EP Review: Cold Reading – Sojourner

Unter dem Titel “Sojourner” konnte ich mir nichts vorstellen. Mit einer kurzen Recherche auf Google wollte ich mir das Wort erklären lassen und stiess auf folgende zwei Resultate; den Mars-Rover Sojourner und seine Namensgeberin Sojourner Truth. Mit diesen zwei Bildern hörte ich mir die EP von Cold Reading an, die bereits am 22. September veröffentlich worden ist.

Sojourner” beginnt mit einer „Wall of Sound“, die in einen treibenden Emo-Song fliesst. “Books of Comfort” heisst dieser Track. Die extremen Kontraste von den ruhigen Passagen und dem kräftigen Refrain dringen tief in Emotionen ein. Fliessende Übergänge zwischen verschiedenen Dynamiken sind das Grundrezept von Cold Reading. Der Titeltrack “Sojourner” wächst von einem sanften Synthezisergerinsel in einen reissenden Fluss. Die Musik stimmt einem nachdenklich und dies scheint auch die Absicht von Sänger Michael Portmanns Texten zu sein. Mit “Roads & Peril” keimt Hoffnung. Gitarrist Chris setzt auf funkelnde Gitarren-Sounds. Ein magisches Ambiente, das von Marcs ausgeklügelten Drums ergänzt wird. Arthur am Bass gibt dem Ganzen den Drive, der Cold Reading von einer verträumten Emo/Indie Band zu einer tanzbaren Rockformation macht. So startet auch der letzte Track “Scratches” mit einem verträumten Indie-Gesäusel, welches sich in der dritten Minute in ein groovendes Happy End verwandelt.

Die Luzerner überzeugten mit ihrem Debübtalbum “Fractures”, nun überzeugen sie wieder mit dem Nachfolger “Sojourner”. Das Bild vom Mars-Rover, der alleine auf einem anderen Planeten ist sowie von einer Sklavin, die in einer scheinbar chancenlosen Situation für ihre Rechte kämpfte, passt zu den magischen Klängen von “Sojourner”. Ich gratuliere zu vier sehr gelungen Songs.

Die Vinyl-Version und Merch findet ihr hier.

VÖ: 22.09.2017

Books & Comfort
Sojourner
Roads & Peril
Scratches

Aktuelle Konzertdaten findet ihr auf der Website von Cold Reading.