Album Review: Chase The Pancake – “Born From A Wish”

Am 26. Oktober erscheint das Debütalbum „Born From A Wish“ von Chase The Pancake. Bereits am 21. Oktober taufen die Bündner ihr neues Baby im Kulturhaus Chur. Das Quintett hat uns die neuen Songs, die sie bei Sebastian Schiess im SOS Basement Studio in Oberentfelden aufgenommen haben, schon mal zukommen lassen.

Electro-Metal – so nennen Jason Wieland (Gesang Synth), Leah Martorelli (Gesang), Miki Tuzlakovic (Gitarre/Gesang), Raphael Leu (Drums) und Reto Montigel (Bass) das Genre ihrer 12 Songs. Warum bloss habe ich das Gefühl, wieder 12 zu sein und auf meinem grauen Game Boy kleine Nintendo-Figuren durch wilde Landschaften zu jagen? Schuld daran sind wohl die eingesetzten Samples, die an Nintendo-Klänge angelehnt sind. Da scheint bei der jungen Truppe eine gewisse Vorliebe vorhanden zu sein, denn auch im Pressesheet präsentieren sie sich als Nintendo-Figuren und sie haben sogar einen Nintendo-Medley-Song geschrieben.

Leah singt mit ihrer klaren Stimme die cleanen Teile, während Jason mit seinen kraftvollen Screams einen krassen Kontrast dazu liefert. Dieser Wechsel der beiden Gesänge zieht sich praktisch durchs ganze Album und die Stimmen ergänzen sich wunderbar und harmonieren auch zusammen sehr schön. Generell bestechen die Songs durch viele verschiedene Elemente und Tempowechsel. Die Samples sind sehr „2017“ und werden zeitgemäss fleissig eingesetzt, was den Songs zusätzlich hilft, Stimmung aufzubauen. Die vielen elektronischen Elemente werden aber durch harte Breakdowns wieder etwas neutralisiert. Technisch befindet sich die junge Band auf hohem Niveau und das Album ist richtig gut produziert. Gemastert hat es übrigens Dan Suter von echochamber.

Der Piano-Song „Mt. Everest“ hebt sich durch seine Einfachheit von den anderen Liedern ab. Zu Beginn begleitet sich Sängerin Leah alleine auf dem Klavier. Mir gefällt das sehr gut, leider finde ich hier die Tonlage etwas zu tief für ihre sanfte Stimme.

Textlich befassen sich die Churer nicht mit Politik oder gesellschaftlichen Problemen. Sie thematisieren ihr eigenes Leben, Beziehungen und ihre Erfahrungen – das alles verpackt in eine Geschichte.

Zu meckern gibt es grundsätzlich nicht viel bei diesem Album. Die Gitarren könnten etwas mehr zur Geltung kommen und Leah dürfte ihre schöne Stimme noch etwas selbstbewusster einsetzen – aber wir wollen nicht auf zu hohem Niveau jammern.

Chase The Pancake waren mir bis vor kurzem kein Begriff (Andi hat allerdings schon über sie berichtet), aber ich werde meine Augen und Ohren zukünftig offen halten – diese Band hat definitiv Potential und ich hoffe, sie bald live erleben zu können.

VÖ: 26.10.2017

Reborn
Alpha Syndrome
Ron!n
Vice Versa
No Fap December
Devil
We Have To Evolve
Kyandi
Lost In Blue
Combobreaker
Versus
Mt. Everest