5 Fragen an Cilia Hunch

Lust auf was Neues? Anlässlich des Release ihres am 29. September erscheinenden Albums, “Armed Or Deedless” haben wir die siebenköpfige Band Cilia Hunch mal ein bisschen genauer unter die Lupe genommen und ihnen ein paar Fragen gestellt. Wollt ihr mehr über den “Multidimensional, metamorphic future soul”, wie sie ihn nennen, wissen? Lest und hört unbedingt mal rein!

Welche Erfahrungen habt ihr beim Entstehen eures ersten Albums gemacht?
Die grösste und schönste Erfahrung war die gesamte Entwicklung, die wir als Band durchgemacht haben. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht, zwei Wochen zusammen gelebt, gemeinsam Musik gemacht, das Album selber produziert und so gemerkt, dass wir als Band wirklich wissen, was wir musikalisch möchten, und ein gemeinsames Ziel haben. Wir sind zusammengewachsen – sowohl menschlich als auch musikalisch.
Eine unserer grossen Stärken ist das Live-Spielen, deshalb haben wir auch das gesamte Album gemeinsam live aufgenommen. Wie aber das Studioalbum genau klingen sollte, haben wir erst währen den Aufnahmen herausgefunden. Unser Pianist Marvin Trummer hatte während den Aufnahmen aus reiner Probierfreudigkeit begonnen, an dem Sounddesign des Albums zu arbeiten, hat einzelne Sounds ausgetauscht, andere neue eingespielt. Was er kreiert hat, entspricht genau unseren Vorstellungen. So haben wir nicht nur gemerkt, in welche Richtung sich das Album vom Live-Set unterscheiden soll, sondern auch, dass er der richtige Produzent für uns ist. Und so hat er schlussendlich das ganze Album produziert.

Wie sehen eure Vorbereitungen für die Prerelease und Release Show für “Armed Or Deedless” aus?
Die Prerelease-Show am 29. September ist selber organisiert. Das heisst, gemeinsam mit den Powerplay Studios machen wir wirklich alles selber, vom Getränke Einkaufen übers Tickets Verkaufen bis hin zum Aufstuhlen. Wir möchten einen intimen und persönlichen Abend an dem Ort, an dem das Album entstanden ist. Als Vorband haben wir die Zürcher Band Ray Drma eingeladen.
Die Release Show wird dann in Basel im Club Sommercasino stattfinden, wo wir auch selber den Abend mit den Basler Künstlern Emilia Anastazia und DJ Luke Le Loupe gestalten durften. Auch hier gilt es, vor allem Werbung zu machen und Leute für einen Konzertbesuch zu mobilisieren.

Euer Sound, in Richtung Future Soul, klingt ja mal nach etwas ganz Neuem, verglichen zum aktuellen Radio-Programm. Wie seid ihr zu eurem jetzigen Stil gekommen? Und was wird uns weiter von euch erwarten?
Bewegung und Veränderung sind die beiden Dinge, die mit Sicherheit immer sein werden. Auch wir als Band und jeder Einzelne von uns wird sich immer weiterbewegen und entwickeln, und genau so klingt auch unsere Musik. Unser Stil ist ein Spiegelbild von dem, was wir gerade hören, was wir spannend finden, wie jeder Einzelne von uns gerade spielt. Zwar komponiert Fernanda Ramos, unsere Leadsängerin, die Songs, jedoch haben wir uns als Band in den letzten zwei Jahren so gut kennengelernt, dass sie beim Komponieren auch inspiriert wird durch die Spielweise eines jeden Einzelnen der Band. Sie setzt sich dabei keine Regeln oder versucht nicht, irgendwelche üblichen „Muster“ zu befolgen, sondern komponiert, was aus ihr herauskommt, und versucht, sich selbst und auch die Band immer wieder zu überraschen. Jeder Einzelne kann sich dann beim Erarbeiten der Songs einbringen, Dinge ändern oder anpassen und seinen musikalischen Platz finden.
Wie gesagt, es ist, zum Glück, ein stetiges Verändern, so dass niemand weiss, was als nächstes kommt; auch wir nicht. Aber es kommt was und wir freuen uns drauf!

Ihr habt bestimmt bereits einige Erfahrungen im ganzen Musikgeschehen gesammelt. Was denkt ihr bisher zum Schweizer Musikbusiness?
Die Schweiz hat so viel gute Musiker und so viel gute Musik, darunter auch Musik, die anders klingt, als nur das was vielleicht im Radio gespielt wird. Leider haben wir es hier aber nicht ganz einfach, wenn man nicht in das „normale Raster“ reinpasst. Wir mögen als Schweizer die Sicherheit, das Gewohnte und sind vielleicht gerade deshalb auch sehr bescheiden. Und so empfinden wir auch das Schweizer Musikbusiness. Kommentare wie: „Eure Musik klingt zu international und zu gut“ oder „Ihr müsst damit einfach ins Ausland“ können und wollen wir nicht akzeptieren, denn das ist Schweizer Musik. Wie kann Schweizer Musik zu international klingen? So etwas würde man beispielsweise in England als englischer Künstler mit Sicherheit nie hören.
Natürlich gibt es aber auch wichtige Menschen im Musikbusiness, die an uns glauben und Stiftungen, die uns geholfen haben und uns die Produktion dieses Albums überhaupt ermöglicht haben. Allgemein ist die finanzielle Unterstützung für Kultur in der Schweiz unglaublich toll. Es wäre einfach schön, wenn es mehr Plattformen gäbe, wo man die farbige Palette der Schweizer Musikszene entdecken könnte, auch diese, die vielleicht nicht ins übliche Radioformat passen.

Eure Besetzung mit sieben Personen ist doch beachtenswert gross. Wie gestaltet sich da beispielsweise das Songwriting?
Nun wie gesagt komponiert Fernanda Ramos die Songs und wir arbeiten dann zu fünft an den Kompositionen. Wir spielen und proben relativ viel. Die zwei Backingvocals sind bei dem kreativen Prozess aber nicht dabei, denn die Stimmenarrangements sind von Fernanda klar gesetzt und sind der einzige Teil in den Kompositionen, über den eigentlich nicht gemeinsam diskutiert wird. In Carla Fellinger und Mariel Zambellis hat Fernanda aber zwei Sängerinnen gefunden, die nicht nur stimmlich dazupassen, sondern auch das gleiche Phrasing haben und bei den nicht ganz einfachen Vocalarrangements genau verstehen, was gemeint ist.

Links
Website
Facebook
Youtube

Upcoming Shows
29.09.2017 – Pre-releaseshow, Powerplay Studios, Maur
11.11.2017 – Plattentaufe, Sommercasino, Basel