William Fitzsimmons im Interview

„Herbert Grönemeyer ist ein unglaublich guter Geschichtenerzähler“

Der aus Illinois stammende Singer-Songwriter William Fitzsimmons hat im Februar 2014 sein mittlerweile sechstes Album veröffentlicht. Zwölf neue Songs hat er auf „Lions“, so der Titel des neusten Werks, aufgenommen. Mitte März wird er dann für zwei Konzerte auch in der Schweiz halt machen. Ich durfte dem symphatischen Barden einige Fragen stellen:

Ich habe mich immer gefragt wie du deine starken und emotionalen Songs schreibst. Brauchst du dazu spezielle Vibes oder spielst du einfach Gitarre und lässt die Songs durch einen Jam enstehen?

Es muss schon immer eine Inspiration vorhanden sein. Dies kann eigentlich alles sein, oft kommt dir eine Idee, wenn du es am wenigsten erwartest. Aber es geht schon darum das richtige Gefühl zu erwischen. Am besten funktioniert das Songwriting wenn du denn Song selbst die meiste Arbeit machen lässt.

Dein neues Album heisst „Lions“. Gibt es einen speziellen Grund für diesen Titel?
Der Löwe ist ein Biest mit einer extremen Dualität. Er ist nobel, schön und verehrt. Wir schätzen ihn und benützen ihn als Vergleich mit grossen und schönen Dingen. Und da ist doch etwas Wahres in solchen Gedanken. Auf der anderen Seite ist der Löwe ein grausamer Killer und kann ohne Reue irreparablen Schaden anrichten. Für mich ist dies die perfekte Darstellung von mir selber und den Menschen an sich. Und da ist etwas an dieser Dualität die ich verzweifelt versuche zu leben und besser zu verstehen.

Die Songs auf „Lions“ sind positiver als die Songs auf deinen älteren Alben. Wie kommt das?
Als ich jünger war hatte ich noch nicht gelernt mit Konflikten und zwiespältigen Gefühlen zu leben. Für mich waren Erfahrung und Gefühl nur schwarz und weiss. Da war nichts dazwischen, keine Kompromisse. Es war eine Reise mit vielen schwierigen Aufgaben, aber letztlich bin ich langsam im Stande Lieb und Leid zu teilen. Deswegen denke ich sind die Songs auf „Lions“ ehrlicher und ich konnte das Gefühl eines Songs mehr verwirklichen.

Für deine neue Single „Centralia“ hast du ein Live-Video gedreht, indem du eine wunderschöne Gitarre spielst. Was ist das für eine Gitarre und wo hast du diese fantastische Location gefunden?
Es ist eine 1965 Guild M20. Eine der besten Gitarren dich ich je gespielt habe. Ich kam auf diese Gitarre aus meiner Liebe zu Nick Drake. (Der auch eine M20 gespielt hat) Von da habe immer mehr die Gitarren mit kleinerem Body bervorzugt. Diese Gitarren haben oft eine schöne Mitte, nicht zu bassig, was sehr gut zu meinem weichen Gesang passt. Nach diesen vielen Jahren ist sie mittlerweile eine gute Freundin geworden. Die Location befindet sich im Robert Allerton Park in Central Illinois. Es ist ein aussergewöhnlicher und ruhiger Ort. Es fühlte sich perfekt an dort meine Songs zu spielen.

In Europa werden deine Alben über Herbert Grönemeyers Label „Grönland Records“ vertrieben. Hast du ihn jemals getroffen?
Ich hatte das Vergnügen Herbert Grönemeyer kennenzulernen. Er ist ein sehr netter, engagierter Mann. Und er ist ein unglaublich guter Geschichtenerzähler.

Du spielst verschiedene Instrumente wie Ukulele, Mandoline oder Melodica. Gibt es ein Instrument das du noch nicht spielst und du gerne noch lernen möchtest?
Klavier war das erste Instrument das ich je gespielt habe und es bleibt das Instrument das ich am schlechtesten behersche. Ich liebe es so sehr, ehrlich gesagt fast mehr als die Gitarre. Ich sage immer dass ich irgendeinmal Zeit finden werde mich mehr mit den Klavier auseinanderzusetzen. Wir werden sehen…

Welche Musik hörst du zuhause und welches ist deine Lieblingsband?
Ich höre alles Mögliche. Graham Nash oder Aimee Mann mag ich besonders am Morgen. Meine Lieblingsband ist aber definitiv „THE NATIONAL“. Diese Band hat drei Meisterwerke in Folge gemacht. Und das ist doch sehr krass.

Wenn du einen Sänger oder eine Sängerin für ein Duett auswählen könntest. Wen würdest du wählen?
Rosie Thomas und Brooke Fraser sind meine absoluten Lieblingssänger.  Zum Glück sind auch beides meine Freunde.

Konzerte:
Sonntag, 16. März 2014, Komplex Zürich
Montag, 17. März 2014, Fri-son Fribourg