Wir waren am Turnover-Konzert im Treibhaus

Am Dienstag machten wir uns einmal mehr auf den Weg ins Treibhaus in Luzern. Es erwarteten uns vier Bands: Anna’s Anchor, Palladino, Emotional und Turnover.

Marty Ryan aka Anna’s Anchor eröffnete den Abend mit einem erfrischenden Akustik-Set. Der Ire brachte einem immer wieder zum Schmunzeln, da er zwischen den Songs ein bisschen vom Songwriting und seinen Abenteuern erzählte. Er wirkte sehr ehrlich und das wiederspiegelte sich dann auch in den Songs. Er erzählte uns auch noch davon, dass er “The Islands” gemacht hat: Heisst, er besuchte über acht Wochen hinweg acht Inseln in Irland, hat auf jeder Insel ein Konzert gespielt und einen Song geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht. Er singt in den Songs über die verschiedenen Inseln, da er dort ziemlich lustige Sachen erlebt hat. Dazu drehte er ein Video Tagebuch, dass ihr euch wirklich anschauen solltet. Finde ich eine tolle Sache. Für seine Songs auf Bandcamp kann man übrigens so viel bezahlen, wie man möchte. Das Geld spendet er dann direkt an Limerick Suicide Watch. Das ist eine Volunteer-Gruppe, die in seiner Heimatstadt immer wieder Leuten hilft, die in Schwierigkeiten sind. Übrigens wäre Marty gerade auf einer UK-Tour, doch er hat für diese Show extra einen Abstecher in die Schweiz gemacht.

Als nächstes waren Palladino an der Reihe. Die drei Jungs aus New York haben ihr Set, ohne gross was zu sagen, durchgezogen. Was nicht unbedingt negativ klingen soll. Die Musik ist ein bisschen schwer zu erklären, irgendwo zwischen groovy und tanzbar. Sie behaupten es sei R&B. Ich habe keine Ahnung von R&B, also glaube ich ihnen einfach. Im ersten Moment klang es so, als ob eine Frau singen würde, es handelte sich jedoch um den Sänger, der eine unglaubliche Höhe hinkriegt. Wie die drei Herren mit Bass, Keyboard und Schlagzeug diese Mukke raushauen, ist mir bis heute ein Rätsel. Irgendwie hatten wir das Gefühl, es müssten sicher noch zwei Personen mehr auf der Bühne stehen um diesen satten Sound hinzukriegen.

Weiter ging’s mit Emotional. Jap, die Band heisst Emotional. Eine lustige Truppe aus San Francisco, die da auf der Bühne stand. Der Sänger hatte ein zerrissenes Shirt an und eine 70er-Jahre-Drahtgestellbrille auf der Nase, der eine Gitarrist war fast nur in Denim eingekleidet und der andere war von oben bis unten voll mit Sternenmustern, inklusive 60er-Jahre-Hippie-Frisur. Es hat aber Spass gemacht, ihnen beim Spielen zuzuschauen. Eine sehr interessante Band.

Bei Turnover war der Raum im Gegensatz zu den anderen Bands bis hinten voll. Es wurde mit einem Beamer ein Video mit Sonnenuntergang an die Wand projiziert. Die Musik lud zum träumen ein und auch dazu, sich von einem Fuss auf den andern Fuss zu schauckeln. Das Sonnenuntergangvideo passte wie die Faust aufs Auge zur Musik, was natürlich klar war, denn die neue Scheibe der Herren aus Virginia Beach besitzt den klingenden Titel “Good Nature”.

Organisiert wurde der Abend von HUNDREDANDONE. Wie immer eine tolle Organisation und es läuft stets alles harmonisch ab. Auch mal ein grosses DANKE an das ganze Treibhaus-Team. Fotos vom Abend gibt es bei Kim Schaerer.

Weitere Daten von HUNDREDANDONE:

22. November – Gurr 
03. Dezember – Knuckle Puck, Tiny Moving Parts, Movements