Ohren begeben. Ist ja auch klar. Wer kann vier so hübschen jungen Männern auf der Bühne schon widerstehen? Sie selbst kommentieren ihr Aussehen mit den Worten “…wie einer Boyband entsprungen”. Look like a boyband members, sound like rockstars, würd ich doch da mal meinen.

Am 15. September hat die vierköpfige Thuner Alternativrock Band, ihre zweite EP neben “Mazes And Dead Ends” namens “Dead Water” rausgegeben. Da konnte ich es mir nicht entgehen lassen, da mein neugieriges Ohr in die Platte zu stecken. Mein Fazit: Wiedermal ein Scheibchen von der Art Musik, unter der ich mir bildlich so einiges vorstellen kann und die mich mitreisst – zur Abwechslung mal nicht durch düstere, unheilvolle Klänge und Texte.

Wenn auch ein wenig poppig, ist der Rock der sympathischen Jungs durchaus massentauglich. Wobei massentauglich für einmal kein, wie in der Musikwelt üblich, abwertendes Wort sein soll. Ich meine, der Sound ist wirklich was für jedermann: vielseitig und aufmunternd, wenn man nicht schon munter ist.  Und irgendwie sehe ich mich grad zusammen mit Freunden zu genau diesem Soundtrack die Gassen von Thun unsicher machen. Da spüre ich den Whisky und das Bier, ohne die Flasche auch nur anzufassen und kriege ein freies, gutes Gefühl, schon nur wenn mir die Melodien durch den Kopf spielen.

Wer also auf klassischen Alternativ-Rock steht, jedoch immer auf der Suche nach was neuem ist, bleibt am besten an den Thunern dran. Denn Sie bieten den perfekten Mix an verruchtem Rock wie in “Been Here Before” und frischen, irgendwie befreienden Melodien und Beats, definitiv zu finden mit “Above The Fold” und als Sahnehäubchen die melancholischen, zum Nachdenken anregenden Texte, die sich durch die Songs ziehen.  Die Aufnahmen sind authentisch, rau und passen wie Faust aufs Auge zur jungen Band. Anders als bei vielen anderen Bands lassen sich die Rooftop Sailors nicht glattschleifen, behalten ihre Ecken und Kanten und geben dem Ganzen damit noch ein Wenig mehr Pepp, als sonst schon zu hören ist.

Die coole 5-Song-Platte wurde natürlich ebenfalls gebührend gefeiert: Die Geburtstagsparty fand am 15. September, natürlich pünktlich zum Release, in der Café Bar Mokka statt. Leider aber ohne mich, die vor lauter Umzugskisten den Veranstaltungskalender nicht mehr gesehn hat. Da habe ich natürlich trotzdem mal beim Maurice nachgefragt, wie denn ihr Auftritt war:
“Die bereits im Vorfeld ausverkaufte Plattentaufe war eines der schönsten Konzerte, das wir bisher spielen durften. Die Atmosphäre, die Location, die Leute; alles hat gepasst.”

Und, habt ihr Lust bekommen, die vier live und und in Lebensgrösse zu sehen und mal zu hören, ob ihr mir hier zustimmen könnt? Dann verpasst auf keinen Fall den nächsten Gig am 28. Oktober: Terrassen Closing Party mit Rooftop Sailors in Langnau.

So, nun hoffe ich, allen, die noch nicht reingehört haben, den nötigen Lesestoff zum “Hören-Wollen” geliefert habe.

VÖ: 15.09.2017

Been Here Before
The Pace That Kills
Above-The-Fold
Fake Silver Lining
Hollow Head

recorded by Frieder Does @ Inner Ear Tonstudio, Pforzheim (DE)
mixed by Frieder Does @ Inner Ear Tonstudio, Pforzheim (DE)
mastered by Robin Schmidt @ 24-96 Mastering, Karlsruhe (DE)