Review: Nasty – „Realigion“

Wenn du keins abbekommen willst (as your designated writer), stellst du dich jetzt besser zu mir hinter die Bar, hinter eine Säule oder in den Eingangsbereich des Ortes, an dem du dich gerade befindest. Heute (22.09.2017) releast nämlich die „Däng däng däng däng — ding ding — dumm dumm dumm dumm“-/„3-2-1-0-4-3-2-1-2-0“-Crew Nasty (mittlerweile Mainstream oder wie sagt man jetzt?) ihr neues Album „Realigion“ via BDHW Records. In gewohnt unzimperlicher Manier liefert dir Band ein neues Brett, um dir gepflegt damit/dazu den Schädel einzuschlagen. S räbblet!

Gleich zu Beginn: Ja, da ist immer noch die alte Härte (remember your roots und so, gell) und der alte Wille zur Unbequemlichkeit zu spüren, kein Grund also, die Band sehr wortgewaltig und aktiv nicht mehr zu hören und so laut es geht „Impericon Sell-out“ zu schreien. Und auch wenn nicht mehr alles richtig heavy gewesen wäre: who cares anyway?

Aber eben: Bereits beim ersten Song/Intro „F.Y.W.“ (Fuck Your World, imfall!) wird klargemacht: Wir sind Nasty, wir sind wütend, wir mögen Beatdown-Slamparts, tiefe Gitarren, Hardcore- und Metalriffs und schreien der Welt ins Gesicht, dass sie scheisse ist, und das Ganze möglichst laut.

Eigentlich könnte man die Review jetzt hier auch abschliessen, denn das Album geht so weiter, wie es beginnt, Doublebass-Attacken, Geknüppel, Gangshouts, Ritaratandi (sagt man dem so?) und „Yeah, alle hauen sich in die Fresse“-Moshparts und ein paar Guestspots von diversen Leuten aus der HC-/Beatdown-Welt. So weit, so bekannt, ein paar Überraschungen hält das Album aber noch bereit, nämlich wenn man auf der Zielgerade plötzlich ein Metalcore-Riff hört und denkt: „Oh, wow, das klingt ja richtig geil!“ So wird in meinen Augen (Ohren, duh) „Prediction“ mit seiner ungewöhnlich poppigen Art (Cleangesang!) zum Albumsieger, einfach, weil es so unerwartet kommt.
Und dann, wenn’s eigentlich schon vorbei ist, geben sich die Herren von Malevolence die Ehre und sorgen nochmals für ein Album-Highlight (wenn man denn den Gesang der Herren mag) bei „In Defeat“, das auch mit dem geilsten dissonanten Breakdown der Scheibe aufwartet. Fetzt!

Also: Solides Album, geh, kauf’s, prügel dich!

Aber hey, Nasty, Hundegebell sampeln? Echt? In diesem Genre? 2017? Nach Knocked Loose?  Come on…

Tracklist:
1. F.Y.W
2. Rock Bottom
3. At War With Love
4. Drty Fngrz II
5. Forgiveness
6. Realigion (feat. Jj, Deez Nuts)
7. At Night
8. Interlude
9. Prediction
10. Welle (feat. Samis, Reduction)
11.  In Defeat (feat. Alex, Konan, Malevolence)
12. Outro